Majestics RPG

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Die Rufe der Fans hallten von den Rängen wieder.
Laute Jubelschreie hetzten die Atmosphäre auf, und ließen jedes Sportlerherz höher schlagen. Es war nur noch ein gegnerisches Team übrig, bevor der wohlverdiente Sieg eingeholt war.
Aber sie waren im Vorteil.
In den vertrauten Mauern des Olympiastadions hatten Sie bereits einige  Kämpfe gewonnen, und es würde nicht ihr Letzter sein.
Die Zustimmung der Fans ließ keinen Zweifel offen, dass sie heute Abend als Gewinner nach Hause fahren würden.
Und ihre Gegner waren unbekannte Neulinge, Frischfleisch.
Irgendein irrelevantes Duo, welches sich durch Zufall und mehr Glück als Geschick nach oben durch gewunden hatte. Es wäre ein wirklicher Verlust von Stolz und Ehre, würden Sie gegen solche Anfänger verlieren.
Johnny betrat unter den hysterischen Aufschreien seiner Anhänger, zusammen mit seinen Teamkameraden, die Arena. Das würde schnell gehen, und nicht weh tun, nicht für sie.
"Wie siehts aus, Leute? Wer von uns darf sich zuerst den Spaß gönnen?"
lachte er und verschränkte die Arme vor der Brust.

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Lissi zupfte nervös vorn an ihrem Pullover. Jetzt war es soweit.
Wochen, Monate, Anstrengung und Schweiß.
Das alles war für diesen Moment.
Sie hatten so hart trainiert, sie mussten einfach gewinnen!
Aber was wenn nicht? Was wenn alles umsonst war? Was wenn sie verlieren würden, und alles wäre vorbei?
Der bloße Gedanke daran ließ ihr Herz sich verkrampfen.
Das dürfte nicht passieren!
Sie sah hinüber zu ihrer Kameradin und suchte nach Zuversicht in ihrem Blick. Mina war eine zuverlässige Person und eine wahre Freundin.
Sie hatten einen gemeinsamen Weg, den sie bis hierher gegangen waren.
Die große Weltmeisterschaft!
Zweifel machten sich in Lissi breit.
War das vielleicht alles eine Nummer zu groß? Noch vor ein paar Monaten hatte sie nicht einmal einen Starter halten können. Und nun waren sie bei der Europameisterschaft soweit vorangeschritten, dass es kein zurück mehr gab. Sie atmete einmal tief ein, hielt die Luft kurz an und ließ sie dann wieder entweichen.
Irgendwie ... würde das vielleicht was werden.

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Skeptisch zog Robert die Brauen nach oben. Johnny schien den Kampf auf die leichte Schulter zu nehmen, seinen Gegner zu unterschätzen. Dann wiederum war genau das zu erwarten gewesen. Der Gladiator von Glasgow neigte zur Selbstüberschätzung. Robert fuhr sich nachdenklich mit einer Hand über das Kinn.
Sie hatten ursprünglich fest damit gerechnet im Finale gegen die F-Dynasty oder Barthez' Batallion anzutreten. Stattdessen standen sie hier zwei Newcomern gegenüber. Gerade dass sie so wenig über sie wussten, machte sie gefährlich. Er hatte ihren Kampf gegen Raul und Julia Fernandez gesehen. Sie hatten die Geschwister in einem harten Match besiegt, und das mit einer Souveränität, die er Neulingen nicht zugetraut hätte.
Nein, es war ein Fehler die beiden zu unterschätzen. Doch wer sollte am besten gegen sie antreten? Er hatte sich so viele Gedanken über ihre Teamaufstellungen gemacht, aber die beiden Mädchen waren als ernsthafte Gegner nicht darin vorgekommen.
Enrico wäre eine schlechte Wahl für den Kampf. Er reagierte zu sehr auf die weiblichen Reize - nicht dass er in der Aussicht auf ein mögliches Date seine Konzentration vernachlässigte.
Johnny wiederum unterschätzte den Gegner. Eine Schwäche, die aber eine große Stärke werden würde, sobald er seinen Fehler bemerkte.
Oliver hingegen war bedachter und konnte seine Gegner gut einschätzen. Dann wiederum waren Oliver und Johnny kein gutes Team, die beiden kamen sich oft in die Quere.
Bedachte man, dass ihre Ehre auf dem Spiel stand, wäre es vermutlich am besten, wenn er sich selbst dem Match stellte. Immerhin war er der Teamcaptain und der beste Beyblader im Team.
Er bemerkte die Blicke, die ungeduldig auf ihm lagen und spürte die gespannte Atmosphäre in der Arena.
"Die Entscheidung fällt mir nicht leicht", gab er zu.

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Nun standen sie also hier und hatten allen gezeigt, dass sie eben doch fähige Beyblader waren. Noch viel zu gut hörte sie das Gelächter der Leute, als sie vor ein paar Monaten von ihren Plänen erzählt hatte, mit Elisabeth zusammen an den Meisterschaften teilzunehmen. Sie hatten sich getäuscht.
Langsam wurde Mina unruhig, als die Majestics, die sie bisher immer nur als ferne Vorbilder empfunden hatte, bei ihrer Teambank standen und keine Anstalten machten, ein Zweierteam auszuwählen, das gegen sie antreten sollte.
Mit einem Grinsen wandte sie sich an ihre Freundin Lizzy: "vielleicht sollten wir uns auch mal Gedanken um unsere Teamaufstellung machen. Ich könnte ja diese Runde mal aussetzen!"
Lizzy war ihre Nervosität viel zu deutlich anzusehen.
"Wir sind so weit gekommen, Lizzy. Da werden wir die Majestics jetzt auch noch besiegen, um uns den Weg in die Weltmeisterschaft zu sichern!", sie zögerte einen Moment und knabberte unruhig auf ihrer Lippe, "ich meine, wir haben die Barthez Batallion besiegt und die haben die Majestics auch schon fertig gemacht. Ja, die Majestics sind super stark und haben mächtige Bitbeasts und glänzen durch ihre Technik, aber..."
Mina hielt einen Moment Inne, dachte nach und ließ ihren Blick zu ihren Gegnern schweifen.
"Okay, jetzt werde ich selbst nervös. Ich glaube wir haben noch nie vor so einem großen Publikum gebladet. Mir wird schlecht."

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"...aber?" fragte Johnny ungeduldig nach.
Das wiederum ganz zum Vergnügen von Enrique, der bereits kicherte.
"Kannste es'e wohl gar nicht'e erwarten, eh John'e?"
Er ignorierte den Italiener und hörte stattdessen mit Begeisterung,
dass er und Robert höchst persönlich sich die Ehre geben würden.
Endlich etwas Action!
Sein letztes Match war bereits 2 Tage her, und es juckte ihm in den Fingern einen Gegner aus dem Ring zu werfen.
Zwar empfand er es als leicht ungünstig, dass ausgerechnet Rob mit ihm kämpfen würde, doch auch das wäre kein wirkliches Problem für ihn.
Normaler Weise musste dieser nämlich immer als John's Lieblingskontrahent her halten, da ihm niemand sonst das Wasser reichen konnte. Nun mit ihm zusammen zu kämpfen bedeutete er durfte sich neben ihm keine Blöße geben, aber das würde nicht passieren.
Salamalyon würde diese Neulinge in Null-Komma-Nichts zerstören und dann wären sie bereits nächste Woche auf dem Weg zu den World Championships!
Endlich hatten die Majestics ihre wohlverdiente Chance der ganzen Welt zu zeigen, wie gut sie waren. DAS sie gut waren.
Bisher hatte niemand Notiz vo Team der EU genommen, da es erst seit 2 Jahren bestand.
Zuvor waren Teamkämpfe mit diesen 3 Individuen für Johnny unvorstellbar gewesen, doch hatte sie ein gefräßiger Japaner darauf aufmerksam gemacht, was es hieß Glück gemeinsam zu teilen.
Sie waren an sich gewachsen, und oft über sich hinaus gegangen.
Es war an der Zeit der ganzen Welt die Stirn zu bieten!
Die ultimative Probe, für ihr noch junges Team.
Johnny ließ den Blick erfreut ein weiteres Mal auf die beiden offensichtlich nervösen Anfänger schweifen.
Das hier, wäre zumindest kein Hindernis für sie, dachte er sich und stolzierte siegessicher und mit stolzgefüllter Brust neben Robert in Richtung Arena.

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Lissy hörte neben sich dumpf im Unterbewusstsein die gut gemeinten, aber leicht fehlgeschlagenen Worte ihrer Freundin.
Es war nicht gerade eine Aufmunterung zu hören, dass diese unbesiegt waren, und dass sich Mina ebenfalls der Magen umdrehte.
Nachdem Lissy ein weiteres Mal Luft geholt hatte, zwang sie ihr Gehirn dazu auf Leerlauf zu stellen.
Ändern konnten sie ja jetzt auch nichts mehr.
Im schlimmsten Fall... gewannen sie vielleicht. Beim Gedanken an einen versehentlichen Sieg, musste sie wiederum leicht schmunzeln.
Das fühlte sich schon besser an.
Einfach machen, nicht nachdenken.
Das war zwar das komplette Gegenteil von Lissy's Leitsatz und Lebenseinstellung, aber es gehörte in solchen Momenten einfach dazu.
Ihre Beine lösten sich aus der gefühlt stahlschweren Starre und bewegten sich vorsichtig aber zielstrebig zum Plateau fort.
"Und los." Murmelte sie in Mina's Richtung und hoffte, dass ihr diese folgte ohne sich zu übergeben. Auch sie versuchte ihren Bauch zu ignorieren der gerade Achterbahn zu spielen schien.
Das Geschrei der Fans wurde lauter, als diese bemerkten, dass sich unten etwas tat. Ein Gewitter aus grellen Kamerablitzen und Scheinwerfern machte Lissy fast blind und sie orientierte sich am Fußboden um nicht hin zu fallen.
Die 3 Stufen zur Bey-arena kamen ihr wie die schwierigsten auf dieser Welt vor.
Als sie endlich oben angekommen waren, musste sie sich zwingen irgendwo hin zu starren.
Irgendwo, aber nicht in Richtung der Majestics, die nun ihre unwiederuflichen Gegner waren, wo sie doch früher so für sie geschwärmt hatte. Was für ein merkwürdiger Lauf der Dinge.

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Ein Blick auf Johnnys ganze Haltung verriet ihm, wie siegessicher sich der Schotte war. Er unterschätzte ihre Gegner enorm. Immerhin zeigte ihm das, dass seine Auswahl für den Kampf die richtige war. Hätte er Enrico oder Oliver gemeinsam mit Johnny in den Kampf gegeben, wäre er schnell unvorsichtig geworden und hätte sich dadurch eine Blöße gegeben. Wenn Johnny mit ihm gemeinsam bladete, hätte er zumindest einen gewissen Anreiz auch zusammen zu reißen.
Robert warf ihren Gegnern einen berechnenden Blick zu. Die beiden Mädchen wirkten etwas unruhig, Schienen jedoch darum bemüht, es sich nicht anmerken zu lassen. Er konnte einen Hauch von Ehrfurcht und Bewunderung in ihren Augen erkennen und seine Miene verdüsterte sich ein wenig.
DJ Jazzman war gerade dabei die Menge anzustacheln, deren begeisterte Rufe das Stadion erfüllten, und präsentierte Ihnen die Arena, in der sie das Finale austragen würden: auf einer Grünfläche stand eine weitläufige Hochhaus-Konstruktion, die ihn selbst gut einen halben Meter überragte. Die Stockwerke waren offen und bestanden nur aus Metall- und Holzträgern, sodass man durch die Konstruktion hindurch blicken konnte. Sie besaß acht Stockwerke, die über Rampen, schmale Buchten und Seile, sowie über kleine Lifte zu erreichen waren.
Eine knifflige Herausforderung. Aber immerhin war das hier das Finale - und die Leute wollten eine Show geboten bekommen.
Allerdings war er sich sicher, dass am Ende des Kampfes nicht mehr viel von diesem Kunstwerk übrig sein würde.

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Mina atmete noch einmal tief durch, als sie die Majestics vor sich stehen sah. Robert war größer als erwartet, kein Wunder, dass Johnny im Fernsehen neben ihm immer so klein wirkte. Beide strahlten diese wunderbare Selbstüberzeugung und Unnahbarkeit aus, wie es eben nur reiche und berühmte Schnösel konnten - Mina war hin- und hergerissen, ob sie das anziehend oder doch eher abstoßend finden sollte.
Sie fuhr sich mit einer Hand durch ihr kurzes Haar, um ihre Gedanken zu ordnen. Sie war aufgeregt, sie wusste, wie viel an diesem Bexblade-Match lag. Je nachdem wie sie sich schlugen, würden sie entweder gefeiert werden - oder sich absolut bloßstellen. Das letzte, was Mina wollte, war, sich in aller Öffentlichkeit zu blamieren.
Sie biss sich auf die Unterlippe.
Sie standen nun hier. Das konnte sie nicht ändern. Die einzige Möglichkeit, die ihr blieb, war das beste aus der Situation zu machen. Sie musste ihr Bestes geben, denn sie wusste, dass sie es niemals ertragen könnte, wenn sie beide zum Gespött der Leute werden würden, weil sie von den Majestics einfach platt gemacht worden waren.
Ihr Blick wurde ernst, ihre volle Konzentration lag auf der Arena vor ihr. Sie versuchte sich die Konstruktion ganz genau einzuprägen.

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Er ließ ein herablassendes Schnauben hören, während er seinen Bey in den Starter einrasten ließ.
Die Startschnur schob er mit einer flüssigen und nur allzu oft vollzogenen Handbewegung in die Öffnung.
Lässig ruderte er die Schultern nach hinten und begab sich dann in Startposition.
Wie einfach, wie banal. Das wäre sicherlich gleich vorbei.
Er schmiedete einen oberflächlichen Plan in seinem Kopf und ließ das Bau-Konstrukt auf sich wirken. Am schnellsten würde es gehen, wenn er einfach mit voller Kraft von Anfang an auf die beiden einprügeln würde.
Also gut.
Die Muskulatur in seinem rechten Arm spannte sich an, er schob die Schulter leicht vor. Unter seinem Bandana und den fuchsigen Augenbrauen sah er zu Mina hinüber.
Hübsches kleines Ding.
Nur zu schade, dass sie sich hier im Ring begegneten. Er würde nicht zimperlich mit ihr umgehen, oder Gnade walten lassen. Aber vielleicht würde er sie im Anschluss mit ein paar stichelnden Worten aufziehen, um ein für alle mal klar zu stellen das Anfänger hier nichts zu suchen hatten!
Pah!
DJ: "3,..."
 //hier//
DJ: "2,..."
//in der Finalrunde//
DJ: "1, ..."
//Mädchen! No go!//
DJ:" LET IT RIIIP!"
Johnny riss mit aller Macht an seiner Schnur und beschleunigte seinen Bey auf ein Maximum an Geschwindigkeit!
Salamalyon flog mit Wucht in die Arena und hinterließ von der ersten Sekunde an eine Spur der Verwüstung.

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Lissy betrachtete für einen Moment Athene in ihren Händen.
Die weiße Schneeeule funkelte leicht im Schein der Blitzgewitter, und ihre sanftmütigen grünen Augen starrten erwartungsvoll zu ihr auf.
Nur durch ihr BitBeast war sie bis hier her gekommen.
Ihr treuer Trabant hatte sie nie im Stich gelassen wenn es darauf angekommen war, und sie würde sicherlich nicht jetzt damit anfangen.
Mit einem letzten tiefen Atemzug führte Lis sich den nötigen Sauerstoff zu, um klar denken zu können. Sie ließ die Halterung zuschnappen und befestigte ihre Startschnur.
Dadurch, dass sie eine leichte Drehung aus der Hüfte beim Start vollzog, stellte sie sich leicht seitlich mit dem linken Bein nach vorn zur Arena.
Ihr ganzer Körper stand unter Anspannung, der Blick fest auf die Gebäude fixiert.
Wenn sie es schaffen würden die beiden Gegner die Gebäude hinauf zu scheuchen, dann würden sie durch den Anstieg einiges an Geschwindigkeit und Kraft verlieren.
Vielleicht wäre das ein guter Plan um für Chancengleichheit zu sorgen.
Athene war sehr flink und glänzte vor allem durch ihre kleine Größe und Wendigkeit.
In einem dermaßen zugebauten Gelände war dies von Vorteil, dachte sie sich und lauschte DJ's Ansage.
"3, ... 2, ... 1, ... LET IT RIIIP"
Lissy zog mit ganzer Kraft an ihrer Reißleine und beförderte ihr Bey im Eiltempo in die Arena. Ein kurzer Ton vor Anstrengung entwich ihrer Kehle, aber das war unter dem tosenden Lärm der Zuschauer wahrscheinlich nicht war zu nehmen.
Volle Konzentration, jetzt hieß es gutes Teamwork mit Mina zu beweisen!

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Er würde bestimmt nicht den Fehler machen unüberlegt nach vorne zu preschen und sich damit eine Blöße geben. Ein Überblick über die Lage und die Arena waren für einen Sieg genauso essentiell wie seinen Gegner gut einzuschätzen. Er hatte die beiden Mädchen zwar bereits einmal in Aktion gesehen, aber bei weitem noch nicht genügend Informationen über sie, um sich einer Strategie für das Match vollkommen sicher zu sein.
Er studierte ihre Bewegung beim Start der Beyblades möglichst exakt, ebenso die Art, wie sie in den Kampf starteten. Sie bildeten eine sichere Einheit, schienen genau aufeinander eingespielt zu sein. Das war gefährlich- gerade weil sich sein eigenes Team viel zu sehr durch ihre individuellen Stile und Zwiste auszeichnete. Sie waren besser geworden, aber Teamwork und blindes Vertrauen ließ sich nicht von heute auf morgen herstellen. Es war etwas, an dem sie nach wie vor arbeiteten.
Robert setzte gerade zu einem anfänglichen Rückzug an, um dem gegnerischen Team den ersten Angriff zu überlassen, als er entsetzt feststellen musste, dass Johnny genau das Gegenteil plante: Salamalyon zog eine Schneise der Verwüstung durch die Arena und hielt genau auf die beiden Blades zu.
Robert hatte nicht einmal die Gelegenheit, Johnny einen vorwurfsvollen Blick zu zu werfen, als der Kampf auch schon erbarmungslos seinen Anfang fand.

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Immerhin gab es eine Sache, die sie gut konnte. In dem Moment, in dem sie sich bewusst machte, dass es nun zählte, dass sie sich Zweifel nicht leisten konnte und dass sie nun mit der gegebenen Situation auf beste Weise umgehen müsste, waren alle Unsicherheiten wie weggeblasen.
Als ihr Blade in der Arena landete, war sie sofort mit voller Konzentration bei der Sache. Elisabeths Beyblade landete ganz in der Nähe von Bastet, die bereits in freudiger Erwartung auf den Kampf hin- und herkreiselte. Sie liebte die Herausforderung und dem Match fieberte sie sichtlich entgegen - ein kräftemessen  mit herausragenden Beybladern und Bitbeasts. Mina wünschte sich, sie könnte diese Freude teilen und ihre Anspannung etwas ablegen.
Aber sie war hier, um zu gewinnen. Und das würden sie auch.
Sie suchte kurz den Blickkontakt zu Elisabeth und nickte ihr zu. Sie war bereit für den Fight.
Sie war niemand, der übereilt handelte und nur aus dem Bauch heraus entschied, aber sie war auch niemand die stur einer Strategie folgte. Sie hoffte, dass sich das als nützlich erweisen würde.
Die Blades waren kaum gelandet, als Mina im Augenwinkel etwas aufblitzen sah. Salamalyon hielt direkt auf sie zu. Da war ein kurzer Augenblick der Verblüffung. Dann legte sich ein Lächeln auf ihre Lippen. Das spielte Bastet perfekt in die Hand, die Katze liebte es, mit ihrer Beute zu spielen. Und ein kleiner Salamander war eine willkommene Beute.
Galant setzte Bastet zum Ausweichen an, nutzte den Schwung, um das Beyblade zu umkreisen, ihm den Weg abzuschneiden.

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Bastet, der Blade des kurzhaarigen süßen Mädchens, bewegte sich ungeduldig hin und her.
Na gut, wenn sie es unbedingt wollte!
Mit aller Wucht prallte Salamalyon gegen Bastet. Bei dem Zusammenstoß entstand eine solche extensive Energiewelle, dass kleinere Gesteinsbrocken und Gerüstteile barsten oder Sprünge bekamen.
Johnny hob die Arme vors Gesicht um keinen Staub in die Augen zu bekommen.
Man konnte auch durch die Schwaden aus Geröll das eiserne Klirren der Blades hören, und wie sie sich gegenseitig ineinander verkeilten.
Funken sprühten deutlich mehr als John je in einem Kampf gesehen hatte.
//Verdammt, die ist wirklich standhaft!!//
Er knirschte mit den Zähnen während er versuchte seine Energie komplett auf seinen Bey zu konzentrieren.

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Dadurch, dass Johnny ihr mit seiner
Hals-über-Kopf-Aktion einen Strich durch die Rechnung machte, musste Lissy ihren Plan leicht ändern.
Gut.
Wenn er sich auf Mina zu konzentrieren schien, konnte sie die Zeit nutzen um Robert in Schach zu halten.
Lis warf Athene einen schnellen Blick von der Seite zu, und diese verstand sofort.
Mit einer schnellen Bewegung manövrierte sich die Eule zwischen dem Baugerüst hindurch.
Bei Griffolyon angekommen schoss sie auch schon auf ihn zu, im Versuch ihn in die entgegen gesetzte Richtung zu treiben.
Hinter ihm ragte das nächste Stahlgerüst empor und ein Holzbalken war als Aufstieg platziert worden.
Das war ihr Ziel.
Elisabeth warf einen prüfenden Blick auf Robert, welcher bis jetzt sehr ruhig und gefasst auf sie gewirkt hatte.
Seine ernsten kastanienbraunen Augen waren auf seinen Blade gerichtet.
Er hatte komplett entspannte Gesichtszüge, kein Muskel war verkrampft, keine Anspannung zu sehen.
Lediglich seine Augenbrauen waren mittels Denkprozess leicht zusammen gezogen.

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Während er nach außen hin ruhig wirkte, überschlugen sich in ihm seine Gedanken. Er versuchte alles, was er wahrnahm, in seine Strategie einfließen zu lassen. Hätte Johnny nicht so vorschnell gehandelt, hätten sie in aller Ruhe die Fähigkeiten der Mädchen austesten können. Aber so...
Elisabeths Beyblade raste gerade auf Griffolyon zu, es war nicht zu übersehen, dass sie versuchte, ihn von Johnny wegzudrängen. Gut, das würde kein Problem darstellen. Johnny und er waren eher Einzelkämpfer, als Teamkämpfer. Nur warum sollten die beiden Mädchen ihren Vorteil aufgeben, um sie - statt gemeinsam - alleine anzugreifen? Das wäre dumm.
Dann wiederum kannte er seine Gegner nicht gut genug, um sich sicher zu sein, dass es nicht vielleicht doch eine Finte war.
Inzwischen war das Mädchen dabei, ihn immer weiter in Richtung des Stahlgerüsts zu drängen. Es wäre für ihn durchaus möglich gewesen, ihr auszuweichen und ihr entgegenzuhalten. Doch es war besser, wenn man dem Gegner das Gefühl gab, dass er die Kontrolle hätte.
Zum einen würde ihm das einen Einblick in ihre Fähigkeiten geben, zum anderen würde sie ihn so unterschätzen, wenn er zu einem tatsächlichen Angriff ansetzte.
Geduldig und mit ausdrucksloser Miene folgte er dem Geschehen und ließ keinen Moment der Unachtsamkeit zu.

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Ihr Kontrahent Johnny war sehr direkt und bemühte sich darum, ihr mit heftigen Attacken zuzusetzen. Aber Johnnys Kampfstil machte ihr keine Angst. Bastet war eine Katze - wenn sie etwas reizte, dann eine Beute, die sich bewegte, die ihrem Spiel- und Jagdinstinkt entsprach. Nun gut, vielleicht war die Gegenwehr tatsächlich eine Spur heftiger, als Bastet es gewohnt war. Johnny und Salamalyon waren durchaus eine große Herausforderung. Die größte bisher.
Aber wenn sie das bisher gehemmt hätte, wäre sie niemals so weit gekommen.
Hatte sie bisher Salamalyons Attacken pariert, nutzte sie nun Bastets Wendigkeit um den Angriffen knapp auszuweichen. Sie merkte, dass Johnny nur noch schwerlich Treffer landen konnte und grinste. Sie konnte sich zu gut vorstellen, wie sehr es ihn nervte. Und sie genoss es.
Salamalyon und Johnny würden sich auf diese Art sicherlich bald ausgepowert haben.
Und dann wäre es an der Zeit für einen ernsthaften Angriff ihrer Seite.
Es klang zu schön, um wahr zu sein.
Aber ihr war bewusst, dass es sicherlich noch einen Haken an der Sache gab.
Johnny spielte auf absoluten Profi-Niveau. Sie durfte ihn nicht unterschätzen.

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Mit wachsender Ungeduld verfolgte Johnny die Ausweichmanöver seiner Gegnerin. Ihr Bey war nun auf seine unbarmherzige Angriffstaktik vorbereitet.
Gut.
Dann war es jetzt an der Zeit andere Seiten aufzuziehen.
Salamalyon wartete, bis Bastet ihm ein weiteres Mal auswich.
Kaum war sie ihm zur Seite entflohen, wechselte er in die komplett gegenteilige Richtung. Er holte zu einem langen Bogen aus und nahm nun die Verfolgung auf.
Das wiederum gab Johnny Zeit zum überlegen.
Er hatte Glück, dass die beiden sie nicht zu zweit angriffen. Indem er sich in aller Ruhe auf Mina und ihr Biest von einer Katze konzentrieren konnte, war es einfacher sich nicht mit Robert in die Wolle zu kommen.
Wenn Griffolyon in seiner Nähe kämpfte, gerieten sie weit öfter aneinander als ihm lieb war.
Er konnte nur hoffen, dass dich Elisabeth weiterhin am anderen Ende der Arena aufhielt.

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Sie beobachtete wie Athene Griffolyon durch die Arena drängte und langsam ihrem Ziel näher kam.
Robert selbst wirkte noch immer sehr gelassen.
Kein Wunder!
Lissy kannte seine Kämpfe, wusste wie stark er war. Um so mehr verblüffte es sie, dass er bis jetzt mitgespielt hatte.
Bei seinem Können hätte er Athene schon längst selbst angreifen und schnell zum Problem werden können.
Doch er tat es nicht.
Stattdessen ließ er, Europas Meister, sich von ihr durch die Gegend schieben.
Es war von daher relativ offensichtlich, dass er was im Schilde führte, nur was wusste Lis nicht so genau.
Wollte er ihre Fähigkeiten testen?
Oder hatte er seine eigenen Pläne mit Athene auf dem Gerüst?
Während Elisabeth darüber nachdachte, den Blick auf die beiden Blades gerichtet, waren eben diese bereits auf dem Gerüst angekommen.
Gut. Sie überdachte kurz ihre Strategie.
Athene war recht klein und wendig, sie hatte keine großen Schwierigkeiten sich auf dem schmalen Brettern zu bewegen.
Vielleicht war es am praktischsten auf einen unachtsamen Moment zu warten,
um Griffolyon durch seine Größe zu Fall zu bringen.
Das würde allerdings schwieriger werden als gedacht, da Rob seinen Bey nicht aus den Augen ließ.

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Inzwischen langweilte ihn das Spiel ein wenig. Er hatte gehofft, wenn er sich seiner Gegnerin Elisabeth fügte, würde sie ihm einen Einblick in ihre Technik bieten. Doch er wurde enttäuscht.
Entweder hatte sie seinen Plan durchschaut, oder aber - was er nicht glauben wollte - es gab nichts, was sie zur Schau stellen konnte. So oder so, es war an der Zeit, diesem Trauerspiel ein Ende zu bereiten und seine Gegnerin dazu zu zwingen, sich zu offenbaren. Sich weiter hin- und herschieben zu lassen, hatte keinen Sinn.
Konzentriert besah er sich die Baukonstruktion, analysierte die Art, wie Elisabeth ihr Beyblade kreiseln ließ, und fasste einen Plan.
Er brach aus.
Griffolyon raste aus dem künstlichen Käfig, denn Elisabeth dadurch geschaffen hatte, dass sie ihn in eine Richtung gedrängt hatte. Sein Beyblade hielt direkt an Athene vorbei. Es hielt auf einen der Balken zu und durchtrennte ihn sauber. Und während er über eines der Seile sicher aus dem Hochhaus zu Boden gelangte, stürzte hinter ihm mit lautem Krachen das Stockwerk ein, in dem sie eben noch gebladet hatten.

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Dass aus der Katze nun die Maus geworden war, war nicht zu übersehen. Mina war so sehr darauf konzentriert, was gerade geschah, dass sie gar nicht realisierte, wie fest sich ihre Fingernägel in ihre Handfläche bohrten.
Unruhig knabberte sie an ihrer Unterlippe. So hätte ihre Strategie natürlich nicht enden sollen...
Aber noch war nichts verloren!
Sie bemerkte, wie Bastet unruhig wurde. Natürlich hasste sie es, davon zu laufen. Das war wider die Natur - eine Katze war ein Jäger, nicht die Beute!
Sie sah zu Johnny hinüber, dessem Gesicht zu deutlich anzusehen war, wie siegessicher er sich fühlte. Aber das war in diesem Moment seine größte Schwäche.
Sie unterdrückte das Grinsen, um keinen Verdacht zu erregen, als sie sich bereit machte, ihr Bitbeast zu rufen. Das plötzliche Erscheinen und der unerwartete Angriff würden den Schotten überraschend treffen und ihr einen kleinen Vorteil verschaffen. Natürlich würde es nicht ausreichen, um ihn aus der Arena zu kicken. Aber es würde ihn zumindest Schwächen.
Immernoch fetzte Salamalyon durch die Arena und jagte Bastet wie ein verschrecktes Kind vor sich her. Doch lange würde er nicht mehr so dämlich grinsen...
Bastet erschien auf ihren Ruf hin getaucht in strahlend rosafarbiges Licht. Ihre grazile Gestalt schwebte anmutig über der Arena.
Doch ehe Johnny irgendetwas (abgesehen von einem schockierten Gesichtsausdruck) unternehmen konnte, hatte sie bereits eine ihrer Spezialattacken eingesetzt. Mit gespitzten Krallen setzte sie zum Sprung an und riss mit der Gewalt eines Erdbebens den orangefarbenen Kreisel ihres Gegners mit sich.
Es mochte nur ein kleiner Erfolg sein, doch Mina freute sich königlich darüber.

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Eine Schicht aus Staub und Geröll legte sich auf die Überreste des Gebäudes.
Im ersten Moment war nicht viel zu sehen, ausser einem Nebel der Verwüstung.
Doch als sich dieser lichtete konnte man ganz klar am Boden des Trümmerhaufens erkennen, dass Athene dort lag und sich nicht mehr bewegte.
Sie hatte aufgehört sich zu drehen, und war damit für diese Runde ausgeschieden.
Ein Schreck vor Entsetzen durchfuhr Lissy, als sie ihre treue Gefährtin dort unten liegen sah.
Ihre Hände ballten sich und sie schluckte schwer um nicht vor Enttäuschung laut zu werden.
Ohne Rücksicht auf Verluste hatte Robert ihren Bey unter einem schweren Haufen Stahl und Beton begraben, und als Lis zu ihm hinüber sah bemerkte sie sein selbstzufriedenen Grinsen.
Fein!
//Aber dieses Spiel können auch zwei spielen! // dachte sich Lissy und wandte sich wütend von
ihrem Gegner ab.
Es regte sie auf wie er da stand!
Arme verschränkt, und genügsamer Gesichtsausdruck.
Verdammt arrogant! Und so verdammt selbstbewusst!
Aber das war nicht die letzte Runde! Weiß Gott nicht!
Der Spaß ging jetzt erst richtig los!
Zorn kanalisierte sich in Elisabeths Gedanken und sie funkelte hinüber zum Kampfgeschehen zwischen Mina und John.
Aber es war weder Mina’s noch Johnny’s Schuld, dass sie verloren hatte.
Nur ihr eigenes Versagen hatte dazu geführt.
Nun machte sich Bedauern in ihr breit.
„Mina, es tut mir leid. Jetzt hängt die erste Runde von dir ab.“
entschuldigte sie sich schweren Herzens und atmete tief durch.
Sie musste ruhig bleiben, um in der 2. Runde nicht den Kopf zu verlieren.

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Er betrachtete mit aufgeregter Miene, wie sein Gegenüber zum Frontalschlag ausholte.
Salamalyon kassierte eine volle Breitseite und musste ziemlich zurückstecken, als Bastet nun auf ihn einprügelte.
Nun ja, wenn die Zeit dafür schon gekommen war, dann musste er es wohl tun.
Er sah kurz zu Robert hinüber, welcher gerade mit Lis abgeschlossen hatte, und warf ihm einen klar verständlichen Blick hinüber.
// … nun komm schon rüber und hilf mir! // dachte er missmutig, denn auf seinen Kontrahenten angewiesen zu sein war nicht gerade eine von Johnny’s Lieblingstätigkeiten.
Allerdings würde es die Sache um einiges vereinfachen, wenn er seinen Hintern hier rüber schieben würde um ihm mal kurz zu … helfen.
Er biss sich auf die Zunge und merkte wie sein Magen sich unwohl fühlte.
Nein, nein das war wirklich nicht seine Stärke.
Schon als Kind hatte er nie nach Hilfe gefragt.
Lieber war er kläglich gescheitert oder hatte verloren, als dass er sich jemals hätte von jemand anderem sagen lassen wollen, was er zu tun hat und was nicht.
Sein Hitzkopf und sein Temperament ließen ihn zum absoluten Einzelgänger werden, aber vor kurzem hatte er durch Tyson und seine Crew gelernt, dass es besser war im Team zu kämpfen.
Sich auf andere verlassen zu können und für diese wiederum da zu sein hatte seine Vor- und Nachteile. Aber im Moment war Johnny auf Robert angewiesen, da er sein Ass noch nicht auspacken wollte. Dafür war noch mehr als reichlich Zeit…

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Vielleicht war Elisabeth keine schlechte Beybladerin. Vielleicht war er einfach nur zu gut.
Er erwischte sich bei diesem Gedanken und war seiner Gegnerin einen abschätzigen Blick zu.
Nein. Er durfte sie nicht unterschätzen. Wenn er sich jetzt in Sicherheit wog, wäre das ein grober Fehler, den er sich nicht leisten konnte.
Ein Lächeln Schlich sich auf sein Gesicht, als er bemerkte, wie Elisabeths zornige Miene purer Entschlossenheit wich.
Vielleicht würde er doch noch einen spannenden Kampf bekommen...
Ein Blick zur Seite ließ seine Augenbrauen skeptisch nach oben wandern. Johnny schien zwar nicht in unmittelbarer Gefahr zu schweben, sonst hätte er schon längst sein Bitbeast gerufen, aber er hatte sichtlich alle Hände voll zu tun, Mina in Schach zu halten.
Ein amüsiertes Grinsen Schlich sich auf sein Gesicht, als er bemerkte, wie hin- und hergerissen Johnny war, ihn um Unterstützung zu bitten. Ungewöhnlich.
Da es wenig Sinn ergab, Johnny zappeln zu lassen, brachte er Griffolyon zügig in Position, um Mina ebenfalls anzugehen und dem Kampf ein schnelles Ende zu bereiten. Immerhin stand hier auch ihr Ruf auf dem Spiel.
Mina bemerkte sein Vorhaben, musterte die beiden Blades, schien die Situation abzuwägen - und dann tat sie das, was Robert am wenigsten erwartet hätte...

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Das, was sie bereits zu Beginn des Kampfes gestört hatte, verärgerte sie nach wie vor. Sie hatte nicht das Gefühl, dass Jonathan McGregor, der berüchtigte Gladiator of Glasgow, sie als Gegnerin in irgendeiner Weise ernst nahm. Nach wie vor blickte er auf sie herab, wie es die nervige Tante auf das kleine Baby tat.
Vielleicht war das der Grund, warum sie Bastet im Augenblick so verbissen auf ihren Gegner losgehen ließ... in dem Moment, in dem er sein Bitbeast beschwor, würde er sich eingestehen müssen, dass sie eine würdige Gegnerin war.
Stattdessen lief er nun lieber davon und wich ihren Angriffen aus.
"Mina, es tut mir Leid", irritiert wandte sich Mina zu ihrer Partnerin um und versuchte den Grund der Entschuldigung zu ergründen, als sie das zerstörte Gebäude und darin liegend Athene bemerkte. Sie war so auf Johnny fixiert gewesen, dass sie "Lizzys Ende" gar nicht mitbekommen hatte.  
Das wiederum bedeutete - hastig suchte sie die Arena nach Griffolyon ab. Da! Robert brachte das Beyblade gerade in eine günstige Position, um ihr den Gnadenstoß zu versetzen.
Mina presste ihre Lippen zu einem schmalen Strich zusammen. Die Runde war verloren.
Sie konnte es unmöglich mit beiden Beybladern aufnehmen und sie gegeneinander auszuspielen würde das unvermeidliche nur hinauszögern - und den beiden Gegner nur unnötig Informationen über ihre Technik geben.
Sie riskierte einen Nachteil in der nächsten Runde und mögliche Schäden an ihrem Beyblade, wenn sie jetzt weiter Zähne zeigte.
Sie war vieles, aber bestimmt nicht dumm. Sie erkannte eine aussichtslose Situation und sie würde sich bestimmt nicht die Blöße geben, von den beiden Majestics aus der Arena gekickt zu werden. Und die Genugtuung gönnte sie Johnny und Robert schon mal gar nicht.
Der Kampf war verloren, genausogut wie sie sich das eingestanden hatte, konnte sie auch einfach aufgeben.
Also hob die ihre Hand, ließ Bastet im Kreisel verschwinden und das Beyblade zurück in ihre Hand schnellen.
Die Irritation war Robert und Johnny deutlich anzusehen. Was Lizzy wohl zu ihrem Verhalten sagen würde?
"Ihr habt gewonnen", meinte Mina trocken und zuckte mit den Schultern, "Ich bin kein Idiot. Ich sehe, wenn ich verloren habe."

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Und dann noch so eine trockene Bemerkung am Rande.
Johnny spürte einen leichten Anflug von Widerwillen in sich aufsteigen.
// Ist das ihr scheiß Ernst???//
fragte er sich ungläubig und starrte Mina fragend an. So konnte er seinen "Sieg" doch überhaupt nicht genießen!!! Und er hatte sich schon so gefreut sie rauskicken zu können.
"Was soll das? Bist du auf einmal feige geworden? Dann kannst du ja gleich gehen!"
warf er ihr missbilligend entgegen und ließ sie seine Unzufriedenheit spüren.
Genervt zog er, nach DJ's offizieller Verkündung, ebenfalls seinen Bey zurück und positionierte sich erneut am Rand der Arena.
"Tse.. Wenn du von Anfang an nicht ernsthaft kämpfen wolltest, hättest du es gleich bleiben lassen können!"
Wieder einmal war Johnny viel zu schnell mit seinem Urteil. Routiniert setzte er Salamalyon in den Starter und hob an. So ein Mist, nächste Runde würde er sie nicht so lange zappeln lassen und ihr gleich den Gar ausmachen. Dann brauchte er auch nicht auf Robert zu warten, bis der ihm für Nichts und wieder Nichts zur Hilfe kam...
Das hatte ihn am meisten gestört.
Seinen Teamchef nach verdammter Unterstützung fragen zu müssen war eine Sache, aber ihn umsonst dazu zu holen war einfach.... beschissen.
Johnny wandte den Blick zur Seite und betrachtete Robert, der auf seine eigene Art und Weise auf dieses Ende reagierte.
 

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Leicht enttäuscht seufzte Lissy, als nun auch Mina verlor.
Es war wirklich besser so. Schadensbegrenzung war vielleicht das Einzige was ihr in diesem Moment geblieben war. Aber immerhin hatten sie ja noch 1-2 Runden vor sich.
Wenn alles gut lief, und sie in der nächsten Runde gewannen, konnten sie noch alles rum reißen. Jetzt hieß es schnell aus den Fehlern der ersten Runde zu lernen.
Elisabeth ließ ihren Blick zu Mina schweifen. Bastet hatte durch das Dauerfeuer von Salamalyon bereits einiges wegstecken müssen, auch wenn sie sich vorbildlich gehalten hatte.
Ganz im Gegensatz zu ihr. Sie schaute auf Athene hinunter die friedlich in ihrer Hand lag und wischte ihr langsam etwas Baustaub aus den Fugen. 
Lissy hatte Robert ebenfalls unterschätzt und zu voreilig gehandelt ohne ihr Umfeld langfristig mit in Betracht zu ziehen. Das würde aber kein zweites mal passieren.
Auch sie setzte ihren Beyblade nun abermals in den Starter und schaute entschlossen auf die Arena.
Mit halben Ohr hatte sie die Bemerkungen von Johnny McGregor mitbekommen und wusste aber, dass sich ihre Freundin von so etwas nicht provozieren ließ.
"Lass dich nicht ärgern, Mina.." ergänzte sie lediglich.

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Eine Mischung aus Unglauben und Amüsement legte sich auf Roberts Gesicht. In seiner Laufbahn als Beyblader hatte er noch nicht erlebt, dass ein Gegner sich den Showdown am Ende eines Matches entgehen ließ, weil er es als aussichtslos einstufte. Tyson wäre nie auf die Idee gekommen, ein Beybattle vorzeitig abzubrechen.
Aber hier stand ihre Gegnerin und warf das Handtuch, bevor sie überhaupt zur Sache gekommen waren. Das ließ zwei Schlüsse zu: Entweder fühlte sie sich aufgrund ihrer unterlegenen Fähigkeiten nicht dazu in der Lage, sie hinzuhalten und war eine verdammt schlechte Verliererin, oder aber sie wollte nicht mehr als unbedingt nötig von ihren Fähigkeiten präsentieren, wenn sie die Lage sowieso als nicht rettbar einschätzte.
So sehr Johnny mit seinen Schimpftiraden von der ersten Möglichkeit ausging, sprach ihr bisheriger Kampfstil und ihre Haltung seiner Meinung nach für zweiteres. Und das wäre eine durchaus sinnvolle Strategie - auch wenn nur wenige Beyblader dazu bereit wären, weil viele in solch aussichtslosen Situationen noch auf ein Wunder hofften.
Er hatte es also mit einer angehenden Beyblade-Strategin zu tun. Ein Lächeln schob sich auf sein Gesicht.
Ob die beiden es schaffen würden, in Runde zwei zu überzeugen? Die Chancen standen gut. Und Robert freute sich darauf.
Er kontrollierte sein Beyblade auf Schäden und setzte es in den Starter.
Zeit für die zweite Runde!

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Mina hob eine ihrer Augenbrauen, wie es Mister Spock so häufig tat, und ließ Johnnys Schimpftirade über sich ergehen. Es war gut, wenn ihr Gegner gereizt war, denn Wut verleitete zu vorschnellem Handeln und riskanten Manövern.
Aus diesem Grund schwieg sie zu Johnnys Vorwürfen und grinste nur. Denn wie konnte man einen Hitzkopf besser provozieren, als wenn man ihn belächelte? Sie kannte das ja selbst gut genug.
Gut genug konnte sie verstehen, wie ärgerlich es war, wenn man des Siegesstoßes beraubt wurde. Ein Sieg ohne Eigenleistung. Aber sie hatte nicht vor, für das Ego irgendeines Beybladers ihr Beyblade aufs Spiel zu setzen.
"Tse.. Wenn du von Anfang an nicht ernsthaft kämpfen wolltest, hättest du es gleich bleiben lassen können!"
Denk das nur, dachte sie sich, je gereizter du bist und desto mehr du mich unterschätzt, desto leichter wird es für mich in der nächsten Runde. Dennoch fühlte sie sich ein bisschen schlecht, dass sie ihr Heil in der Flucht gesucht und damit vermutlich nicht nur ihren Gegner sondern auch zahlreiche Leute aus dem Publikum enttäuscht hatte. Aber manchmal war Weglaufen einfach die gesündere Wahl. Wer würde sich schon zwei wütenden Stieren, die auf einen zugerast kamen, in den Weg stellen?
Sie hörte Lissy, wie sie neben ihr murmelte: "Lass dich nicht ärgern, Mina..."
Mit einem Lächeln wandte sie sich zu ihr. "Keine Sorge, als könnte ich irgendetwas davon ernst nehmen", gut vielleicht war das ein kleines Bisschen gelogen.
Sie strich ihre Kleidung glatt, kontrollierte ihr Beyblade und ließ es in den Starter einrasten.
"Hör zu, Lissy. Wenn wir das hier gewinnen wollen, müssen wir besser zusammen arbeiten, so wie wir es im Training geübt haben. Alleine schlagen wir uns zwar gut, aber gemeinsam sind wir besser", sie hielt kurz inne und warf einen Blick auf Robert und Johnny, "Die beiden sind sehr starke Einzelkämpfer, aber wenn sie zusammenarbeiten müssen, kommen sie sich sicherlich in die Quere. Wir sind zwei starke Teamkämpfer und das müssen wir ausnutzen."
Sie erwiderte die Blicke der beiden Majestics mit einem Schulterzucken, wandte sich dann wieder an Lissy.
"Du hast dich wirklich gut geschlagen, Lissy. Das haben wir beide. Wir wären nicht hier, wenn wir nicht gut wären. Ein kleiner Rückschlag hat gar nichts zu bedeuten. Und wir sind bestimmt besser als die beiden da, da bin ich mir sicher!", sie deutete auf Robert und Johnny, "Zumindest gehen wir davon aus, solange wir keinen Beweis für das Gegenteil haben. Also lass uns die Majestics in den Boden stampfen!"

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Man musste kein Genie sein - auch wenn er sich selbst natürlich als überaus intelligent einschätzte - um festzustellen, dass in dieser Runde etwas anders war.
Gleich nach dem Beginn der zweiten Runde des Beybattles war es unübersehbar gewesen.
Elisabeth und Mina traten diesmal als Einheit gegen sie an und taten das, was ihnen vermutlich in den Vorrunden den Sieg beschert hatte. Sie zeigten, was sie als Beybladerinnen drauf hatten.

Er sah Johnnys angespannte Miene und wie er seine Hände zu Fäusten ballte, als die beiden Beyblades der Mädchen Salamalyon gegen eine der Wände drängten.
Zeit einzugreifen - auch wenn er jetzt schon wusste, dass Johnny seine Hilfe nicht sonderlich positiv aufnehmen würde...

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Mina sah Johnny an, was er dachte. Es war offensichtlich - sogar mehr als das.

Johnny war sauer. Sauer, weil sie ihn um seinen Sieg betrogen hatte und noch mal sauer, weil sie sich ihm nicht alleine stellte, sondern mit Elisabeth gemeinsam gezielte Attacken gegen ihn und Robert durchführten. Sie schützten sich gegenseitig und wehrten Gegenschläge erfolgreich ab, was den Schotten noch mehr zur Weißglut trieb.

Fast hatte Mina schon ein schlechtes Gewissen deswegen... dann wiederum galt es, das Finale für sich zu entscheiden. Und da war es vollkommen unangebracht, Mitleid zu empfinden (zumal sie sich sicher war, dass sie Johnny damit nur noch mehr erzürnen würde).

Robert hatte sich zurückgezogen und beobachtete eine Weile ihren Kampf. Gelegentlich schoss er vor und versuchte, ihre Verteidigung zu durchbrechen - bisher ohne Erfolg.
Mina hoffte, dass es so blieb.

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