Altair auf Spurensuche

„Ich frage mich wirklich, was auf diesem USB-Stick wohl gespeichert ist …“ Nachdenklich schritt Madoka voran, als sie zusammen mit Kenta und Altair auf dem Weg ins Hauptgebäude der WBBA war.
„Wer weiß …“ Kenta seufzte. „Ich hoffe, etwas für uns Nützliches. Mit ein wenig Glück hat es vielleicht sogar mit der … mit einem Feind zu tun.“ Er hatte gerade noch rechtzeitig reagiert und seine Vermutung etwas umformuliert. Noch wusste weder er, noch Madoka, ob sie ihrem neuen Bekannten Altair wirklich schon so sehr vertrauen konnten. Daher wollte Kenta lieber etwas vorsichtiger sein und die GBCA in dessen Beisein nicht erwähnen. Jedenfalls noch nicht.
„Vielleicht hat diese hinterhältige Schlampe auch irgendwelche Daten von dir geklaut“, meinte Altair, welcher nichts von all dem ahnte. „Du sammelst ja immerhin auf deinem Laptop Informationen zu den Beyblades und den verschiedenen Fähigkeiten sowie Kampfstilen … Oder?“
„Ja, das stimmt auch wieder …“ Madoka blickte nachdenklich zum Himmel. „Wir werden es einfach von Hikaru und den anderen überprüfen lassen. Dann wissen wir mehr!“

Der weitere Weg wurde zum Großteil schweigend zurückgelegt. Viele Leute waren nicht unterwegs, wie es seit einem Jahr auf vielen Orten der Welt üblich war. Altair, welcher ein Stück hinter Madoka und Kenta her schritt, entgingen nicht ihre beinahe traurig sowie nervös wirkenden Gesichter. Ihre Sorgen waren unverkennbar und der Schwarzhaarige wollte es nicht wagen, sie auf die Gründe anzusprechen. Auch, wenn er vermutete, dass darin die Antworten auf all seine Fragen liegen könnten.
„Hört, hört“, begann er stattdessen etwas ausgelassen. Er wollte die eher niedergeschlagene Situation etwas auflockern und klopfte Kenta einmal kräftig auf den Rücken. „Also, ich muss schon sagen … Mit dieser süßen Schnecke hast du echt einen klasse Fang gemacht. Aber ist sie nicht ein kleines bisschen zu alt für dich, Kumpel?“
„W-wa-was?!“ Kenta hätte beinahe seinen Kaugummi verschluckt und wäre daran erstickt, so sehr schockte ihn diese Frage. Ungläubig dreinblickend starrte er Altair entsetzt an.
„Du musst dich echt nicht schämen, wo die Liebe hinfällt …“, lachte der Rabenblader leise. „Aber du hast Geschmack, muss ich dir lassen!“
„Hast du mich gerade etwa alt genannt?!“ Madoka ließ nicht lange mit einer kleinen Wutattacke auf sich warten. „Du unverschämter Idiot, ich bin wahrscheinlich sogar jünger als du! Nicht nur, dass du solch unwahre Behauptungen aufstellst … Beleidige mich nie wieder, verstanden?!“ Erbost zog sie nun an Altairs rechtem Ohr und schleifte ihn mit großen Schritten in Richtung WBBA geradezu hinter sich her.
„Aua, das war doch nur ein Scherz!“ Der Witz war wohl eindeutig nach hinten losgegangen, jedenfalls für ihn. Seine beiden neuen Bekannten schienen jedenfalls nicht mehr ganz so deprimiert wie vorhin zu sein. „Sorry! Aber könntest du nun bitte mein Ohr loslassen …?“

Wenige Minuten später hatte Madoka sich wieder beruhigt und war Altairs Bitte nachgekommen. Er war froh, dass sie nicht sein Ohr abgerissen hatte und beschloss, dass die Braunhaarige für ihn zu seinem Wohl besser nicht mehr als eine gute Freundin werden sollte. Alles, was darüber hinausginge, stellte er sich jedenfalls zu schmerzhaft vor.
„Du warst bestimmt verwundert darüber, weil ich Kenta aus dem Krankenhaus abgeholt hatte“, erwähnte Madoka nebenbei und bemerkte nicht, wie Altair nun höchst interessiert aufhorchte. Immerhin hatte keiner der beiden Freunde Gingkas bisher etwas von einem Krankenhausaufenthalt erwähnt …
„Stimmt, das könnte dich verwirrt haben.“ Auch Kenta schien momentan zu übersehen, dass Altair gar nicht so sehr in alles involviert war. „Normalerweise holen einen ja eher die Eltern ab. Aber bei mir ist das nicht möglich … Weißt du, meine Eltern reisen für ihre Expeditionen ständig um die Welt und sind fast nie daheim. Momentan erforschen sie irgendetwas in Südamerika … Aber kein Grund zur Sorge, meine Großmutter schaut oft nach mir. Und außerdem sind hier in Metal Bey City viele meiner Freunde, sodass ich mich nicht einsam fühlen muss.“
„Mein Vater ist übrigens der Besitzer des Bey-Pits“, begann nun auch Madoka von ihren Eltern zu erzählen. „Er kümmert sich überwiegend um mich, da meine Mutter auch oft unterwegs ist. Sie ist Fotografin für die verschiedensten Tageszeitungen hier in Japan.“ Kurz musste Madoka wegen den letzten Worten Kentas mit etwas Melancholie an ihre Freunde denken und wollte nicht, dass der Grünhaarige wieder traurig wird. Sie wand sich noch einmal etwas gezielter an Altair. „Und wie sieht es eigentlich mit deiner Familie aus?“
„Ähm, nun ja …“ Altair schluckte kurz, als ihm diese Frage gestellt wurde. Es wirkte auf seine beiden Begleiter etwas merkwürdig, wie angespannt er auf einmal wirkte. „Ich hoffe, ihr seid mir nicht zu böse … Aber ich spreche nicht so gerne über meine Familie. Ich habe mich dort mit kaum jemandem verstanden, vor allem mit meinem sogenannten Vater … Ich habe meine Heimat ja schließlich nicht ohne Grund schon vor Jahren verlassen.“ Der Schwarzhaarige seufzte kurz. Er musste unwillkürlich an ihren Verlust denken und daran, dass er diesen Schmerz, Trauer, Wut und auch Hass niemals vergessen oder gar vergeben könnte.
„Das tut mir leid“, entschuldigte sich Madoka schnell. Weder sie noch Kenta ahnten, was Altairs Hintergrundgeschichte genau beinhaltete, doch sie wollten nicht weiter nachfragen. Sie dachten sich schließlich bereits, dass auch die ein oder andere schmerzvolle Erinnerung dabei sein könnte. „Wir wussten ja nicht, dass das Verhältnis zu deiner Familie so schlecht ist …“
„Schon okay“, meinte Altair möglichst locker. Selbstverständlich waren es keine schönen Gedanken, doch er wollte niemandem einen Vorwurf machen. Immerhin war hier niemand, der etwas für all die geschehenen Dinge konnte. „Aber ein bisschen was kann ich schon erzählen, denke ich … Ich komme aus der Türkei und habe schon viele Orte auf der Welt bereist.“ Eines wollte er allerdings noch klarstellen. „Aber glaubt jetzt bloß nicht, ich sei gläubig oder lebe nach sonst irgendwelchen religiösen Regeln. Der ganze Kram da kann mich mal und ich tu einfach, was mir gefällt.“ Altair verzichtete auf weitere Auskünfte sowie Fragen. Auch, wenn er glaubte kurz davor gestanden zu haben, etwas mehr über die Wahrheit der Beybladewelt zu erfahren …


„Hm …“ Etwas ungeduldig stand Yu vor dem Eingang der WBBA und ging ungeduldig auf und ab. „Das dauert mir alles viel zu lange … Tsubasa soll etwas schneller mit seinem Auftrag machen! Ich habe mir sogar schon gestern die ganze Zeit die Beine in den Bauch gestanden!“ Der Orangehaarige wünschte sich manchmal, er wäre wenigstens in etwa im Alter seiner meisten Freunde. Oft hatte er das Gefühl, man würde ihm weniger zutrauen, nur weil er etwas jünger war … Anders konnte er es sich nicht erklären, warum er Tsubasa nie auf den Aufträgen für die WBBA begleiten durfte. Die Erklärung des Silberhaarigen, zur offiziellen Ernennung zum Agenten müsse man erst einmal eine Art Prüfung bestehen, tat er einfach als irgendeine Ausrede ab. Mit aufgeplusterten Backen schaute er nach vorne. „Oh …“ Seine großen Augen begannen wie Smaragde zu funkeln. „Kenchi, Madoka! Hallo, hier bin ich!“
„Hey, Yu!“ Die Freunde gingen sofort zu ihm, welcher nach ihrem Ankommen damit aufhörte, ihnen auf- und abspringend zuzuwinken.
„Du bist also wieder raus aus diesem ekelhaften Krankenhaus?“ Yu freute sich, dass es Kenta wohl wieder besser ging. Bei seinem letzten Besuch fühlte sich der Grünhaarige schließlich hundsmiserabel … Doch Yu bemerkte, dass sich sein guter Freund bereits etwas erholt hatte. Da fiel sein Blick auf Altair, welcher hinter Kenta und Madoka stand. „Nanu, wer bist denn du?“
„Das ist Altair“, stellte Madoka ihn vor. „Vorhin gab es riesige Probleme im Bey-Pit … Doch er konnte ein noch schlimmeres Ausmaß verhindern.“
„Und warum schleppt er diesen gelben Turnschuh da mit sich rum?“
„Oh … Gute Frage …“ Madoka hatte diese Tatsache gar nicht näher beachtet und blickte nun selbst fragend zu Altair. Kenta war dieser Umstand gar nicht erst aufgefallen. Es war vorhin einfach ein zu großes Durcheinander gewesen.
„Ich habe hier ein Beweismittel in der Hand“, erklärte Altair voller Stolz. „Den konnte ich dieser Einbrecherin vorhin abknöpfen.“
„Hä …? Woher willst du denn wissen, ob es ein Mann oder eine Frau war?“, fragte Kenta etwas verwirrt nach.
„Nun, es sieht mir auch eher nach einem weiblichen Modell aus“, meinte Madoka. Sie hatte sich den Schuh etwas genauer betrachtet und wirkte überrascht.
„Genau“, stimmte der Schwarzhaarige ihr zu. „Oder wenn du dir da nicht so sicher bist … Schnüffel doch mal dran, hahaha!“ Etwas scherzend hielt er Kenta nun den Schuh samt Socke unter die Nase, welcher sich mit gerümpfter Nase wegdrehte. Wenige Sekunden später mussten allerdings alle Vier darüber lachen. Es war für alle schön, trotz der bedrückenden Lage auch mal spaßige Momente zu haben.


Ryo tippte mit den Fingern nervös auf seinem Schreibtisch herum. Er wartete auf eine wichtige E-Mail aus Russland. Das Team Lovushka, welches der WBBA ihre Mithilfe versicherte, hatte eine Idee, wie es zu dem Informationsdiebstahl gekommen sein könnte und wollte sich umgehend genauer informieren. Sie wollten den Präsidenten sofort kontaktieren, sobald sie mit Sicherheit darüber Klarheit hatten. Und so erwartete Herr Hagane schon ungeduldig darauf. Er wirkte hochkonzentriert, um das Benachrichtigungssignal seines Postfaches nicht zu verpassen und schien auf alles gefasst, doch dann geschah es. Die Tür zu seinem Büro wurde geöffnet und der rothaarige Mann kippte mit seinem Stuhl, auf welchem er die ganze Zeit auf- und ab gewippt war, nach hinten.
„Herr Direktor, geht es Ihnen gut?“ Erschrocken eilte Hikaru sofort zu ihm und half ihm besorgt wieder auf.
„Alles in Ordnung“, versicherte er ihr. „So etwas macht dem unsterblichen Phoenix doch gar nichts aus.“ Er rieb sich einmal über den Rücken, auf welchem er seine Landung erlebte. „Aber egal … Was gibt es denn?“
„Es wurde im Bey-Pit eingebrochen und versucht, Pegasus sowie Leone und Orion zu stehlen“, erzählte seine Angestellte ziemlich besorgt. „Aber das werden Madoka und die anderen gleich genauer erklären, ich habe sie zusammen mit Asuka ins Besprechungszimmer geschickt.“ Nun deutete sie auf den silberfarbenen USB-Stick. „Dies wurde am Tatort hinterlassen. Soll ich mich sofort darum kümmern?“
„Ja, Hikaru“, bestätigte Ryo. „Bitte schau dir direkt an, was sich darauf befindet. Ich werde mich sofort um alles Weitere kümmern.“ Der Präsident der WBBA machte sich sofort auf den Weg ins Besprechungszimmer. Dieser Vorfall hatte eindeutig Vorrang.


„Das ist ja furchtbar …“ Asuka hätte sich am Ende von Madokas Erzählung beinahe die Hände vor dem Mund zusammengeschlagen. Auch sie war der Meinung, dass da bestimmt die GBCA dahinterstecken würde. „Erst tun sie den armen Jungs so etwas an, und dann wollen sie auch noch deren Beys stehlen … Das ist unverzeihlich!“
„… Was angetan?“ Altair reagierte sofort, als die Orangehaarige dieses ihm unbekannte Thema ansprach und sie erstarrte geradezu. Und nicht nur sie, auch alle anderen Anwesenden rissen die Augen weit auf und begannen wohl, sich irgendwelche Ausflüchte zu überlegen.
„Äh … Na ja … Ich meinte, dass es einfach nur unmenschlich ist, den Diebstahl des geliebten Beys auch nur einem Blader anzutun …“ Asuka hatte ganz vergessen, dass in dieser Runde ein neues Gesicht mit dabei war und hatte vorhin unbedacht etwas gesagt … Es war ihr ziemlich unangenehm, vor allem als Mitarbeiterin der WBBA.
„Okay …“ Diese Aussage verstand Altair, doch dann kam ihm noch etwas anderes in den Sinn. Er wand sich mit einem nicht deutbaren Grinsen an Madoka. „Aber wo wir doch mal dabei sind … Warum hast du deine Freunde denn nicht informiert, nachdem versucht wurde ihre Beys zu stehlen? Oder hast du etwa Schiss, dass sie dann wütend auf dich wären?“
„N-nein“, meinte Madoka leicht nervös. Normalerweise würde sie ihm für diese doch recht frechen Worte wohl gehörig die Meinung geigen. Sie wollte es allerdings vermeiden, hinterher so wie Asuka dazustehen und sich zu verplappern. „Das habe ich noch nicht getan … weil die Jungs momentan nicht in der Gegend sind.“ Die Mechanikerin war heilfroh, dass ihr die offizielle Ausrede der WBBA in den Sinn gekommen war. „Falls du es noch nicht gehört hast … Die legendären Blader sind nämlich gerade auf einer Trainingsreise!“

„Ah ja, eine Trainingsreise ohne Beys … Sehr interessant …“ Der Sarkasmus stand Altair geradezu ins Gesicht geschrieben und die Freunde mussten sich schnellstens etwas Neues überlegen, ehe sie komplett auffliegen würden.
„Gingi und die anderen konnten es eben kaum erwarten und wollten trotzdem schon einmal los“, sagte Yu möglichst überzeugend klingen wollend. „In wenigen Tagen wird Kenchi nämlich nachreisen und ihnen ihre Beys dann mitbringen. So lange werden sie ein bisschen Sightseeing machen!“
„Na klar, und ich bin der Weihnachtsmann“, murmelte Altair voller Ironie. Er lehnte sich zurück und glaubte, mit seiner Unnachgiebigkeit bald am Ziel zu sein, selbst wenn man es ihm vielleicht etwas übel nehmen könnte. Doch er hatte nicht damit gerechnet, was nun kommen würde.
„Was, dich gibt es also doch?!“ Mit leuchtenden Kinderaugen sprang Yu von seinem Stuhl auf und kletterte sofort ohne irgendwelche Bedenken auf seinen Schoß. „Du bist dieses Jahr aber echt früh dran! Und ich hab mir dein Aussehen echt ganz anders vorgestellt … Aber dafür darf ich dir jetzt als Allererster von meinen Wünschen erzählen!“
„Was zum …?!“ Altair konnte nicht fassen, was sich da gerade abspielte und erntete eine Menge Gelächter. Sein Plan war wohl ein wenig nach hinten losgegangen und er seufzte.
„Hm …“ Kentas Lachen ließ als erstes nach. Er musste unwillkürlich wieder an Gingka und die anderen denken, und seine stellvertretende Rolle als Sommerblader. »Ryuga, wenn du mich und all das hier sehen würdest … Ob du wohl sehr enttäuscht wärst, vor allem von mir …?«

Bevor Kenta erneut in irgendeine Nostalgie verfallen konnte, öffnete sich die Tür zum Besprechungsraum. Alle schauten auf und hätten den Direktor erwartet, doch sie wurden von zwei anderen Personen überrascht.
„Daisuke, ihr seid wieder zurück!“ Erfreut begann Asuka zu strahlen, als sie ihren Liebsten erblickte. Dieser lächelte sie mindestens genauso erfreut an und ging sofort zu ihr.
„Au ja, Tsubasa!“ Auch Yu und die anderen freuten sich über die Ankunft der beiden Agenten. Der Orangehaarige sprang sofort von Altairs Schoß auf, natürlich nicht ohne ihm dabei versehentlich seine Hände mit voller Wucht ins Gesicht zu klatschen. Danach hüpfte er geradezu wie ein Flummi zu dem Silberhaarigen, um ihn willkommen zu heißen.
„Hng …“ Altair rieb sich kurz übers Gesicht und war verständlicherweise nicht sonderlich begeistert. Immerhin war er sowohl Tsubasa, als auch Daisuke genau dann schon einmal begegnet, als er eigentlich für diesen Ort ein Hausverbot erteilt bekommen hatte. »So ein Müll …« Der Schwarzhaarige wollte sich allerdings möglichst ruhig verhalten und hoffte, so gar nicht aufzufallen. Immerhin war besonders Daisuke gerade sehr beschäftigt. »Dann ist es wohl gut, dass ich vorhin auf Madoka gehört habe. Diese Asuka hat wohl wirklich schon einen Freund, das hätte noch mehr Ärger gegeben …« Als er mit den anderen das Hauptquartier der WBBA betreten hatte, waren sie direkt Asuka und Hikaru über den Weg gelaufen. Natürlich hatte Altair die beiden Angestellten sofort mit den erstbesten Komplimenten überschütten wollen, doch Madoka hatte ihn sofort über den Beziehungsstatus der Orangehaarigen informiert. In Kombination mit ihrem scharfsinnigen, warnenden Blick hatte sie dafür gesorgt, dass Altair die beiden jungen Frauen in Ruhe ließ. Dem Sechszehnjährigen waren seine Ohren immerhin zu wichtig, um irgendwelche bleibenden Schäden zu riskieren.

„Was macht ihr alle eigentlich hier?“, fragte Tsubasa schließlich in die Runde, nachdem Yu aufgehört hatte, seine Beine zu umklammern.
„Wir müssen etwas mit dem Direktor besprechen“, erklärte Kenta. „Wir vermuten, dass jemand von … ihr-wisst-schon-welchen-Leuten die Beys von Gingka, Kyoya und Chris stehlen wollten. Jedenfalls wurde im Bey-Pit eingebrochen.“
„Was?!“ Daisuke wollte erst seinen Ohren nicht trauen. „Und wo bleibt dieser Trottel von Chef dann? Der soll seinen Arsch mal schneller hierher bewegen!“
„Ich werde mal sehen, wo er bleibt“, schlug Asuka ihrem Freund vor. „Er ist in letzter Zeit oft sehr schwerfällig … Verständlicherweise.“
„Ja, tu das bitte“, meinte Daisuke. Er hatte sich schnell wieder beruhigt und gab sich, wie sonst auch Mühe, Ryo nicht mit seinem Vorgänger zu vergleichen. Was ihm allerdings nicht immer ganz so leicht fiel …
»Hoffentlich hat er sich nicht schon wieder in seinem Büro oder sonst irgendwo eingesperrt«, dachte Tsubasa seufzend, als Asuka den Raum verließ. Anschließend schaute er noch einmal zu seinen Freunden, unter welchem ihn ein bestimmtes Gesicht auffiel. Sein Blick blieb also bei Altair hängen. „Hm, du schon wieder …?“


Hikaru hatte gerade den Computer hochgefahren und setzte ihren Seufzer-Rekord noch weiter fort. Sie hoffte, dass Ryo nicht wieder allzu viel trödelte und ihre Freunde zu lange warten lassen würde. Sie schüttelte kurz mit dem Kopf und wollte sich wieder auf ihre aktuelle Aufgabe konzentrieren. Die Blauhaarige meldete sich mit ihrem Benutzernamen sowie Kennwort an, wonach sie den geheimnisumworbenen USB-Stick einsteckte. Hikaru wollte sich die Daten darauf direkt ansehen, um sich und den anderen möglichst schnell Klarheit zu verschaffen. Gerade wollte sie die erste Datei anklicken, doch dann glaubte sie, kurz eine leichte Erschütterung zu spüren.
„Huch …?“ Die Assistentin hielt kurz inne. „Nanu … Was war das denn? Für ein Erdbeben war das doch zu kurz, oder?“ Hikaru ließ ihren Blick durch den Raum schweifen, doch alles war in Ordnung. Alles war noch an seinem Platz und es war auch nichts von der Technik ausgefallen. „Hm … Vielleicht habe ich mir da gerade auch nur etwas eingebildet.“ Schnell wand sie sich wieder dem Bildschirm zu, um den Massendatenspeicher zu untersuchen. Ohne auch nur zu ahnen, dass nicht nur sie diese leichte Erschütterung wahrgenommen und es sogar einen Ursprung hatte. Und zwar ein Fatalerer als gedacht …

Kommentare

Bild des Benutzers Meakuel

Altair hat für die Einbrecherin so viele nette Worte übrig...und es scheint ihm nicht aufzufallen, dass Kenta ihm da was vorenthält.
Das war wohl anders gelaufen, als erwartet, diese Milf-Anmerkung. Aber er hat dennoch die Stimmung aufgelockert. xD

Altair, ohne Ahnung zielsicher das Thema treffend. Aber oh my, Yu, so ptzig!

Merke: Tsubasa ist wichtiger, als Weihnachtsmann! Und Altair wollte Asuka anbaggern? Das wäre wirklich schief gelaufen.

War das die Datei, die das ausgelöst hat? Die ist mir ja eh suspekt

Bild des Benutzers Monoceros

Joa, Altair könnte, besonders was seine Wortwahl angeht, eigentlich echt mal nen Benimmkurs besuchen ... Aber wie du später im Kapitel bestimmt bemerkt hast checkt Altair es schon, wenn man ihm was verheimlicht.
Allerdings, auch wenn ich fast Mitleid meinem meinem armen OC gehabt hätte^^°

Altair hat's halt drauf, yo! xD
Und natürlich is Tsubasa wichtiger als der Weihnachtsmann ;) Ich stell ihn mir immer als so ne Art großen Bruder für Yu vor, den er nie hatte. Das ist halt so putzig *-*
Ja. Und jetzt stell dir mal vor, Daisuke hätte das mitbekommen O.o