Versöhnung

Beinahe völlig aufgelöst und ganz außer Atem entdeckte Madoka einen ihr unbekannten, schwarzhaarigen Jungen vor sich und war vollkommen durcheinander. Noch vor wenigen Minuten, oder sogar einer noch kürzeren Zeitspanne, hatte eine vermummte Gestalt die noch nicht komplett reparierten Beyblades an sich genommen und damit geflohen, und nun war hier dieser Fremde … Madoka glaubte zu wissen, was das bedeutet.
„Du …“ Wütend, aber auch etwas ängstlich, fixierte sie ihn. Letzteres wusste die Mechanikerin allerdings zu verstecken. „Was fällt dir ein, die Beys anderer Blader zu stehlen?! Gib sie sofort wieder her, und danach rufe ich die Polizei!“
„Warte mal!“, begann Altair sich zu verteidigen. Er deutete auf die Dinge, welcher der Einbrecher hinterlassen hatte und neben den Füßen der beiden Jugendlichen lagen. „Gerade eben ist so eine Hexe mit dunkelgrauem Umhang abgehauen, aber ich konnte ihr diesen Kram noch abknöpfen.“ Der Junge seufzte kurz. „Jedenfalls hoffe ich, dass sie nicht noch mehr bei sich hatte.“
„Zum Glück …!“ Madoka fiel ein Stein vom Herzen, als sie die drei Beys erblickte. Sie ging an Altair vorbei und hob Pegasus, Leone und Orion vom Boden auf. „Ich dachte schon, alles wäre vorbei …“
„Puh.“ Altair atmete erleichtert aus. „Dann ist es also nicht schlimm, dass die Beyblades etwas demoliert aussehen? Ich dachte schon, beim Sturz dieser Ziege seien sie etwas kaputt gegangen!“
„Nein“, sagte Madoka entwarnend. „Die waren schon vorher so. Ich bin sie momentan nämlich am Reparieren …“ Sie konnte diese Auskunft allerdings nicht ohne einen bitteren Beigeschmack erteilen. Traurig blickte sie zu Boden, doch Altairs Aufmerksamkeit schien nun auf etwas ganz anderes gelenkt zu sein.

„Hey … Moment mal!“ Schon beinahe aufgeregt lag sein Augenmerkmal auf den drei Beyblades in den Händen des Mädchen, welches er gerade mehr oder weniger kennenlernt hatte. „Gehören diese Beys nicht zu den legendären Bladern?!“
„Ähm … Ja, das ist richtig …“ Etwas überrascht, aber noch immer verunsichert schaute Madoka zu ihm. Sie war allerdings nicht sonderlich verwundert darüber, dass ihr Gegenüber dies erkannt hatte. Immerhin waren diese auserwählten Helden bei vielen anderen Beybladern bekannt und somit auch deren Kampfkreisel.
„Wie konnten die denn so demoliert werden? Ich meine, die müssen ja vorher noch kaputter ausgesehen haben … Sind die Beys etwa von einem Lastwagen überfahren worden?“ Altair hielt es für vollkommen ausgeschlossen, dass diese Schäden in einem Beybattle entstanden sein könnten. Madoka konnte ihm dies allerdings nicht verübeln, schließlich würde niemand mit so etwas rechnen. Sie und ihre Freunde hatten so etwas immerhin auch nicht für möglich gehalten.
„Das ist eine lange Geschichte …“, versuchte sie der Frage etwas auszuweichen. Auch, wenn ihr nun klar war, dass dieser Fremde soeben Schlimmes verhindert hatte, konnte sie ihm schließlich nicht die Wahrheit anvertrauen. „Aber wo bleiben denn meine Manieren … Es tut mir leid, dass ich dich vorhin für einen Einbrecher und Dieb gehalten habe!“ Madoka legte kurz die Beys neben die Ladenkasse und wischte sich die Tränen aus den Augenwinkeln. „Und natürlich vielen herzlichen Dank für deine Hilfe! Sollte ich mich irgendwie revanchieren können … Lass es mich sofort wissen!“
„Das war doch selbstverständlich.“ Altair begann, Madoka sanft anzulächeln. Er wollte die Chance nutzen, nach langer Zeit endlich einmal ein freundliches Mädchen getroffen zu haben, welches das Beybladen zu mögen schien. Da hinzukam, dass er sie ziemlich niedlich fand, wollte er sich von seiner guten Seite zeigen, welche er irgendwo bestimmt hatte. Beinahe wie ein Gentleman, was man von Altair auf den ersten Blick nicht erwartet hätte, nahm er sanft Madokas Hände und legte sie in die seine.


Von der wiedergekehrten Klarheit geradezu erholt, war Kenta auf dem Weg zum Bey-Pit. Er wollte sich unbedingt bei Madoka entschuldigen und sich wieder mit ihr versöhnen, nachdem er sie mehr oder weniger grundlos angeschrien hatte. Insgesamt war der Grünhaarige schon wieder viel ruhiger, nicht mehr so düster wie seit der fatalen Niederlage gegen Alexander Nabokov. Einige Gedanken machte er sich dennoch.
»Ich hoffe, dass das nur eine Phase war und mir nur die Augen geöffnet werden mussten …« Kenta hielt kurz inne. Irgendwie hatte er das Gefühl, dass es in Sachen negative Gedanken trotzdem noch immer nicht ganz vorbei sei, als seien sie seit diesem Schicksalsschlag geradezu in ihm verankert. Als könnten sie jederzeit wieder zum Vorschein kommen. Doch er verließ sich darauf, es beim nächsten Mal mehr unter Kontrolle zu haben. Und glaubte zudem auch daran, dass seine Freunde ihm helfen würden.
„Huch?“ Kenta blickte auf. Er war schon beinahe an seinem Ziel angekommen und er wurde geradezu aus den Gedanken gerissen, als er bemerkte, sie eine vermummte Gestalt aus dem Bey-Pit hetzte. „Da kann doch etwas nicht stimmen …“ Nicht ohne Grund kam dies dem Jungen ziemlich suspekt vor. Er war sich sicher, dass irgendetwas im Laden passiert sein musste und machte sich sofort Sorgen um Madoka. Schnell rannte er los, um seiner guten Freundin helfen zu können, falls es von Nöten war.

Kenta lief so schnell, wie seine kurzen Beine ihn tragen konnten. Es war zwar genau genommen nur so eine Art Vorahnung, doch er wusste irgendwie, dass etwas vorgefallen sein musste. Die Tür zum Bey-Pit stand sogar noch offen und Kenta huschte geschwind hinein.
Überrascht blieb er im Eingang stehen und sah, wie ein Fremder sich mit einer etwas aufgelösten Madoka unterhielt. Von der Unterhaltung hatte er zwar kein Wort mitbekommen, doch er sah, wie der Schwarzhaarige nach ihren Händen griff. Kenta schien unbemerkt zu bleiben, welcher völlig falsche Schlüsse zog.
„Lass sie in Ruhe, du Fiesling!“ Ohne weitere Umschweife stürmte er auf den ihm Unbekannten zu, um Madoka zu helfen. Kenta glaubte, sie sei einem Verbrechen zum Opfer gefallen und der Fremde wolle die Gelegenheit nutzen, um sich an sie ranzumachen. Damit lag Kenta zwar nicht zu hundert Prozent im Unrecht, aber dennoch reagierte er etwas über. Eine weitere Idee seinerseits war, der Fremde würde Madoka bedrohen oder gar erpressen.
„Kenta …?!“ Madoka erblickte überrascht ihren jüngeren Freund und Altair ließ ihre Hände los, nicht weniger überrumpelt als die Mechanikerin. Doch Kenta wollte sich davon nicht aufhalten lassen. Seine erste Idee wäre gewesen, den vermeintlichen Feind mit seinem Bey Saggitarrio zu attackieren, doch dann wäre die Belehrung der nahezu geheimnisvollen Inori wohl umsonst gewesen. Stattdessen rammte er mit voller Kraft seine Faust in Altairs Magengrube.
„Nimm das!“ Kenta war schon beinahe selbst davon überrascht, wie er den älteren und zu großer Wahrscheinlichkeit auch sehr viel stärkeren Jungen mit diesem für seine Verhältnisse kräftigen Schlag in die Knie zwang. Er war kurz sogar davon überzeugt, Ryuga sei bestimmt stolz auf ihn, wenn er sehen könnte, wie mutig er gehandelt hatte. Doch diesem leicht melancholischen Gedanken kam eine völlig entsetzte Madoka dazwischen.

„Oh mein Gott, Kenta! Was tust du da?“ Besorgt schaute sie nach dem nun etwas röchelnden Altair, welcher sich trotz der zum Glück nicht zu großen Schmerzen wieder aufrappeln wollte. „Ist alles in Ordnung bei dir? Kann ich dir helfen?“
„N-nein … Schon gut …“ Altair konnte es nicht fassen, von einem so viel jüngeren Kerl niedergestreckt worden zu sein. Er redete sich allerdings schnell ein, dies sei nur aufgrund der fehlenden Vorwarnung geschehen, um sein Selbstbewusstsein nicht allzu sehr leiden zu lassen. Er zwang sich wieder auf seine Beine, um ja keinen Anflug von Schwäche zu zeigen. Noch nicht ganz erholt, aber dennoch möglichst ohne schmerzverzerrte Stimme, wand er sich an den Kleineren. „Wofür war das denn bitteschön …?!“
„Ich …“ Kenta hatte aufgrund von Madokas Reaktion schon von selbst verstanden, dass der Fremde keineswegs eine Gefahr oder ähnliches für die Mechanikerin war. „Ich dachte …“ Dennoch war Kenta vollends verwirrt. Wer war dieser Typ denn dann? Er kannte ihn nicht und da Madoka eine sehr enge Freundin war konnte er sich nicht vorstellen, dass diese diesen Fremden gut kannte. Bestimmt hätte sie ihn dann ihm und den anderen schon lange vorgestellt. Oder hatte Madoka etwa heimlich einen festen Freund…? Kenta schüttelte schnell mit dem Kopf, das passte immerhin nicht zu ihr. Stattdessen wollte er sich lieber wieder auf das offensichtliche Hier und Jetzt konzentrieren. „Es tut mir Leid … Ich war im Glauben, du würdest etwas Mieses planen … Immerhin war hier vorhin so eine komische Gestalt hinausgestürmt und da dachte ich …“

„Schon gut, mach dir keine Sorgen.“ Madoka redete beruhigend auf Kenta ein. Im ersten Moment war sie zwar geschockt gewesen, dass er so etwas getan hatte, aber allem Anschein nach hatte er sich nur um sie gesorgt. „Hier war jemand eingebrochen, aber er hat dafür gesorgt, dass diese Person nur ohne die Beys fliehen konnte.“ Kurz lächelte sie Kenta trotzdem dankbar an. „Ich bin aber froh, dass du da bist … Ich wollte vorhin nicht so harsch zu dir sein und wollte mich sowieso noch bei dir entschuldigen.“
„Unsinn … Ich bin derjenige, der sich entschuldigen muss … Verzeih mir bitte, Madoka.“ Kenta war froh, dass sie nicht böse auf ihn war und wand sich noch einmal an Altair, welcher ihn nicht mehr allzu feindselig musterte. „Und nochmals Entschuldigung!“ Kenta schämte sich, dass er denjenigen, der scheinbar Schlimmes verhindert hatte, so etwas angetan hatte. Aber die Situation hatte auch zu komisch auf ihn gewirkt. „Ich bin übrigens Kenta Yumiya.“
„Was?!“ Der Schwarzhaarige riss die Augen weit auf, als er nun einen weiteren legendären Blader vor sich hatte. Es wirkte zwar etwas komisch auf ihn, dass er ihnen nun scheinbar der Reihe nach über den Weg lief, aber viel mehr war es ihm peinlich, den Schützenblader nicht sofort erkannt zu haben. Am liebsten hätte er sofort nach einem Beybattle gefragt, doch den Schlag in die Magengrube wollte er lieber erst einmal wegstecken.
„Ich heiße übrigens Madoka Amano, sehr erfreut“, stellte sich nun auch die Braunhaarige offiziell vor. „Und wie lautet dein Name?“
„Man nennt mich den Ass-Blader Altair, mit seinem einzigartigen Partner Storm Corvus 125 WD!“ Wie gewohnt präsentierte der Schwarzhaarige sich als den größten Superstar weit und breit unter den Bladern, was die beiden Japaner beinahe auflachen ließ. Zu sehr erinnerte sie dieses Getue insbesondere an zwei ihrer Freunde, welche vor wenigen Tagen nach Amerika zurückgekehrt waren …
„Okay …“, meinte Madoka schließlich. „Und weiter?“

Kurz blickte er etwas verdattert zu seinen neuen Bekanntschaften, weil er zunächst das Anliegen nicht verstand. Doch schnell fiel bei Altair der Groschen … Sowohl Madoka, als auch Kenta hatten sich mit ihren vollen Namen vorgestellt … Er war also nach seinem Familiennamen gefragt worden. Für den Bruchteil einer Sekunde verzog er leicht angewidert sein Gesicht, was zum Glück niemand bemerkte. Zu sehr hasste er seine Familie, bis auf eine einzige Ausnahme … Altair verschwieg jedes Mal, wenn es auch nur irgendwie ging, seinen Nachnamen. Unter keinen Umständen wollte er mit diesen Leuten, vor denen er geradezu geflohen war, in Verbindung gebracht werden …
Etwas unsicher blickte er zu Madoka und Kenta, welche ihn fragend ansahen. Altair glaubte zu wissen, was wie dachten. Bestimmt waren sie der Meinung, er wolle sich nicht ganz zu erkennen geben, weil er in Wahrheit ein Komplize dieses Einbrechers sei. Er wollte aber klarstellen, dass dem auf keinen Fall so war … Er beschloss, Licht ins Dunkel zu bringen. Immerhin war er hier in Japan, weit weg von seiner Heimat. Es war also sehr unwahrscheinlich, dass irgendwer etwas mit seinem Familiennamen anfangen könnte.
„Mein Name ist Altair Duman und ich bereise während meines Beybladetrainings die Welt“, sagte er schließlich und hoffte, mit seiner Antwort, welche der Wahrheit entsprach, nicht zu lange auf sich warten gelassen zu haben. „Eines Tages soll schließlich jeder Mensch wissen, wer der großartigste Blader ist … Und zwar niemand geringeres als ich!“ Der Schwarzhaarige musste kurz auflachen. „Und falls das nichts wird, will ich wenigstens für irgendetwas anderes Tolles in der Beybladewelt bekannt sein. Immerhin gibt es vieles, was man für die Blader verbessern könnte oder so etwas in der Richtung.“
„Das hört sich wirklich klasse an.“ Kenta war erfreut, dass Altair hingegen seines ersten Eindruck wohl doch ein guter Kerl war.
„Und ich hatte vorhin, kurz bevor Kenta kam schon befürchtet, du seist einfach nur ein komplett selbstverliebter Typ, der alles anbaggert, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist.“
„Hey!“ Altair plusterte kurz fast beleidigt die Backen auf, während Madoka und Kenta leise auflachen mussten. Der Schwarzhaarige würde zwar nicht abstreiten, dass er gerne mit Mädchen seines Geschmacks flirtete, doch er hatte auch noch so etwas wie Stolz. Wenn er mal irgendwelchen dummen Tussen schöne Augen machte, war das jedenfalls immer nur, um diese zu verarschen. Egal, auf welcher Ebene dies geschah, da war Altair immer sehr kreativ.


„Verdammt …“ Die Einbrecherin hatte sich in eine verlassene, leicht abgelegene Seitengasse von Metal Bey City verschanzt und den Verlust ihrer Beute bereits bemerkt. „Der Meister wird mich sicherlich bestrafen, wenn ich mit leeren Händen zurückkehre … Sogar die Daten habe ich verloren!“ Dabei hatte alles so einfach geklungen … Sie sollte die Beys der besiegten legendären Blader beschaffen, wofür auch immer Alexander Nabokov sie wohl haben wollte. Und sie hätte niemals eine bessere Gelegenheit finden können, der Laden war unbeaufsichtigt und nicht einmal abgeschlossen gewesen … Allerdings sie hatte wohl doch nicht so viel Glück.
„Diese verdammte Göre … Die Freunde von Gingka Hagane sind noch nerviger, als es mir gesagt wurde. Ich werde sie noch dafür büßen lassen, mich so überrumpelt zu haben … Und diesen fremden Typen da auch!“ Die Braunhaarige kochte vor Wut, als sie sich wieder die Kapuze des dunkelgrauen Umhangs überzog. Sie war nicht nur verärgert, sondern auch leicht irritiert. Warum war dort jemand aufgetaucht, über den sie gar nichts wusste? War es nur Zufall gewesen, oder hatte die Gruppe um Gingka Hagane noch irgendwelche weitere Freunde, über die sie nichts wussten?
„Ich werde wohl oder übel sofort Bericht erstatten müssen“, murmelte sie etwas verbittert. „Vielleicht kann ich meiner Strafe entgehen, wenn ich von dieser Begegnung erzähle … So wird er immerhin erkennen, dass ich ihm wenigstens Insider-Tipps beschaffen kann … Es reicht wohl nicht, wenn wir nur die legendären Blader und die nahestehenden Freunde in- und auswendig kennen … Wir müssen jeden einzelnen Beyblader komplett aushorchen, um mögliche Bedrohungen sofort ausschalten!“


„Dann kannst du meinen Corvus also demnächst durchchecken? Klasse, vielen Dank!“ Altair hatte doch noch einen anderen Weg gefunden, wie Madoka sich für seine Hilfe erkenntlich zeigen könnte. Ihm war nämlich nach all der Aufregung wieder eingefallen, warum er überhaupt hierhergekommen war. Immerhin wollte er die Gelegenheit nutzen, hier im Bey-Pit seinen treuen Partner von vertrauenswürdigen, professionellen Händen überprüfen zu lassen. Seinen ursprünglichen Plan, Informationen über die wahren Vorgänge in der Beybladewelt zu erhalten, hatte er natürlich auch nicht vergessen. Doch Altair war sich sicher, dass er dieses Wissen schon sehr bald quasi wie von selbst erlangen würde … Immerhin schien er Madoka und Kenta sympathisch zu sein, vielleicht würden sie ihm als weiteren Dank von den aktuellen, geheimen Geschehnissen erzählen … Altair fühlte sich kurz schlecht wegen seinen so egoistisch klingenden Gedanken. Als ob er die Beiden ausnutzen wollte, obwohl sie so nett zu sein schienen.
„Natürlich werde ich das tun, das ist doch das Mindeste.“ Madoka lächelte kurz, ehe ihre Miene etwas ernster wurde. „Aber zuerst werden wir zur WBBA gehen und diesen Vorfall melden … Sie sollen sich diesen Mistkerl schnappen, der hier einfach so eingebrochen war!“
„Wie konnte das überhaupt passieren?“, fragte Kenta nach. „Ich sehe nämlich keine Spuren, die auf gewaltsames Eindringen schließen …“
„Nun ja …“ Das Mädchen seufzte kurz. „Als ich dich abholen war, war eigentlich mein Vater noch da … Aber scheinbar ist er weggegangen und der Meinung gewesen, ich sei noch immer in der Werkstatt. Also hatte er wohl nicht abgeschlossen.“ Madoka kam sich während ihren Worten wie eine Idiotin vor. Als sei es nur wegen ihrer Leichtsinnigkeit und der ihres Vaters so weit gekommen. Doch sie schüttelte mit dem Kopf und wirkte wieder entschlossener. „Aber das passiert nicht noch einmal! Ich werde selbst abschließen und die Beys vorsichtshalber mitnehmen, um sich immer bei mir zu haben! Und jetzt gehen wir alle zusammen zur WBBA!“

„Ähm … Was, ich auch?“, fragte Altair minimalst nervös nach.
„Natürlich“, bejahrte Madoka, während sie alles Nötige zusammensuchte. „Du bist immerhin ein Zeuge und mehr oder weniger in diesen Vorfall verstrickt.“
„Ach so“, murmelte der Altair. „Da gibt es aber nur ein kleines Problem … Ich glaube nicht, dass der Direktor und seine Mitarbeiter besonders erfreut über mein Erscheinen sein werden.“
„Wieso das denn?“ Kenta blickte überrascht auf. Ihm fiel kein Grund ein, warum Ryo, Hikaru oder sonst irgendwer etwas gegen ihn haben könnten. Und der Schützenblader konnte sich einfach nicht vorstellen, dass so jemand wie Altair etwas mit der GBCA oder sonst irgendetwas Feindlichem zu tun haben könnte.
„Nun ja …“ Dem ungewohnt verlegen wirkenden Blader blieb wohl nichts anderes übrig, als mit der Wahrheit rauszurücken. Egal, wie peinlich es werden würde. „Ich sag mal so … Ich wollte bei der WBBA als Agent anheuern und habe dabei wohl etwas zu viel Dynamik gezeigt. Jetzt habe ich dort jedenfalls Hausverbot …“
„Ähm … Was du nicht sagst …“ Madoka lächelte schief und wandte sich nicht zu offensichtlich an Kenta. Leise flüsterte sie: „Wie verrückt … Das ist wohl tatsächlich dieser Blader, von dem Tsubasa uns vor der Show erzählt hat.“
„Ja … Das Leben schreibt echt die verrücktesten Geschichten …“

„Ach, uns wird da schon irgendetwas einfallen!“ Madoka hatte bemerkt, dass Altair etwas komisch geschaut hatte, als sie mit Kenta über seine mögliche Identität tuschelte. „Weißt du … Momentan herrscht eine Ausnahmesituation, insbesondere bei der WBBA. Wenn wir dem Direktor erzählen, was geschehen ist und welche Rolle du dabei gespielt hast, wird er das Hausverbot bestimmt aufheben.“ Die Mechanikerin wirkte ziemlich überzeugt. »Wie auch immer du das auch vollbrachst haben magst. Du bist bestimmt die einzige Person weltweit, die Gingkas Vater zu so etwas bringen konnte …«
„Wenn du es so sagst …“ Altair kratzte sich am Kopf, als sei er etwas nervös. Dies lag vermutlich daran, dass er nur die gestresste Seite Ryos, welche unter normalen Umständen nie sichtbar war, kennengelernt hatte. Deswegen konnte er sich nicht vorstellen, dass man mit ihm darüber reden könnte. Etwas nachdenklich blickte er zu Boden. „Hä?“ Er hob den USB-Stick auf, welchen die Einbrecherin bei ihrer Flucht verloren hatte. „Gehört das hier etwa nicht zu deinen Sachen, Madoka? Das hat diese Hexe nämlich auch hier gelassen.“
„Wie …?“ Die Angesprochene schaute ratlos auf. „Nein, der gehört mir nicht … Aber wohl diesem miesen Halunken.“

Kommentare

Bild des Benutzers Meakuel

Haha, Altair kann ja, wenn er will! „Damit hatte Kenta nicht ganz Unrecht.“←Genau das dachte ich in dem Moment auch!

Altair, ein steinharter Kerl. Zumindest versucht er es so zu verkaufen...und scheitert! =,D

Aber süß, wie Kenta wieder zur Rettung sprang. Vermeintlich, aber das ist ja egal!


Was es wohl mit Alairs Famiie auf sich hat. Aber er kommt wirklich jetzt um einiges sympathischer rüber, dass er noch einen Plan B hat zum besten Beyblader aller Zeiten und den halt ich jetzt auch nicht für unrealistisch

Ich denke auch, dass der Direktor diesen Vorfall in Anbetracht der aktuellen Lage und Altairs Heldentat, seinen Auftritt verzeiht. Zu King hatte er ja auch kaum böse Worte und der hat mehr abgezogen. =P

Mit dem USB-Stick sind sie jetzt vielleicht einen Schritt weiter. Wobei ich mich frage, wieso sie den dabei hatte...

Bild des Benutzers Monoceros

Ich muss jetzt aber echt mal erwähnen ... Ich find deine Sprüche zu Altair echt so was von genial! xD

Altair ist halt in der Tat ein Charakter, den man ja nachdem, wie gut man ihn kennt, sehr verschieden sehen kann. Wenn man mehr über ihn weiß, fällt es leichter ihn sympatisch zu finden. Aber es ist auch zu verständlich, dass man in vor allem zu Beginn der FF als totalen Vollidioten sieht^^°
Mit seiner Familie wird jedenfalls durchaus ne Rolle spielen.

Eben. Und außerdem war der arme Ryo auch zu gestresst und überrascht ... Gut, isser immernoch, aber natürlich wird er sehen, dass Altair im Grund kein schlechter Kerl is.
Zum Daten klauen, die Madoka im Laufe der Zeit gesammelt hat? So ein Einbruch muss sich ja auch lohnen ;)