Zufallsglück

> Erstes Kapitel:
Zufallsglück

Gähnend lehnst du deinen Kopf gegen die Fensterscheibe und beobachtest aus halb geschlossenen Augen, wie die Landschaft an dir vorbeizieht. Für deinen Geschmack ist es viel zu früh, die Sonne ist erst vor wenigen Minuten aufgegangen und zu solch einer Zeit liegst du für gewöhnlich noch in deinem warmen, gemütlichen Bett, welches du sehr vermisst.
     Koma Village ist zwar nicht allzu weit von deiner Heimatstadt entfernt, aber dennoch ist der Weg nicht so einfach und schnell wie du gedacht hast, denn das Dorf ist extrem schwer zu erreichen, da es sich irgendwo im Nirgendwo befindet und von purer, unberührter Natur umgeben wird.
Zwar fahren mehrere Züge in die richtige Richtung, Koma Village wird aufgrund der geringen Einwohnerzahl und der kleinen Größe allerdings nicht direkt angesteuert – wahrscheinlich gibt es dort noch nicht einmal Gleise.
     Du musst später also einen langen, beschwerlichen Fußmarsch antreten und weil es so schön ist und dein Leben dich hasst, sind sämtliche Wege saukompliziert. Es gibt viel zu viele verwinkelte Strecken, wovon einige Sackgassen oder nicht passierbar sind und falls man sie betreten kann, lässt ihre Qualität äußerst zu wünschen übrig.
Als Großstadtkind bist du völlig andere Verhältnisse gewöhnt und obwohl du schon die ein oder andere harte Trainingsreise hinter dir hast und mit Ryuto durch die verschiedensten Ruinen geirrt bist, hält sich deine Begeisterung für den anstehenden, anstrengenden Trip in Grenzen.
     Vermutlich trägt die frühe Uhrzeit eine Teilschuld daran, du bist einfach kein Morgenmensch – voraussichtlich wirst du auch niemals einer werden – und hast schlechte Laune, wenn du vor dem Sonnenaufgang aufstehen musst. Deinen Schlaf würdest du immer vorziehen, egal wie zauberhaft und faszinierend das farbenfrohe Schauspiel aussieht.
Außerdem magst du es nicht, nicht zu wissen, ob dir die ganze Mühe etwas bringt. Beim Training kannst du dir beispielsweise sicher sein, dass sich der Aufwand lohnt, da du dadurch stärker wirst, es steht aber in den Sternen, ob du in Koma Village die gewünschten Antworten erhalten wirst oder alles umsonst sein wird.
     Obwohl du es dir nicht eingestehen willst, hast du zusätzlich Angst, etwas zu erfahren, dass du nicht hören willst.
Die Gerüchte um den Diebstahl des verbotenen Beys sind zahlreich und manche umfassen Verletzte und sogar einen Gestorbenen. Der Ryuga, den du kennst, hätte so etwas niemals getan. Einen Raub traust du ihm durchaus zu – Ryuga hat sich schon immer das genommen, was er gewollt hat – trotzdem würde er dabei nur sein eigenes Leben riskieren und nicht das von anderen.
     Das sieht ihm nicht ähnlich, jedoch ist Ryuga vielleicht nicht mehr der, der er einst gewesen ist. Es sind viele Jahre vergangen und du hast keine Ahnung, ob er mittlerweile unter dem Einfluss des komischen Mannes steht.
Er wird sich in dem langen Zeitraum verändert haben – das ist normal, Ryuto und du seid schließlich ebenfalls nicht mehr genauso wie früher – trotzdem stellt sich die Frage, ob die Entwicklung positiv oder negativ ist und ob sie euch gefällt.  
     Bis jetzt hast du solche Gedanken immer vermieden oder direkt aus deinem Kopf verbannt, allerdings kannst du sie nicht länger ignorieren. Obwohl du es eigentlich gar nicht willst, solltest du dir bewusst machen, dass dieser Fall durchaus eintreten könnte und dich vorher damit auseinandersetzen, damit du nicht von dem Ereignis völlig erschlagen wirst, sollte es wirklich eintreffen.
    Sofort kommt dir Ryuto in den Sinn, es wäre die Hölle auf Erden für ihn und würde ihn zutiefst treffen, wenn Ryuga ein komplett anderer Mensch wäre und sich bösartig verhalten würde. Ryuga ist immer sein Vorbild gewesen, er hat so stark und so mutig wie er sein wollen, zu ihm aufgesehen und ihm nachgeeifert.
     Du hast vorher nie in Betracht gezogen, dass sich die Antworten auch negativ und nicht nur positiv auswirken könnten. Eventuell machst du mit ihnen nichts besser, sondern alles schlimmer als es eh schon ist und verstärkst Ryutos Leiden noch.
Dennoch fasst du den Entschluss, weiterzufahren und nicht vorzeitig auszusteigen. Du wirst dich in Koma Village nach Informationen umhören und solltest du Unschönes erfahren, würdest du Ryuto einfach zu seinem eigenen Schutz darüber anlügen.
 
   Aber noch ist es ohnehin unangebracht, den Teufel an die Wand zu malen.

     Um dich abzulenken, lässt du deinen Blick durch den Zug schweifen. Der Wagon, in dem du dich befindest, ist angenehm leer, nur fünf – mit deiner Wenigkeit sechs – der blauen Sitze sind besetzt und es herrscht eine willkommene Stille. Niemand unterhält sich mit erhobener Stimme miteinander, keiner lacht lauthals und keine kleinen Kinder brüllen oder heulen wie wild, mehr als das Umblättern einer Zeitung oder das Tippen auf einer Laptoptastatur ist neben den typischen Bahngeräuschen nicht zu hören.
     An jene Ruhe könntest du dich echt gewöhnen, in deiner Heimatstadt sind selbst um sechs Uhr schon sämtliche Verkehrsmittel hoffnungslos überfüllt und es ist dann so laut, dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht. Eine Großstadt schläft und verstummt eben nie.
     Ironischerweise wünschst du dir nun sogar den alltäglichen Trubel einer Metropole herbei, denn all das Chaos bringt einen auf andere Gedanken und ist erheiternd zu beobachten. Während die wenigen Menschen in deinem Zugabteil nichts Spannendes machen – du kannst noch nicht einmal heimlich ihre Gespräche belauschen, es redet ja niemand miteinander – es wäre also viel zu langweilig, sie bei ihrem Tun zu betrachten und würde nur dazu führen, dass du dir wieder deinen Kopf zerbrechen würdest.
     Gerade als du beschließt, einfach erneut aus dem Fenster zu gucken und die an dir vorbeirauschende Landschaft anzuschauen, stoppt der Zug an der nächsten Haltestelle – Metal City – und öffnet die Türen.
In der Hoffnung, draußen irgendetwas Interessantes zu entdecken, wendest du deinen Blick dem Eingang zu und tatsächlich betritt just in dem Moment eine dir bekannt vorkommende Gestalt die Bahn. Der Junge ist mit seinen feuerroten, wirr abstehenden Haaren und seinen außergewöhnlichen Klamotten kaum zu übersehen – wer trägt bitte im Sommer einen Schal und was soll das blöde Stirnband? Die Dinger sind seit Jahrzehnten out.
    Du hast schon viel über Gingka Hagane gehört. Er soll ein begabter Blader mit einem unfassbar starken Kampfgeist sein, der auf der Suche nach neuen Gegnern und Herausforderungen um die Welt zieht.
Vor nicht allzu langer Zeit hat er sich sogar für eine kurze Weile in deiner Heimatstadt aufgehalten und ist dort von Kindern und Teenagern, die dieselbe Leidenschaft mit ihm teilen, förmlich umzingelt worden. Gingka hat jeden Kampf gewonnen.
Wäre dein Bey nicht durch dein vieles Training in Reparatur gewesen, hättest du ihn ebenfalls zu einem Match herausgefordert, welches er bestimmt für sich entschieden hätte.
     Aus dem Augenwinkel beobachtest du, wie Gingka zwei Sitze hinter dir Platz nimmt. Er sieht viel müder als bei eurer ersten Begegnung aus, dunkle Schatten haben sich unter seinen Augen gebildet und das sonst leuchtende Goldbraun wirkt weniger strahlend und freundlich, sondern eher trüb und etwas traurig.
Vielleicht liegt dies aber auch an der frühen Uhrzeit und er hat nur zu wenig geschlafen. Sehr viel anders hast du heute Morgen ebenfalls nicht ausgesehen, als du in den Spiegel geschaut hast. Es ist eben nicht jedermanns Sache, vor sechs aufzustehen.
     Wegen deiner ausgeprägten Neugier kommst du nicht umher, dich zu fragen, wohin er wohl will. Höchstwahrscheinlich wird sein nächstes Ziel weiter weg sein, ansonsten würde er sicherlich nicht ungefähr eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang schon im Zug hocken, sondern erst sehr viel später.
     Insgeheim hoffst du, dass Gingka auf den Weg nach Koma Village ist, dann könntet ihr die restliche Strecke, die man zu Fuß bewältigen muss, gemeinsam gehen und du würdest ihm brav wie ein treudoofer Hund hinterherdackeln. In dem Fall könntest du dir sicher sein, dass du heil ankommst ohne dich vorher tausendmal verlaufen zu haben und müsstest dir keine Sorgen machen.
     Anhand seines Nachnamens liegt die Vermutung nahe, dass er irgendetwas mit dem Dorf zu tun hat. Eventuell stammt er oder zumindest seine Familie von dort oder aus der Nähe. Das würde erklären, warum er wie der Mount Hagane heißt.

     Am liebsten würdest du dich zu Gingka gesellen, dann wäre die Fahrt nicht mehr so langweilig und du könntest ihn unauffällig fragen, zu welchen Ort er will. Allerdings weißt du nicht, ob er nicht lieber alleine bleiben möchte und du ihn stören würdest, weshalb du dich nicht entscheiden kannst, was du machen sollst.
     Es wäre gemein, ihn zu belästigen, wenn er seine Ruhe haben möchte. Wäre ihm nach einem Gespräch zumute gewesen, hätte er sich wohl neben dich gesetzt und nicht zwei Reihen hinter dich.
Andererseits hätte er in dem Moment, als er in die Bahn gestiegen ist, dasselbe von dir glauben können, du neigst zu genervten und unfreundlichen Blicken, vor allem beim Nachdenken und du grübelst circa neunzig Prozent deines Lebens vor dich hin. Du hast ihm mit höchster Wahrscheinlichkeit ohne es zu wollen das Gefühl gegeben, dass du dir wünschst, in Frieden gelassen zu werden.
     Möglichst unauffällig drehst du deinen Kopf etwas, um Gingka im Auge zu haben. Er hat sein Haupt gesengt und die Lider geschlossen, daher bemerkt er noch nicht einmal, dass du ihn beobachtest.
Anscheinend ist er tatsächlich hundemüde und seine Erschöpfung holt ihn nun ein. Sollte er es schaffen, in dieser unbequemen Position einzuschlafen – was eine unglaubliche Leistung wäre – wird er hoffentlich früh genug wach und verpasst nicht seine Haltestelle.
Das ist dir mal passiert und es ist absolut ätzend, keine Ahnung zu haben, wo man ist und wie man dort wieder wegkommt. Zumal deine Eltern beinahe vor Sorge gestorben sind, weil du nicht rechtzeitig aufgetaucht bist und sie sich direkt die schlimmsten Dinge ausgemalt haben, die dir passiert sein könnten. Ihre stundenlange Moralpredigt danach ist ein echter Spaß gewesen.
     Du wirst jäh aus deinen Gedanken gerissen, als der grüne Seesack, den Gingka in der Hand hält, langsam aus jener rutscht, ehe er schlussendlich mit einem dumpfen Laut zu Boden fällt und einen Teil seines Inhalts verteilt.
Wie von der Tarantel gestochen fährt Gingka erschrocken hoch und begegnet deinem Blick, er wendet ihn jedoch sogleich ab und macht sich auf, sein verstreutes Zeug aufzusammeln.
     Ertappt errötest du etwas und drehst dich eilig von ihm weg, damit ihm deine erhitzten Wangen nicht auffallen. Es ist dir unfassbar peinlich, dass du von ihm beim Starren erwischt wurdest. Was wird er nun von dir denken?
Du kannst ihm schlecht erklären, dass du dich von den negativen Gedanken ablenken möchtest, die dich erst recht bei Langeweile heimsuchen und du deshalb schaust, ob irgendwelche Menschen im Zug irgendwas Interessantes machen.
     Sollte er dich dann noch nicht für verrückt halten, wird er es spätestens tun, wenn du ihm erzählst, dass du in der Hoffnung, Antworten über einen alten Freund zu erhalten, der seit Jahren verschwunden ist, nach Koma Village willst, obwohl du eigentlich keinen Plan hast, wie du genau dort hinkommen sollst.
     Demzufolge ist es deutlich klüger, ihn in dem Gedanken zu lassen, dass du eventuell ein kleines bisschen für ihn schwärmst und ihn deswegen angeguckt hast.
Gingka ist ein netter Kerl mit einem großen Talent fürs Beybladen, das wird einigen garantiert sehr gefallen.
    Am intelligentesten wäre es aber, gar nicht erst Wert auf die Meinung anderen über dich zu legen, sondern dein Ding durchzuziehen. Was andere davon halten, sollte dir egal sein. Die Hauptsache sollte sein, dass du glücklich und zufrieden bist und solange du niemanden damit schadest, sollte es keine Rolle spielen, wie andere das finden, was du tust.
Sie können dich gerne für durchgeknallt halten, das ist dann ihr Problem und nicht deins.  
    Anstatt dir dein Köpfchen unnötig zu zerbrechen, hättest du Gingka lieber beim Aufsammeln seines Zeugs helfen sollen. Wäre dein Kram zu Boden gefallen, wäre Gingka binnen wenigen Sekunden aufgesprungen und hätte ihn mit dir gemeinsam aufgehoben. Das gehört sich so und ist eine Sache des Anstands, den du wohl trotz strenger Erziehung nicht mehr besitzt.
    Dich wegen deines unhöflichen Verhaltens schuldig fühlend, beißt du dir leicht auf deine Unterlippe, ehe du dir einen Ruck gibst und dich endlich von deinem Platz erhebst. Du steuerst sofort den zweiten Sitz hinter dir an und bückst dich knapp vor Gingka, um eine Brotdose von ihm vom Boden zu nehmen.

     „Hier“, meinst du und reichst ihm seine Lunchbox zurück, die er sogleich wieder ordentlich in seinem Seesack verstaut.
     „Danke.“
    Gingkas Miene erhellt sich freudig und auf seinem Gesicht breitet sich ein leichtes Lächeln aus, das ziemlich gestellt ausschaut.
     Mit einer schnellen Handbewegung winkst du seinen Dank ab. „Gerne.“ Du pausierst kurz und suchst nach den richtigen Worten. „Entschuldige, ich hätte dir direkt helfen sollen. Ich war leider total in meinen Gedanken vertieft und habe das gar nicht richtig realisiert. Es ist einfach noch viel zu früh am Morgen.“
     Verlegen kratzt du dich am Hinterkopf und legst ein schiefes Grinsen auf. Das sollte deine klitzekleine Notlüge – zumindest redest du dir ein, dass es definitiv eine ist – angemessen kaschieren.
     „Oh ja, es ist viel zu früh“, stimmt Gingka dir zu und unterstreicht sein Gesagtes mit einem herzhaften Gähnen.
     Schnell lässt er den letzten Gegenstand in seiner Tasche verschwinden und zieht diese danach ordentlich zu, bevor er aufsteht und sich ausgiebig streckt. Erst dann lässt er sich zurück auf seinen Platz sinken.
     Gingka deutet neben sich. „Wenn du möchtest, kannst du dich ruhig neben mich setzen.“
    Eigentlich hättest du prompt eingewilligt, schließlich hast du das vor wenigen Minuten noch gewollt, dennoch kommen nun Zweifel in dir auf, die dich zögern lassen.
Gingka sieht gar nicht gut aus, vom nahen fällt das noch wesentlich deutlicher auf, obwohl er versucht, das zu überspielen und sich nichts anmerken zu lassen.
Es könnte sehr gut sein, dass er dir das nur vorschlägt, weil solch ein Verhalten selbstverständlich für ihn ist und er nicht unhöflich sein möchte. Auf der anderen Seite könnte er jedoch auch nicht alleine sein wollen und wie du Ablenkung suchen. Das machen viele Menschen, die sich in dem Moment schlecht fühlen – du beispielsweise ebenfalls.
     Genau deshalb nimmst du sein Angebot schlussendlich dankend an. Solltest du dich irren und Ersteres ist der Fall, könntet ihr euch immer noch anschweigen und die Gegenwart des anderen ausblenden.
Außerdem gibt es dir ein besseres Gefühl, Gingka im Auge zu behalten, falls er krank sein und sein Zustand sich verschlechtern sollte.
     Erfreulicherweise hast du deinen Rucksack schon vor deinem Aufstehen geschultert, da du nicht gewollt hast, dass er unbeobachtet gewesen wäre und jemand etwas aus ihm entwenden hätte können. Also musst du ihn nicht extra holen, sondern kannst dich unmittelbar hinsetzen.
     Eine Weile herrscht Stille zwischen euch, keiner scheint zu wissen, was er sagen soll. Ihr kennt euch kaum, ihr seid keine Freunde und noch nicht einmal gute Bekannte. In deiner Heimatstadt habt ihr euch das erste und einzige Mal getroffen und ein paar Worte gewechselt, mehr nicht, danach habt ihr bis zum heutigen Tag keinen Kontakt mehr gehabt.
     Über was soll man sich mit einem Fast-Fremden unterhalten? Small Talk ist nicht dein Ding, du magst es nicht, über völlig Belangloses zu reden. Demnach wirst du ihn garantiert nicht mit so blöden Fragen wie „Wie geht’s dir?“ oder „Schönes Wetter heute, oder?“ nerven. 
Zwar soll man damit angeblich ins Gespräch kommen, allerdings bist du dir sicher, dass direkt danach wieder keiner von euch eine Ahnung hat, worüber ihr sonst noch sprechen sollt.  
    „Und, wohin geht’s als nächstes? Welche Stadt willst du nun mit deinen Beybladekünsten unsicher machen?“, beginnst du schließlich eine Plauderei und lässt deine Neugierde siegen.
     Gingka spannt sich sichtlich an und ballt seine freie Hand sogar zur Faust, bemüht sich jedoch, dies mit einem leichten Lächeln zu verbergen. Irgendetwas an deinen Worten gefällt ihm ganz und gar nicht und lässt ihn wütend werden.
     „Ich werde eine kleine Pause von meiner Reise machen und meine Heimat besuchen.“ Sein Tonfall ist kühl und er meidet deinen Blick, stattdessen schaut er nachdenklich aus dem Fenster.
     Beinahe wäre dir eine Entschuldigung herausgerutscht, du hast eindeutig irgendetwas Falsches gesagt und wohl unabsichtlich einen wunden Punkt von ihm getroffen. Vielleicht hat das Ganze sogar etwas mit seiner schlechten Verfassung zu tun.
Er will sich definitiv nicht darüber unterhalten, das ist nicht zu übersehen, weshalb du das Thema „Beybladen“ direkt fallen lässt.
     „Darf ich fragen, wie deine Heimatstadt oder dein Heimatdorf heißt?“, hakst du nach, um die Richtung des Gesprächs etwas zu ändern und dein Interesse zu befriedigen.
    „Koma Village.“ Für den Bruchteil einer Sekunde lächelt Gingka minimal und seine Augen funkeln ein kleines bisschen auf. „Es ist ein kleines, aber sehr schönes Dörfchen.“  
    Innerlich erwiderst du sein Strahlen, das Glück und der Zufall sind wirklich auf deiner Seite.

Kommentare

Bild des Benutzers Meakuel

Das hört sich nach einer wirklich beschwerlichen, ungewissen Reise an. Da hätte ich tatsächlich auch keinen Bock. =,D

Bei den Gedanken, was man Ryuto letztendlich sagt, wenn man keine guten Nachrichten hat, da musst ich schon eher stocken. Natürlich könnte ihn das runter ziehen, sich negativ auswirken. Aber ihn anlügen? Das könnte es noch zusätzlich verschlimmern. Man verrät ihn auf gewisse Weise und dass, als sein einziger Halt. Andererseits könnte auch die Wahrheit zu einem Bruch führen, weil er es nicht glauben will. Die Situation ist wirklich nicht einfach!

Im Bus hätte ich das auf Distanz auch anders gesehen. Immerhin drehen sich die meisten instinktiv um, wenn plötzlich etwas kracht und das zufällige Kreuzen von Blicken ist auch gängigerweise unangenehm. Das Gespräch hätte ich wohl damit begonnen, dass ich ihn schon einmal getroffen habe. So wäre man sicherlich eher ins Gespräch gekommen, auch wenn das ihn vielleicht dennoch getriggert hätte...

Jetzt sind wir also mit dem Protagonisten unterwegs und erleben einen anderen Blickwinkel der Geschehnisse. Bin gespannt, wie es weitergeht! =)

Bild des Benutzers Wirbelsturm

Ich auch nicht, da kann ich mich sogar mal gut mit "ihr" identifizieren :D Wahrscheinlich hätte ich ebenfalls Angst, mich zu verlaufen und wäre vor Müdigkeit eingeschlafen. 

Das ist wirklich ein Zweispalt. Ist es besser, ihm manches zu verschweigen oder könnte das das komplette Vertrauen zerstören? Wie würde er mit der Wahrheit umgehen? Würde sie ihn sehr verletzten? 
Ohne zu spoilern, die Frage wird noch sehr oft aufkommen und natürlich nicht ohne Folgen bleiben. Ich freu mich schon darauf ;)

Sie war irgendwie überfordert mit der Situation, hat ihre eigenen Probleme im Kopf und möchte trotzdem irgendwie helfen, weiß aber nicht wie. Wahrscheinlich hätte ich das ebenfalls nicht gewusst, so etwas liegt mir auch nicht. 
Ich versuche, Kapitel für Kapitel ihr eine Persönlichkeit zu geben und diese weiterzuentwickeln. Vielleicht steht das irgendwann im Kontrast - wer weiß c:

Vielen Dank für den Kommentar! :3