Ein Gruß von Feindesseite

„W-was war das denn?“ Etwas unsicher schauten Kenta und die anderen sich um. Es war zwar nur für höchstens zwei Sekunden, aber man konnte eine leichte Erschütterung spüren.
„Keine Ahnung“, meinte Daisuke eher desinteressiert. Er schenkte diesem kurzen Ereignis kaum Bedeutung. „Vielleicht ist der Direktor ja ins Klo gefallen und das artete in ein minimales Erdbeben aus.“
„Sehr witzig“, kommentierte Madoka daraufhin kopfschüttelnd, während Yu diese Vorstellung tatsächlich ziemlich lustig fand. „Sollte man nicht lieber mal nachsehen?“
„Hm …“ Tsubasa fixierte wieder etwas misstrauisch Altair. „Mich würde ja viel mehr interessieren, was dieser Kerl hier zu suchen hat … Immerhin hat er Hausverbot.“
„Das hat er uns bereits erzählt“, sagte Kenta schnell, ehe Altair selbst etwas dazu zum Besten geben konnte. Dies wäre immerhin zu großer Wahrscheinlichkeit in irgendetwas Dämlichem ausgeartet. „Aber er ist sozusagen ein wichtiger Zeuge und er kann uns bestimmt weiterhelfen.“
„Nun hab dich nicht so, Tsubasa“, meinte schließlich sogar Daisuke. „Die Erteilung dieses lächerlichen Hausverbotes war doch eh total überflüssig. Wir sollten den Burschen nicht für den Stress der WBBA bestrafen.“
„Na gut“, gab der Adlerblader schließlich nach. Immerhin hatte Altair nichts Schlimmes getan. Trotzdem wollte er den Jungen noch etwas im Auge behalten. Immerhin kannte er ihn kaum, und die anderen wahrscheinlich auch nicht sehr viel mehr. In Zeiten wie diesen, wo Leute wie die von der GBCA überall lauern konnten, war Tsubasa lieber etwas misstrauisch. Vorsicht war schließlich besser als Nachsicht.

„Wenn das jetzt geklärt ist …“ Nun erhob Altair sich von seinem Platz und wirkte schon wieder sehr viel selbstsicherer. „Dann könnte man auch direkt mal Tacheles reden. Dann frage ich mal ohne große Umschweife … Was für ein Spiel wird hier eigentlich gespielt? Was geht hier wirklich vor sich und was ist mit Gingka Hagane und den anderen tatsächlich passiert?“ Der Blick des Sechszehnjährigen wurde etwas härter. „Und erzählt mir hier nichts von irgendeiner Trainingsreise der legendären Blader … Das ist doch alles erstunken und erlogen! Jeder, der halbwegs was im Kopf hat, rafft das sofort!“
„Altair …“ Kenta war sich ziemlich unsicher. Einerseits wollte auch er lieber etwas vorsichtig sein und nicht jedem dahergelaufenen Typen alles auf die Nase binden … Doch irgendwie hatte er es im Gefühl, dass er und seine Freunde Altair vertrauen können. Sogar, als ob sie es müssten und seine Hilfe sogar bitter nötig hätten. „Ich verstehe dich, immerhin bin besonders ich sozusagen selbst betroffen ...“
„Leute …“ Madoka ging es nicht viel anders als Kenta. Auch, wenn ihre Vorahnung diesbezüglich nicht ganz so intensiv war. „Vielleicht sollten wir ihn doch einweihen. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass jemand wie er für die GBCA kämpft. Und außerdem hat er mir doch geholfen und somit eine Chance verdient!“
„Genau, Süße!“, rutschte es Altair raus und hoffte, dafür keinen Rüffel von der Mechanikerin zu bekommen.
„Hm …“ Daisuke und Tsubasa schienen über die Bitte von Madoka und Kenta nachzudenken. Yu schien auch kein Problem damit zu haben, wenn sie Altair zu ihrem Verbündeten machen würden. Der Orangehaarige beobachtete, wie die beiden Agenten darüber urteilen würden. Während Daisuke lächelte und scheinbar damit einverstanden war, wirkte Tsubasa noch etwas nachdenklicher.
„Ich bin mir noch etwas unschlüssig“, gestand dieser schließlich. „Aber wenn ihr diesem Blader so sehr vertraut …“

Weiter konnte diese Sache gar nicht mehr ausdiskutiert werden. Plötzlich begann das Licht zu flackern, was natürlich für erneute Unruhen sorgte.
„Wann kommt dieser blöde Phoenix endlich mal?“, erschrak Yu, während er sich etwas schutzsuchend an Tsubasa klammerte. Dieser widmete seine Aufmerksamkeit als Erster dem großen Bildschirm des Besprechungsraumes, welcher nun aufblitze.
„W-was ist das denn?“ Nun wurde auch Altair etwas verunsichert. Das lag aber eher daran, dass er sich mit Dingen wie Technik und Medien so ziemlich gar nicht auskannte. Er war noch überraschter als alle anderen, als auf dem Monitor plötzlich ein Bild zu erkennen war, auf welchem ein den meisten Anwesenden bekanntes Gesicht zu ihnen sprach.
„So sieht man sich wieder … Ich hoffe doch, ihr habt mich noch nicht vergessen.“
„Das ist doch Ziggurat!“ Kenta sprang beinahe erbost auf, als er ihn in dieser Live-Botschaft erkannte.
„Was … Sie sollten doch noch mindestens drei Jahre ihre Strafe im Gefängnis abbüßen!“ Tsubasa knirschte mit den Zähnen, wie konnte das sein? Alle fixierten den früheren Gegenspieler feindselig, auch Daisuke schien diese Person ein Begriff zu sein. Immerhin war der Rotschopf schon lange ein Agent der WBBA und hatte im Hintergrund einiges über die Hades Inc in Erfahrung gebracht.
„Man muss nur die richtigen Verbindungen haben, die Machtverhältnisse sind schließlich anders verteilt als gedacht“, lachte Ziggurat schadenfroh auf. „Ihr werdet schon sehen, bald wird dank der GBCA die Rache mein sein!“
„Aber wir dachten, Alexander Nabokov sei deren Anführer!“, entfuhr es nun Madoka verwirrt. Altair, welcher neben ihr stand, verstand nur Bahnhof.
„Das ist er auch, aber er erkannte mein Genie und nahm mich in seine Reihen auf“, meinte Ziggurat gehässig. „Der Feind meines Feindes ist schließlich mein Freund … Selbst ihr unwissenden Kinder müsstet verstehen, was Herr Nabokov sich dabei dachte!“
„Ihr niederträchtigen …! Was wollen Sie?“ Daisuke wäre wohl am liebsten in den Bildschirm gesprungen, um dem Doktor die Faust ins Gesicht zu schlagen. Allerdings hätte dies wohl kaum etwas genützt.
„Der Meister meinte, ich solle euch einen kleinen Gruß zukommen lassen“, lachte er nun auf. „Immerhin seid ihr und eure Freunde seine Spielfiguren … Oder werdet es schon bald sein, zumindest einige von euch!“

„Laber keinen Müll, du Hackfresse!“ Altair, welcher sich bisher zurückgehalten hatte, meldete sich nun zu Wort. „Ich hab zwar nicht wirklich einen Plan, wer du bist … Aber kein Blader, der noch ganz richtig im Kopf ist, wird nach deiner Pfeife oder der dieses anderen Spacko tanzen!“
„Das werden wir noch sehen, du frecher Tölpel.“ Nun trat Ziggurat ein wenig zur Seite, um ein paar andere Personen auf seiner Seite zu zeigen. „Jedenfalls bekommen wir immer mehr Verbündete, die sogar freiwillig für uns kämpfen!“
„D-das ist ja Reiji Mizuchi …“, erschrak nun Kenta.
„Und dieser Damian Hart!“, ergänzte Yu mindestens genauso erschrocken. Und tatsächlich, diese beiden früheren Gegner wurden nun von den meisten Anwesenden erkannt. Neben einem fremden Mädchen, welches im Augenblick niemand beachtete. Außerdem standen noch viele weitere fremde Blader im Hintergrund.
„Was soll das bedeuten?!“ Daisuke und auch Tsubasa wurden immer wütender. Diese beiden Blader bei Doktor Ziggurat waren eigentlich in einer psychologischen Behandlung untergebracht worden, um ihre Verhaltensstörungen in den Griff zu bekommen und später wieder als Teil der Gesellschaft agieren zu können, ohne ihre Mitmenschen zu gefährden. Aber dank der GBCA war das wohl nichts und die beiden Agenten fühlten sich, als sabotiere man sämtliche ihrer Anstrengungen sowie Bemühungen.
„Die Zeiten der WBBA sind schon bald vorbei, begreift ihr das denn nicht?“ Ziggurat lachte erneut gehässig auf, und auch Reiji und Damian schienen sich köstlich zu amüsieren. „Wir wissen alles über euch! Da bringt es auch nichts mehr, irgendwen bei uns einschleusen zu wollen … So, wie Tsubasa Otori es bei der Dark Nebula tat und der gute Daisuke Sonoda bei der Hades Inc! Wir kennen schließlich so gut wie jeden von euch kleinen Parasiten, merkt euch das!“

„Aber mich kennt ihr wohl noch nicht!“ Während alle anderen nicht glauben konnten, was da auf dem Bildschirm zu sehen war, hatte Altair nicht vor, sich von dem Gerede dieses Mannes beeindrucken zu lassen.
„Wenn du ein halbwegs starker Blader bist, werden wir das schon herausfinden“, säuselte Reiji beinahe mit seiner noch immer sadistisch klingenden Stimme, welche vor allem Kenta und Yu einen eiskalten Schauer über den Rücken jagte. „Dann wird es mir jedenfalls eine Freude sein, mich … um dich zu kümmern …“
„Dann lass mir aber auch noch etwas von diesem Großmaul übrig“, meldete sich nun auch Damian zu Wort.
„Ihr werdet keinem einzigen Blader auch nur ein Haar krümmen, ihr Freaks!“ Nun reichte es Daisuke endgültig und wollte gerade mit einer wuterfüllten Hasstriade beginnen, doch dann trat das unbekannte Mädchen mit den leicht gewellten, etwa taillenlangen Haaren hervor.
„Du wirst niemandem mehr in die Suppe spucken!“, wetterte sie aufstampfend los. „Daisuke Sonoda … Du hast doch hoffentlich nicht vergessen, was dein Großvater und du meiner Familie angetan habt!“
„Wovon redest … Moment mal …“ Erst begann der Agent sich noch mehr aufzuregen, doch dann hielt er inne. „Bist du etwa …?“
„Wie schön, du erinnerst dich wohl an mich.“ Die Rosahaarige beschloss, sich nun auch dem Rest vorzustellen. „Ich bin Hibiki Aono und ich werde nicht vergessen oder gar vergeben, was die WBBA meiner Familie alles an Ärger beschert hat! Und auch nicht das, was Gingka Hagane und seine verdammten, kleinen Freunde angerichtet haben!“
„Weder ich, mein Großvater oder gar die WBBA haben uns etwas vorzuwerfen!“, giftete Daisuke sofort ziemlich angegriffen zurück. „Der Großteil deiner Familie besteht eben aus Betrügern und Verbrechern, sieh es endlich ein! Sie haben alle ihre Strafen verdient!“
„Und was sollen wir dir bitteschön getan haben?“, fragte Madoka nun ziemlich perplex. Sie betrachtete die Fünfzehnjährige mit ihrer langärmeligen dunkelblauen Bluse, welche leicht aufgeknöpft war und das weißes Top darunter. Ihre Stoffhose war blau-schwarz und sie trug dazu schwarze Lackschuhe. Ihr fiel noch die goldene Kette mit dem bronzefarbenen Herzanhänger auf, doch am meisten dieser selbstgefällige, herablassende Blick der Rosahaarigen. Madoka war dieses Mädchen direkt unsympathisch, obwohl sie sie noch gar nicht wirklich kannte.

„Dann will ich euch Dummköpfe doch mal darüber aufklären“, zischte Hibiki nun mit einem scharfen Ton. „Die Aono-Familie leitet die erfolgreichste Bank Japans und handelt auch mit Menschen aus der ganzen Welt. Aber eure verfluchte WBBA versucht immer wieder, dies zu verhindern. Nur, weil wir mit unserem Vermögen die Blader anderweitig unterstützen, zum Beispiel mithilfe der GBCA.“
„Du weißt doch gar nicht, was du da von dir gibst!“, unterbrach Daisuke sie sofort. „Deine Familie unterstützt sämtliche kriminelle Machenschaften, sei doch nicht so blauäugig!“
„Wie dem auch sei …“ Hibiki ging gar nicht auf den Einwand des Rothaarigen ein und sprach weiter. „Bis vor gar nicht so langer Zeit führten wir sogar blendende Geschäfte mit der Konzern-Familie in Europa … Doch dann musste sich ja euer toller Freund Gingka Hagane zusammen mit anderen eurer idiotischen Verbündeten bei Julian Konzern einschleimen! Nach der Weltmeisterschaft übernahm er nämlich die Leitung seines Familienunternehmens und hat sofort sämtliche Interaktionen mit der Aono-Familie abgebrochen und auch zukünftig verweigert, weil wir nicht mit eurer dummen WBBA einverstanden sind! Das ist also alles eure Schuld!“ Wütend wetterte sie weiter. „Dabei wäre es so eine tolle Verbindung gewesen … Vielleicht hätte ich mich mit diesem Traummann sogar verloben und unsere Familiengeschäfte noch besser gestalten können …! Aber was soll‘s.“ Nun begann Hibiki eigenartig zu lächeln. „Es gibt schließlich noch genug tolle Männer auf dieser Welt … Wie zum Beispiel Alexander Nabokov.“
„Igitt …“ Kenta hätte sich beinahe übergeben, als das Mädchen begann, von dem Anführer der GBCA zu schwärmen. Den restlichen Anwesenden ging es nicht viel anders und jeder empfand riesengroßes Mitleid für Julian, da dieser unter anderen Umständen vielleicht wirklich an dieses Mädchen geraten wäre.
„Du bist doch komplett bescheuert“, murmelte Daisuke zum Bildschirm. Kopfschüttelnd betrachtete er Hibiki, welche wieder nach vorne schaute und plötzlich hinterhältig zu lächeln begann.

„Aber nanu“, flötete sie einer gespielt lieblichen Stimme. „Du bist doch Yu Tendo, oder?“
„Hä …?“ Der Orangehaarige schaute perplex auf und wusste, genauso wie alle anderen nicht, was ihre neue Feindin von ihm wollen könnte. „Warum willst du das wissen, Hibaka?“
„W-wie hast du kleine Ratte mich gerade genannt?!“ Hibiki flippte für einen kurzen Moment ein wenig aus, doch dann fing sie sich wieder. „Oh … Ich vergaß, dass du noch ein wenig jung bist. Aber weißt du … Schließlich gehörst du doch zur Tendo-Familie und könntest als ihr einziger Sprössling ein gutes Wort für meine Familie einlegen.“ Sie seufzte auf, möglichst überzeugend wirken wollend. „Deine Eltern wollen nämlich einfach nicht mit der Aono-Familie kooperieren, obwohl ihnen das so viele Vorteile bringen würde …“
„Versuch ja nicht, Yu auch nur irgendwie zu beschwatzen!“, mischte sich nun Kenta ein. „Er ist unser Freund und nicht so blöd, dass er auf deine vorgespielte Nettigkeit hereinzufallen würde!“
„Genau!“ Ziemlich beleidigt schaute er zum Bildschirm. „Mit so einer doofen Kuh von der GBCA will ich nichts zu tun haben!“
„Ach, bist du dir da wirklich so sicher?“ Hibiki begann leise zu kichern. „Immerhin hattest du damals wohl auch kein Problem damit, für die Dark Nebula zu kämpfen.“ Das Mädchen schien es zu genießen, die ausdruckslosen Gesichter aller im Besprechungsraum Anwesenden zu betrachten. Ein hinterhältiges Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus und ihre hellgrauen Augen funkelten geradezu. „Komm schon, Yu Tendo … Immerhin sind wir uns doch mehr oder weniger ähnlich. Wir kommen aus viel besseren Familien als all diese anderen Leute … Wir sind etwas Besonderes!“

„Halt endlich deine Schnauze, du falsche Schlange!“ Altair hatte genug gehört. Während Yu beinahe die Tränen in die Augen kamen, schritt er sofort mutig ein. „Es ist mir egal, ob mich diese Angelegenheiten etwas angehen oder nicht … Aber das, was du da von dir gibst, ist doch einfach nur das Letzte!“ Er begann, die Japanerin geradezu zu hassen. „Es ist niemand besser, nur weil er zu einer bestimmten Familie gehört! Und man sucht sich ja auch wohl kaum aus, in welche Verhältnisse man hineingeboren wird!“ Der Schwarzhaarige ballte wütend die Hände zu Fäusten, dachte an seine eigene Familie zurück. „Ihr seid doch alle gleich … Nur, weil ihr ein bisschen mehr Geld habt, seid ihr noch lange keine Götter oder Dergleichen!“
„Altair …“ Dankbar blickte Yu zu dem neuen Verbündeten und fühlte sich auch durch seine Freunde schnell bestärkt.
„Genau, was fällt dir eigentlich ein?!“ Tsubasa verteidigte seinen Freund ebenfalls. „Außerdem haben Yus Eltern sich im Gegensatz zu deiner Familie noch nichts zuschulden kommen lassen. Also hör sofort damit auf, ihm irgendwelche Unwahrheiten einreden zu wollen!“
„Ach, ihr von der WBBA seid ja schon beinahe niedlich“, feixte Hibiki nun verachtend. „Ein widerliches Pack seid ihr, einfach nur ekelhaft.“ Sie schüttelte mit dem Kopf und schien ihren eher lausigen Plan, Yu zu ihren Gunsten auf die Seite der GBCA ziehen zu wollen, aufzugeben. Stattdessen schaute sie noch einmal hasserfüllt zu Daisuke. „Aber eines will ich noch gesagt haben … Du und deine kleine Verräterin werdet es noch bereuen, euch gegen die Aono-Familie gewandt zu haben und nun gegen die GBCA vorzugehen, verlasst euch darauf! Notfalls werde ich mich höchstpersönlich mit meinem Night Centaur um euch kümmern!“ Zum Abschluss begann Hibiki schrill aufzulachen, woraufhin alle Anwesenden sich die Ohren zuhalten mussten.
„Verdammt, wie stellt man das ab?!“, fragte Altair mit beinahe schmerzverzerrtem Gesichtsausdruck.
„Ihre Lache ist ja noch ätzender als ihre Persönlichkeit!“ Auch Kenta und den anderen fiel es schwer, diese Qual durchzustehen. Sogar die Fensterscheiben des Besprechungsraums vibrierten etwas, doch zum Glück zersprang das Glas nicht.

„Damit sollte unsere Botschaft erfüllt sein …“ Sogar Doktor Ziggurat und viele andere Anhänger der GBCA schienen Ohrenschmerzen von Hibikis Lachen zu bekommen. Alle außer Reiji und Damian rieben sich die Ohren, doch diesen beiden Bladern schien es nichts ausgemacht zu haben. Aber diese Ausnahmen waren ja ohnehin nicht ganz normal. „Dann wird man doch schon hoffentlich sehr bald wieder das Vergnügen miteinander haben …“
„Halt, nicht so schnell!“, rief Daisuke noch, doch es war zu spät. Die Verbindung wurde unterbrochen und der große Monitor flimmerte nur noch grau. „Fuck!“
„Was … was sollte das nur bedeuten …?“ Ratlos schaute Madoka zu ihren Freunden. „Was wollten sie damit nur bezwecken?“
„Das ist doch einfach …“ Tsubasa biss sich auf die Unterlippe. „Dieser Alexander Nabokov will sich über uns lustig machen!“ Er ballte die Hände zu Fäusten und wand sich an Daisuke. „Los, wir werden Asuka nachgehen und gucken, wo der Direktor bleibt. Das dauert doch alles viel zu lange!“
„Ganz deiner Meinung, Kumpel!“ Auch Daisuke war noch dieser Schmach selbstverständlich alles andere als gut gelaunt und schritt sofort mit dem anderen Agenten in Richtung Tür.
„Halt, ich möchte mit!“ Yu sprang, nachdem er sich von dieser kleinen Bedrängung seitens Hibiki etwas erholt hatte, sofort auf und wollte hinterherlaufen, doch Tsubasa wusste dies zu verhindern.
„Du bleibst gefälligst mit den anderen hier, hast du mich verstanden …?“ Yu erschrak bei den ziemlich streng ausgesprochenen Worten seines Freundes. Dieser bemerkte jedoch schnell von selbst, dass er etwas überreagierte. Yu und die anderen konnten schließlich nichts für das soeben stattgefundene Ereignis. „Es … es tut mir leid. Ich möchte aber, dass ihr alle hier wartet. Versteht mich bitte nicht falsch, aber …“
„S-schon okay.“ Yu schluckte kurz, doch spielte allen anderen trotzdem ein Lächeln vor. „Dann bringt endlich mal den alten Phoenix her. Nicht, dass der noch wirklich ins Klo gefallen ist … Wenn, dann viel Spaß beim Rausfischen!“
„Okay, Kleiner!“ Daisuke konnte wieder ein wenig Lachen, während Tsubasa nur entschuldigend zu Yu und den anderen schaute. Zusammen machten die beiden Agenten sich auf den Weg durch das Hauptquartier, während der Rest auf ihre gemeinsame Rückkehr mit dem Direktor wartete.

Yu bekam gar nicht wirklich mit, wie die anderen wieder eine Diskussion begannen, welche von Altair ausging. Er nahm ein wenig abseits wieder Platz und seufzte unhörbar. Etwas traurig blickte er zu Boden. Der Junge fühlte sich schlecht wegen dem, was Hibiki gesagt hatte. Immerhin war es ein fataler Fehler gewesen, sich damals der Dark Nebula anzuschließen … Was hatte er sich damals nur dabei gedacht? Gar nichts, wenn man es ganz genau nahm.
Yu hatte immer alles bekommen, was er sich gewünscht hat. Zumindest, was das Materielle anging. Seine Eltern waren immens erfolgreiche Geschäftsleute und als ihr einziges Kind wurde er immer verwöhnt bis zum geht nicht mehr. Das lag vermutlich nicht nur daran, dass das nötige Kleingeld eben immer da war, sondern wohl auch als versuchter Ausgleich. Yus Eltern waren nämlich immer geradezu mit ihrer Arbeit beschäftigt und hatten oft keine Zeit für ihn. Sie waren zwar immer gut zu ihrem Sohn, doch oft fühlte er sich ziemlich einsam. Das war wohl auch der Grund, warum er damals bei Dojis Plänen mitmischte … Er wollte einfach aus dieser langweiligen Einöde entfliehen und unter anderen Bladern sein.
Wenn Yu daran zurückdachte, schämte er sich geradezu. Doch selbst ein kleiner Junge wie er wusste, dass man die Vergangenheit nicht ändern konnte. Stattdessen überlegte er sich, wie er alles zum Guten wenden könnte … Und musste wieder an Tsubasa denken, welcher im Laufe der Zeit so etwas wie sein Vorbild geworden war. Manchmal wünschte er sich, er wäre kein Einzelkind und hätte stattdessen einen großen Bruder wie ihn. Darauf beruhte auch sein Wunsch, viel Zeit mit ihm zu verbringen und wieder einmal stieg der Wunsch in ihm auf, zusammen mit Tsubasa so etwas wie Aufträge erledigen zu dürfen … Und plötzlich fiel es Yu wie Schuppen vor die Augen.
»Das ist es …!« Plötzlich wich die traurige Miene in Yus Gesicht einem strahlenden Lächeln. »Ich muss nur ein Agent der WBBA werden, genauso wie Tsubasa! Dann können wir viel öfter zusammen beybladen und Spaß haben … Er und alle anderen wären bestimmt total stolz auf mich …!«

Kommentare

Bild des Benutzers Meakuel

Kenta kennt Altair schon zu gut, als dass er ihn reden ließe...

Altair, keine Ahnung von nix, aber stänkern! =D

Oh, Vorstellungsrunde. Was das Mädel wohl mit Daisuke und den anderen am Hut hat? Ob sie vielleicht sogar die Einbrecherin ist? Aber dann hätte sie wohl Altair angeschnauzt.

Okay, sie ist einfach nur bekloppt 0=D

Der Direktor lässt wirklich auf sich warten und Asuka. Hat Hibaka wohl sie gemeint mit „Verräterin“? Was wohl bei Hikaru passiert. Ich bin gespannt.

Gerade, weil ich wohl Metal nicht gesehen habe, habe ich etwas gebraucht, um in die Geschichte reinzufinden, aber dann konnte ich gar nicht mehr aufhören zu lesen. Lustig und spannend finde ich die Lektüre. Auch Altair hab ich ins Herz geschlossen. Damit habe ich nicht gerechnet. xD

Bild des Benutzers Monoceros

Ja, wer würde das schon tun ...?^^°

So was von! Aber genau genommen hat er ja Recht mit dem, was er sagt. Zumindest in diesem Kapitel mal xD

Ja, dann hätte sie bestimmt noch Altair dumm angemacht, dass sie ihren Schuh gestohlen hat xD Aber ich denke, es sollte klar sein, dass Hibiki es nicht ist. Zu weite Entfernung, die sie in der kurzen Zeit nur schwer hätte zurücklegen könnte. Und in vielen Fällen ein Charakter, der eher labert als wirklich was zu machen^^°
Jo, das trifft es gut xD
Ah! Wie schön, dass es mal wem direkt auffällt!^^ Sei gespannt darauf, wie das gemeint ist ;)

So, jetzt bin ich ja soweit durch. Ich freue mich wirklich total, dass du meine FF liest, auch wenn du die Metal Saga nicht gesehen hast. Ich sehe es mal als Kompliment an, dich dann trotzdem hieran gewagt zu haben *-*
Also wenn du mal was nicht verstehst, kannste auch gerne fragen. Es gibt ja durchaus Stellen, wo ich mich aufs Canon beziehe und wird es immer mal wieder geben.
Lektüre? Wow ... Irgendwie fühle mich mich gerade geehrt Q.Q Und ja, Altair ist so ein liebenswerter Idiot, ich mag ihn auch sehr <3

Auf jeden Fall danke für deine ganzen lieben Kommentare! Ich gestehe, im ersten Moment war ich jetzt schon etwas erschlagen, aber ich freue mich auf jeden Fall sehr über die Rückmeldung. Dann will ich doch mal gucken, dass noch ein paar mehr Kapitel hier auf beyfiction landen. Wer weiß, vielleicht kommt das nächste ja heute noch? x3