*milde Imagination*

Robert schluckte schwer.

Sein Blick wanderte aus dem Fenster des Speisesaals.

Draussen zogen tiefgraue Wolken am Horizont herauf während sich im Abendrot noch die Sonne im Himmel hielt. Später in der Nacht würde es wohl Regen geben.

Durch das geöffnete Fenster, neben dem Robert platziert war, huschte hier und dort eine frische Brise des Abendwindes herein. Am nahen Waldrand bogen sich leicht die dunklen Tannen.

Aber weder das, noch das hochnäsige und gelangweilte Geschwätz seiner Familie bei Tisch ließen ihn abwesend in die Ferne starren.

Der Grund dafür war einer seiner besten Freunde.
 

Er dachte schon seit Wochen über das Ereignis nach.

Es war nicht so, als wenn er zu irgendetwas genötigt worden wäre. Im Gegenteil.

Natürlich war ihm kalt gewesen, verdammt kalt sogar! Beim bloßen Gedanken an die Eisdusche fröstelte es ihn wieder. Doch war das nicht der Grund weshalb er seine Vernunft in den Dreck geworfen und irgendwelchen verdrehten Gelüsten nachgejagt war.

Tatsächlich hatte ihn dieses Thema schon des Öfteren beschäftigt.

In den letzten Monaten war es besonders schlimm gewesen. Denn immer wenn er und John sich ein gutes Duell beim Beybladen, eine hitzige Diskussion oder ein besonders intensives Schachspiel lieferten hatte er das Gefühl, dass er seinem Freund … näher sein wollte.

Im Normalfall stand Robert ja auf Frauen. Schon als Kind wollte er immer die Prinzessin retten und in späteren Jahren war er stets ein Kavalier gewesen. Eben ein Ritter ohne Tadel.

Aber...
 

„Ahahahaha... das hat er gesagt?“
 

Ein schrilles Lachen aus Richtung der Gesellschaft riss ihn kurz aus seiner Erkenntnis, bevor

er zurück in seine Überlegungen trieb.

Seine Gedanken kreisten um vergangene Zeiten. Schon immer hatte er sich bevorzugt in der Gegenwart des Schotten aufgehalten. Oliver und Enrique waren ihm nicht minder Freund, doch

konnten sie ihm nie... das Wassre reichen. Johnny war eine Herausforderung.

Wenn er gegen ihn kämpfte musste er immer 100% geben, musste er immer bis an seine Grenzen gehen. Er fühlte sich bei ihm vollkommen ausgelastet, und in einem Leben in dem man jeden Wunsch von den Augen abgelesen bekommt kam Robert das sehr gelegen.

Es war immer so eine … Befriedigung seiner Fähigkeiten.

Und was war es diesmal gewesen?

Er dachte daran zurück. MacGregor hatte ihn am Handgelenk gepackt. Im ersten Moment hatte sich Robert lediglich darüber gefreut, dass sein emotionales Tief wohl augenscheinlich war. So musste er sich nicht allein und halb erfroren aus der Situation seiner eigenen Dummheit retten. Mal ehrlich, spontane Einfälle waren noch nie seine Stärke gewesen.

Rob schmunzelte leicht, während er mit einer Gabel eine seiner Rosmarinkartoffeln herumwälzte.

Aber dann hatte er die Wärme verspürt die von Johnny ausging, und wieder hatte ihn dieses Gefühl gepackt ihm näher sein zu wollen.

Nachdem dessen Hände über seinen Körper gestrichen waren, und überall eine präsente Spur von Wohlbefinden hinterlassen hatten, spielte Robert bereits mit dem Gedanken John zu küssen. Aber ganz zu seiner Verwunderung war dieser ihm zuvor gekommen.

Beim Gedanken daran, dass sein Freund ihn von sich aus geküsst hatte und an sich gedrückt, gehalten und seinen ordentlichen Ständer an ihn gepresst hatte, da sammelte sich wieder dieses flaue Gefühl in seiner unteren Magengegend. Wenn man genau hingesehen hätte, dann wäre den Leuten am anderen Ende des Tisches sicher aufgefallen, dass Robert leicht rot wurde.

Aber die waren zu sehr damit beschäftigt sich das Maul zu zerreißen.

War das normal, dass man solche Gedanken von seinem besten Freund hatte?

Vielleicht hatte er zu viel Zeit mit ihm verbracht.

Aber Robert hatte keine … Angst vor dem was passiert war. Es war ihm nicht unangenehm, und er hatte sogar eher das Gefühl, dass alles irgendwie vertraut war.

Es war immerhin Johnny um den es sich hier handelte. Sie kannten sich schon seit den frühesten Kindertagen und haben zusammen quasi ihr gesamtes Leben verbracht.

War es vielleicht möglich, dass der Erbe der MacGregor's ebenso fühlte wie er?

Denn seine Handlungen in den Duschkabinen sprachen Bände. Robert beschloss kurzerhand seinen Freund zur Rede zu stellen. Er wollte Klarheit über die Situation und vor allem darüber, wo er seine eigenen Gefühle zuordnen … durfte.

Hunger hatte Robert nun keinen mehr.

Kommentare

Bild des Benutzers Bäumchen

Ich sehe, Johnny hat ihn eindeutig aus dem Konzept gebracht, aber ich denke es ist sehr typisch für Robert, dass er trotzdem beschließt das Gespräch zu suchen. Während Johnny vermutlich eher die Verdrängungsschiene fahren wird xD Aber ich bin gespannt was da raus kommt.

Man erfährt hier auch viel über Roberts Innenleben und wie er und Johnny allgemein zu einander stehen - dass sie sich immer schon sehr nahe waren, aber dieses "mehr" halt doch sehr neu ist und ihn verunsichert. =)

Bild des Benutzers Rimini

Si senhora ;)
Mr. Roberto ist'e besorgt'e.

Bild des Benutzers Phase

Schön finde ich, dass wir nun erfahren dürfen, wie das Erlebnis des letzten Kapitels den beiden Beteiligten, bzw. hier Robert, im Kopf herumspukt. Dadurch kann man als Leser die Konsequenzen der kleinen Grenzüberschreitung der beiden und die damit verbundenen Gedanken und Emotionen erfahren. Im Eifer des Gefechts haben sich beide ja ziemlich gehen lassen, sodass ein reflektiertes Verhalten in der Situation ja wirklich unmöglich war. Umso interessanter ist der Rückblick.

Spoiler: Highlight to view
Auch hier ist die Formatierung des Textes nicht ganz optimal, wobei mir die größeren Absätze an manchen Stellen gut gefallen, weil sie das Lesen erleichtern.

Nach den Kommata und auch dem Genitiv-S solltest du den Text nocheinmal durchsehen.

Es fällt mir etwas schwer, mich in die Situation selbst hineinzuversetzen. Die Umgebungsbeschreibungen wirken etwas fehl am Platz. Welchen Zweck hat die Beschreibung der Natur vor dem Fenster, wenn Robert ihr keine Aufmerksamkeit schenkt? Man erfährt zudem nichts Genaueres über die Anlage des Speisezimmers, außer dass neben Robert ein Fenster ist. Dass er die ganze Zeit zur Seite aus dem Fenster schaut, scheint niemanden zu stören. Das könnte man natürlich auf das Thema des Gesprächs schieben. Bei mir wirft das allerdings die Frage auf, warum Robert ausgerechnet beim Abendessen die ganze Zeit seinen Gedanken nachhängt und sogar zu einer Lösung kommt, während er doch oft genug die Möglichkeit hat, in Ruhe und allein über alles nachzudenken. Hier hätte man das Gespräch aktiv nutzen können, um seinen Gedanken nachzuhelfen. denn anders erschließt es sich mir nur schwer, wieso Roberts Gedanken genau dieses Setting erhalten.
Ebenso finde ich es schade, dass man von der Familie, bzw. deren Zusammensetzung, nichts erfährt. Wer sitzt denn alles mit am Tisch? Nur seine Eltern oder auch Geschwister? Ist es eine Art Familienfeier (es ist ja von eines Gesellschaft die Rede)?
Das genaue Setting bleibt also etwas unklar.

Teilweise wirkt der Satzbau / die Wortwahl ein bisschen gestochen und dadurch etwas ungewohnt, z. B. "Nachdem dessen Hände über seinen Körper gestrichen waren, und überall eine präsente Spur von Wohlbefinden hinterlassen hatten". "Dessen Hände" unterstreicht zwar, dass es sich um Johnnys Hände handelt, man stolpert beim Lesen jedoch etwas darüber - oder zumindest ich. "Eine präsente Spur von Wohlbefinden" ist von der Ausdrucksweise her auch sehr gestochen, wodurch ich mir beim Mitfühlen etwas schwer tue.

Du musst bei den Zeitformen zeitweise genau aufpassen, z. B. bei "Nachdem dessen Hände über seinen Körper gestrichen waren, und überall eine präsente Spur von Wohlbefinden hinterlassen hatten, spielte Robert bereits mit dem Gedanken John zu küssen." Da der Zeitpunkt, als Robert sich daran erinnert, bereits im Praeteritum geschrieben ist, wirkt das "spielte" hier unpassend, stattdessen wäre ein "hatte Robert bereits mit dem Gedanken gespielt Johnny zu küssen" passender, vor allem, da das "nachdem" des ersten Teilsatzes ja voraussetzt, dass der zweite Teilsatz danach stattfindet (wobei da wiederum ein Widerspruch zum "bereits" ist).

Die Wortwahl ist teilweise nicht ganz passend. Manchmal verwendest du Wörter, die ähnlich sind, aber nicht zu 100% dem entsprechen, was passend wäre, z. B. "Aber dann hatte er die Wärme verspürt die von Johnny ausging" - hier wäre "gespürt" gefühlsmäßig sinnvoller.

Was Robert so durch den Kopf geht, ist interessant mitzuverfolgen. Ich finde es spannend, dass er doch alles eher positiv auffasst und sich sehr offen zeigt. Das beweist doch, dass da tatsächlich schon mehr zwischen ihm und Johnny ist, als die beiden sich bisher eingestehen wollten. :D

Auch dieses Kapitel hat mir wieder sehr gefallen.

Ich bin schon unheimlich darauf gespannt, was Robert Johnny bei ihrem nächsten Treffen sagen wird... und wie der darauf reagiert. Oder ob er doch eher Taten sprechen lässt?
Wir werden sehen... *^*

Bild des Benutzers TheTwixer

Normalerweise bin ich ja nicht so der Fan von Innenleben und der Wall of Text... ohne direkte Rede. Aber ich muss sagen, dass sich das sehr kurzweilig und unterhaltsam gelesen hat.

Besonders schön fand ich tatsächlich das hochnäßige und gelangweilte Geschwätz der Familie, weil die Kombi aus hochnäßig und Geschwätz gleichzeitig arrogant und bodenständig klingt. Ein bisschen paradox - hat mich echt zum Schmunzeln gebracht. Genau wie die Aussage, das Robert schon immer die Prinzessin retten wollte - süß!

Das kann ich mir bei ihm wirklich gut vorstellen und es passt irgendwie auch.

Aber Johnny bringt ihn trotzdem so aus dem Konzept. Das bedeutet entweder, Johnny ist ne Prinzessin die er retten möchte (xD) - oder Robert hat sich vom Normalfall (endgültig) abgekehrt.

Mal sehen, wie Robert und Johnny sich im Gespräch miteinander schlagen! :D

Bild des Benutzers Meakuel

Hatte er ünerhaupt Hunger gehabt? xD

Ich meine, seine Gedanken waren ihm ja schon vorher wichtiger und Rumgestocher im Essen sricht auch für sich. ;P

Ich glaube nicht, dass die Konfrontation mit Johnny so gut laufen wird, immerhin war dieser schon im letzten Kapitel mit der Situation überfordert. (/)-(\)

Bild des Benutzers Rimini

XD lass dich überraschen ... ich denke ich werde demnächst mal Zeit finden weiter zu schreiben ^^°