Dramatische Entwicklungen

Kapitel 2: Dramatische Entwicklungen

„Das ist absolut dämlich!“, brüllte Johnny atemlos über den Lärm der Alarmsirene hinweg, während er sich darum bemühte seine Laufgeschwindigkeit beizubehalten, „Bist du lebensmüde oder so?!“

Die Luft roch nach Rauch und kratzte in seinen Lungen – er war nicht sonderlich erpicht darauf, sich eine Rauchvergiftung einzufangen, auf der anderen Seite konnte er seinen neuen Partner nicht sich alleine überlassen, wenn er gerade dabei war sich umzubringen. Nicht zuletzt, weil er keinen Stress mit Robert haben wollte und der würde ihm mit Sicherheit einen Vortrag halten, wenn er Max einfach so in sein Verderben rennen ließ. Natürlich schwang auch eine gewisse Portion Verantwortungsgefühl mit, aber Johnny hätte sich das niemals eingestanden.

Mittlerweile war der Qualm im Gang dichter geworden und das Atmen wurde schwieriger. Johnny hatte sich sein Stirntuch vor Nase und Mund gebunden, aber er wusste, dass das nicht sonderlich hilfreich sein würde. Er hustete trocken. Was er und Max hier taten war einfach unüberlegt und lebensgefährlich!

Aber es war vermutlich sowieso schon zu spät, um jetzt noch umzudrehen. Max keuchte hörbar und drehte sich dann kurz zu ihm um (er hatte sich sein Shirt über einen Teil seines Gesichtes gezogen). Von hier aus konnten sie Flammen sehen, die ihnen züngelnd aus einem der offenstehenden Zimmer entgegenschlugen. Es war das erste Mal, seit er nach dem Beginn des Alarms einfach losgestürmt war, dass Max sich an Johnny wandte: „Wir müssen unbedingt überprüfen, ob nicht noch jemand von dem Feuer eingeschlossen ist.“

Johnny hätte ihm gerne klar gemacht, dass sie das den ausgebildeten Feuerwehrleuten überlassen sollten, die zudem noch die geeignete Ausrüstung besaßen – selbst wenn es jemanden gab, der festsaß, war er vermutlich mit etwas Pech schon lange tot. Doch Johnny wusste, dass es wenig Sinn ergab, hierher zu kommen, nur um wieder umzukehren. Er seufzte. „Wie willst du vorgehen?“

Max glotzte ihn an, als sei er bescheuert.

„Wir sind zwei Beyblader mit zwei mächtigen Bitbeasts. Wie sonst willst du gegen ein Feuer vorgehen? Ich habe ein Wasserbitbeast, kann also die Flammen löschen. Und du kannst sie mit Hilfe von Salamalyon kontrollieren. Dein Element ist doch Feuer, oder?“

Johnny hatte weder Gelegenheit um darauf aufmerksam zu machen, dass er und Salamalyon im Moment nicht ganz auf einer Wellenlänge lagen, noch um klarzustellen, dass er eigentlich weniger Feuer als vielmehr Säure als Element besaß, denn Max hatte bereits sein Beyblade gestartet und mit einer großflächigen Wasserattacke einen Teil des angrenzenden Raumes geflutet. Dicker Dampf stieg zischend vom Boden auf und Johnny fühlte, wie ihm schwindelig wurde. Er fasste sich an den Kopf. Diese verdammte Hitze...

Dennoch konnte er den übermütigen Amerikaner bei seinem Helden-Trip nicht sich selbst überlassen. Obwohl er wusste, dass er nicht viel ausrichten konnte, startete er sein Beyblade und betete im Stillen, dass Salamalyon ihn nicht im Stich lassen würde. Der Bitchip glühte für einen kurzen Augenblick hell auf, ehe er wieder erlosch und Johnnys Miene hätte wohl ziemlich deutlich seinen Unmut gezeigt, wenn sie nicht von dem Tuch verdeckt gewesen wäre.

Irgendwann hatte Salamalyon ihn im Stich gelassen, kurz nachdem Johnny bei einem entscheidenden Spiel verloren hatte. Er hatte nicht mehr auf ihn reagiert und war auch in Kämpfen nicht mehr erschienen (was Johnny bisher nur sehr schwer vor seinen Teamkollegen hatte geheim halten können), die Bindung war einfach weg gewesen. Anfangs hatte Johnny verzweifelt versucht herauszufinden, was er nun schon wieder falsch gemacht hatte – inzwischen akzeptierte er, dass sein Bitbeast ihn wohl ebenfalls als Beyblader aufgegeben hatte, wie so viele andere auch. Allen voran er selbst.

Angespannt presste er seine Lippen aufeinander und hielt Ausschau nach Max, während er sich mit seinem Arm über die Stirn wischte. Max hatte dafür gesorgt, dass die Hälfte des Raumes, die nicht brannte, nun unter Wasser stand. Großartig.

Aber wo steckte der Amerikaner nur? Da!

Johnny konnte sehen, wie er sich über eine am Boden liegende Gestalt beugte, während er mit seinem Schuh ein kleines Feuer austrat, das sich am Ende eines Kleidungsstückes des Bewusstlosen gebildet hatte. „Hier drüben!“, rief Max über den Lärm hinweg und gab Johnny mit einer Handbewegung zu verstehen, dass er zu ihm kommen sollte. Draciel hatte das Feuer mittlerweile gut unter Kontrolle bekommen, sodass Johnny es tatsächlich wagte, näher zu treten.

Als ihnen die Flammen aus dem Trainingsraum entgegengeschlagen waren, hatte Johnny schon fast vermutet, dass hinter dem Inferno Kai Hiwatari stecken würde. Die Macht seines Feuer-Bitbeasts war groß genug, um so einen Zwischenfall zu verursachen – auf der anderen Seite wusste Johnny gut genug, dass Kais Kontrolle über sein Beyblade und Bitbeast unglaublich groß war. So wenig er ihn leiden konnte, so musste er doch zugeben, dass er außerordentliche Beyblade-Fähigkeiten besaß. Er hatte in der Vergangenheit zwei Mal gegen Kai gekämpft; ein Mal hatte er gewonnen, ein Mal hatte er verloren. Doch auf ein Entscheidungsmatch war Johnny nicht sonderlich erpicht. Aktuell hätte er vermutlich nicht einmal den Hauch einer Chance.

Umso erstaunter war er, als er ihn tatsächlich neben Max’ kniender Gestalt leblos am Boden liegen sah. Über dem lila Shirt trug Kai eine schwarze Lederjacke, dazu eine dunkle Hose mit dem für ihn so typischen Gürtel. Der Schal und die Kleidung waren an einigen Stellen versengt und wiesen Brandlöcher auf. Das Gesicht der Jungen wirkte erschreckend leblos und Johnny fragte sich schlagartig, ob sie nicht vielleicht schon zu spät waren.

Er hustete hart und spürte dieses furchtbare Brennen in seinem Hals, als er verzweifelt versuchte sich daran zu erinnern, wer denn nun Kais Partner gewesen war. Warum hatte er sich diese dämliche Liste nicht genauer angesehen? Suchend sah er sich um, ehe er einen Blick auf Daichi erhaschen konnte, der nur wenige Meter entfernt lag. Eilig trat er näher, um zu prüfen, ob alles in Ordnung war – nun, zumindest soweit es die Umstände eben zuließen...

Die Kleidung des Jungen war an vielen Stellen versengt, doch Draciels Attacke hatte dafür gesorgt, dass sein blaues Top und die kurzen beige Hose nun durchtränkt vom Wasser waren. Über den rechten Arm zog sich eine scheußliche Brandnarbe, die Johnny im ersten Moment zurückzucken ließ.

Daichi war bleich, seine Augen geschlossen. Falls er noch atmete, dann so flach, dass es nicht wirklich wahrzunehmen war. Vorsichtig tastete er nach dem Puls des Jungen – schwach, aber vorhanden. Erleichtert atmete er auf.

Doch der Erleichterung folgte sofort das Gefühl der Nutzlosigkeit. Max hatte die Situation ganz alleine gerettet, Draciel hatte das Feuer weitestgehend gelöscht (wenngleich nach wie vor einzelne kleine Brandherde vor sich hin knisterten und den Versuch unternahmen, sich weiter auszubreiten). Er selbst hatte nur hilflos daneben gestanden und wie ein elender Gaffer zugesehen. Er konnte ja so stolz auf sich sein...

Vermutlich hatte er sich einen Tick zu früh dem Selbstmitleid hingegeben oder irgendeine höhere Macht wollte ihm nicht gönnen, so einfach aus der Situation herauszukommen – als er den lauten Knall hörte und er sich erschrocken umdrehte, sah er nur noch, wie die Feuerwand direkt auf ihn zu schoss. Rein aus Reflex und weniger, weil er an den Erfolg glaubte, hob er schützend die Hände vor sein Gesicht und er stellte sich bereits auf fürchterliche Schmerzen ein. Oder würde er überhaupt noch irgendetwas wahrnehmen?

Das, was seinen Körper als nächstes umfasste, war jedoch ein Gefühl der wohligen Wärme und ein erstauntes Keuchen entwich seinen Lippen. Für einen kurzen Augenblick fühlte er die Woge einer beruhigenden inneren Ausgeglichenheit und als er zögerlich blinzelte, erkannte er das gleißende und helle gelbe Licht von Salamalyon. Der Salamander schwebte über seinem Beyblade in schützender und abwehrender Haltung, als wäre es für ihn in diesem Augenblick tatsächlich von höchster Bedeutung Johnny vor dem Feuer zu beschützen.

Die zwei Paar Hörner am breiten Echsenschädel ließen das Tier bedrohlich wirken, der Kamm, der sich von der Stirn über den Nacken bis hin zum Rücken zog und in den Schwanz mündete, war sichtbar vor Anspannung aufgestellt und die schuppige Haut legte sich wie ein Panzer um dessen Körper. Die scharfen Krallen an Händen und Füßen sowie die spitzen Stacheln an den Armen trugen ihr übriges zum imposanten Eindruck bei. Doch trotz des bedrohlichen Anblicks wirkte die vertraute Gestalt auf Johnny so beruhigend und – Johnny hustete und rang nach Atem - Salamalyon wirkte auf ihn ernsthaft besorgt.

Der Schotte wusste im ersten Moment nicht sicher, wie lange er seinen Schutzgeist nun nicht mehr gesehen hatte, aber die plötzliche Verbindung ließ ihn erschaudern und er fühlte deutlich, wie er von der Macht des Wesens übermannt wurde.

Das Bitbeast musterte ihn skeptisch, fast streng und Johnny spürte in seinem Körper die Nähe zu dem Wesen und ihn erfassten für einen kurzen Augenblick die verschiedensten Empfindungen; Salamalyons Gedanken und Gefühle. Ein leichtes Lächeln schlich sich auf sein Gesicht und erschöpft schloss er die Augen.

Dass er fiel, bemerkte er erst, als er hart auf dem Boden aufschlug.

Dann war alles schwarz.

 

„Weißt du, es liegt nicht an mir“, die Stimme klang erstaunlich sanft, als sie in seinen Ohren widerhallte. Nur langsam öffnete Johnny die Augen und sah sich nach dem Ursprung des Klangs um. Es war nicht so, als wäre ihm nicht klar gewesen, wer gerade dazu ansetzte, ihm eine Gardinenpredigt zu halten – aber er wollte einfach auch Nummer sicher gehen.

Der Raum, in dem er sich befand, war weit und leer. Es gab keinen Boden und keine Decke, es gab nur eine unendliche Weite, die in ihrer Form- und Farblosigkeit beinahe erdrückend auf ihn wirkte. Er hatte schon einmal von dieser Traumwelt gehört, er selbst war jedoch noch nie hier gewesen. Robert hatte oft erzählt, wie sein Bitbeast in seinen Träumen den Kontakt zu ihm suchte, um Kämpfe und Taktiken, die nicht ganz so rund gelaufen waren, mit ihm zu besprechen und zu analysieren. Ob dass er Grund war, weshalb Robert so wenig schlief? Oder empfand er es vielleicht sogar als angenehm sogar während er schlief zu arbeiten?

Johnny schüttelte den Kopf. Im Gegensatz zu Griffolyon war Salamalyon nie sonderlich gesprächig gewesen. Zwischen ihnen hatte meistens ein verständnisvolles Schweigen geherrscht und wenn sich der Salamander tatsächlich einmal an ihn gewendet hatte, dann nur um irgendetwas wirklich Dringliches zu klären – was häufig nicht einmal unbedingt etwas mit dem Beybladen selbst zu tun gehabt hatte.

Er entdeckte die vertraute Gestalt von Salamalyon ein paar Meter entfernt, weshalb es ihm schwer fiel seine Gesichtszüge zu deuten. Doch seine Haltung wirkte nicht vorwurfsvoll, eher ein bisschen erleichtert. Eine gewisse Erwartung lag in der Luft und Johnny blickte sein Gegenüber einen Moment lang schweigend an, ehe er zur Seite sah.

„Es liegt auch nicht an deinen Fähigkeiten“, fuhr Salamalyon fort, als keine Reaktion erfolgte, und er legte den Kopf ein wenig schief, „Aber deine Zweifel toben so laut in dir, dass es mir unmöglich war, zu dir durchzudringen.“

„Sie sind berechtigt“, murmelte Johnny und runzelte die Stirn. Er hatte es gar nicht sagen wollen und es war ihm mehr herausgerutscht. Die Zweifel waren nicht angenehm, aber sie hatten ihm so manche falsche Hoffnung erspart. Inzwischen wusste er gut genug, dass es nur Kummer und Enttäuschung mit sich brachte, wenn er seine Ziele und Erwartungen zu hoch ansetzte. Und er wollte sich nicht mehr selbst enttäuschen.

„Sind sie das?“, Salamalyon wirkte von seiner Antwort irritiert und trat ein paar Schritte auf ihn zu. „Findest du nicht, dass sie dich von dem abhalten, was wir gemeinsam erreichen könnten? Sie verwehren dir deine Möglichkeiten! Traue nie deinen Zweifeln, Jonathan. Sie sind Verräter, die dich davon abhalten über dich hinaus zu wachsen und dein Potenzial auszuschöpfen.“

„Sie kommen ja nicht von ungefähr“, es war ihm so verdammt unangenehm dieses Gespräch zu führen und instinktiv verschloss Johnny seine Arme vor der Brust. Obwohl er erleichtert war, dass die Bindung zwischen ihnen immer noch bestand, dass er nach all der Zeit endlich wieder zu Salamalyon sprechen konnte, schaffte er es nicht, ihn anzusehen. Tief in seinem Inneren wollte er einfach den Worten seines Bitbeasts trauen, sich ihnen hingeben und sich endlich wieder frei fühlen. Aber er wusste, dass es nicht so einfach war. Sein ganzes Denken war bestimmt von den Fehltritten und dem Scheitern, das hinter ihm lag und er hatte nicht mehr die Kraft darüber hinweg und nach vorne zu sehen.

„Woher kommen sie denn?“, war es Ungeduld, die da in seiner Stimme mitschwang? Johnny konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, was Salamalyons Miene zunehmend irritiert wirken ließ.

„Von meinen mangelnden Fähigkeiten“, antwortete Johnny. Diesmal klang er ruhig und gefasst und nicht mehr ganz so niedergeschlagen, „Ich habe es ja versucht besser zu werden. Aber ich bin gescheitert.“

Das Bitbeast sah ihn nachdenklich, beinahe andächtig an und nickte dann langsam. „Warum meinst du, dass du gescheitert bist? Bist du – sind wir nicht besser geworden mit jedem Training und jedem Kampf?“

Johnny konnte nicht sagen, warum er in diesem Augenblick nichts empfand. Er hatte keinen Zorn auf sein Bitbeast und er war nicht sauer wegen dem, was es sagte. Stattdessen fühlte er sich ruhig und ausgeglichen. Es war angenehm zu spüren, dass da wieder diese Verbindung war, dass er nicht alleine stand.

„Sag mir, Jonathan. Was kann man tun, damit man in etwas besser wird?“

Eine simple Frage mit einer ebenso simplen Antwort: „Üben.“

„Hat Jammern jemals jemanden voran gebracht?“

„Nein“, es war klar, worauf das Ganze hinauslaufen würde. Und ebenso klar war ihm, dass er Salamalyons Logik nichts entgegenzusetzen hatte. Dass er auch nur zu gerne der Verlockung der Worte nachgeben wollte.

„Konntest du dir von der Meinung und den Erwartungen anderer jemals etwas für dich gewinnen? Hat es dich in irgendeiner Weise unterstützt oder dich vorangebracht auf andere zu hören? Ist es nicht wichtiger für dich, dein eigenes Ziel zu finden und darauf hinzuarbeiten?“, Salamalysons Stimme war immer lauter geworden, doch nach wie vor stand ihm das Bitbeast ruhig gegenüber und seine Haltung und Bewegungen deuteten in keiner Weise daraufhin, dass es aufgebracht war. Stattdessen legte es langsam den Kopf schief, als erwartete es eine ehrliche Antwort.

Johnny dachte einen Augenblick lang nach, ehe er langsam den Kopf schüttelte und es zum ersten Mal seit dem Beginn ihres Gespräches wagte, der Echse ins Gesicht zu blicken.

„Gut“, Salamalyon schien sich um ein Lächeln zu bemühen, das jedoch mit den scharfen Zähnen und den harten Konturen seines Gesichtes eher bedrohlich als beruhigend wirkte. Doch Johnny konnte die Zuneigung und Vertrautheit deutlich spüren, die ihm sein Bitbeast entgegenbrachte. „Dann ist dir ja hoffentlich klar, was zu tun ist, Jonathan.“

Im ersten Moment war sich Johnny sehr sicher, dass er es schaffen würde, dass er mit genügend Training wieder – er zögerte, blickte zur Seite. Gedankenverloren kaute er auf seiner Lippe und überlegte, wie er an seiner Situation etwas ändern könnte. Und zum ersten Mal wurde ihm bewusst, was sein Problem war: Er war heillos überfordert. Beschämt senkte er den Blick und fühlte, wie sich diese unbeschreibliche Müdigkeit über ihn legte.

Der vorsichtigen Berührung Salamalyons, die ihm so viel Wärme schenkte, folgten die sanften Worte: „Du schaffst das.“

 

Als er die Augen aufschlug blendete ihn das grelle Licht der Lampe und er hob reflexartig seine Hand. Er bemühte sich seine Gedanken zu ordnen und sich über seine höllischen Kopfschmerzen hinweg daran zu erinnern, was vorgefallen war. Das Gespräch mit Salamalyon war ihm noch allzu gut im Gedächtnis und davor – Das Feuer!
Erschrocken fuhr Johnny auf, blickte sich geradezu panisch um. Noch ehe er den Raum um sich herum wahrgenommen hatte, lenkte jedoch eine Stimme seine Aufmerksamkeit auf sich.

„Schön, dass du aufgewacht bist“, Robert sah ihn ernst an und seine ganze Haltung verriet deutlich, dass sich der Angesprochene auf eine ziemliche Standpauke gefasst machen durfte. Vielleicht würde ihn eine vorgetäuschte Ohnmacht retten? Nun, er hatte es sich selbst eingebrockt und ihm war klar gewesen, dass Robert nicht allzu begeistert sein würde, wenn er von seiner – nein ihrer - Aktion erfuhr. Er war nicht alleine gewesen.

Suchend sah Johnny sich um, was ihm die Gelegenheit bot, sich das Zimmer einmal genauer zu betrachten. Der Raum war im typischen Krankenhaus-Weiß gehalten. Links neben seinem Bett gab es eine breite Fensterfront, deren Vorhänge zugezogen waren, und auf dem Fensterbrett stand ein einsamer Blumenstrauß. Es folgte das Nachttischchen mit einem Telefon, das direkt neben seinem Bett stand. Dem Bett gegenüber hing ein Fernseher, darunter stand eine kleine, funktionale Kommode. Rechts von ihm war eine Sitzecke mit einem kleinen Tisch, an dem Robert es sich mit etlichen Büchern und seinem Tablet bequem gemacht und wohl bis eben gearbeitet hatte. Auf einem der Stühle lag zudem eine kleine Reisetasche, in die Robert vermutlich etwas Kleidung für ihn gepackt hatte. An der Wand war ein weißer Kleiderschrank, daneben eine Tür, die wohl zum Badezimmer führte.

Ein typisches Einzelzimmer.

„Wie geht es den anderen?“, fragte er hastig, bevor Robert auch nur auf die Idee kam, mit seiner Schelte zu beginnen.

Erfreulicherweise ist bei dem Unglück niemand gestorben, wenn du das meinst“, Robert lehnte sich in seinem Stuhl ein Stückchen zurück und musterte ihn genauestens, „Max und du hatten das Glück, dass eure Bitbeasts euch beschützt haben, denn ansonsten wäre das Ganze sicherlich nicht so glimpflich ausgegangen. Die Sanitäter und Ärzte waren höchst erstaunt, dass ihr weder Verbrennungen, noch eine Rauchvergiftung abbekommen habt. Einige sagten, das wäre ein Wunder, ich denke, es war Deppenglück.“

Zwar hörte man es Roberts Tonfall nicht an, aber alleine die Art, wie er sich ausdrückte, verriet Johnny gut, wie aufgebracht er wegen der Angelegenheit tatsächlich war. Sein Blick war düster und er begann damit, seine Bücher zu sortieren, fast so, als könne er es nicht ertragen gerade nichts zu tun.

„Daichi und Kai hingegen können von Glück sprechen, dass Max und du allem Anschein nach keinerlei Selbsterhaltungstrieb besitzen. Die beiden hatten wohl ein heftiges Match, haben sich und ihre Bitbeasts voll ausgepowert und sich dann gegenseitig so sehr angestachelt, dass der Kampf ein wenig eskalierte. Zumindest ist das meine Vermutung, der Brandermittler hat mit seiner Arbeit noch gar nicht angefangen“, er neigte den Kopf und wirkte etwas ruhiger, als er sprach, „So oder so habt ihr den beiden das Leben gerettet.“

Für einen kurzen Augenblick schien sich ein Lächeln auf seinen Lippen bilden zu wollen, doch im nächsten Moment senkten sich seine Mundwinkel wieder nach unten.
Was euere Tat nicht weniger dämlich macht“, fügte er mit Nachdruck hinzu. Dann blickte er kurz schweigend auf den Stapel Bücher vor sich.

„Nachdem das Feuer gelöscht war, hat Mister Dickenson allen Beybladern erklärt, was vorgefallen ist – zumindest die kurze Version. Also ein Feuer sei ausgebrochen, es wurde gelöscht und es gab ein paar Verletzte. Dann hat er alle ins Bett geschickt, wobei die meisten ziemlich aufgekratzt waren. Zusammenzuzählen, wer von den Beybladern betroffen war, ist nicht schwer gewesen. Ich habe mir erlaubt mir zusätzliche Informationen zu beschaffen, immerhin habe ich mir wirklich tierisch Sorgen gemacht, dass dir etwas passiert sein könnte.“

Robert redete weiter und geduldig ließ Johnny die Standpauke über sich ergehen, wie unverantwortlich er gehandelt hatte, wie gefährlich das Ganze gewesen war und dass er froh sein konnte, dass er noch lebte.

Wenn er ehrlich war, hörte er irgendwann gar nicht mehr richtig zu. Er fand es angenehm zu wissen, dass Robert die Sache wohl ziemlich getroffen haben musste und er bereits seit einigen Stunden neben seinem Bett gewacht hatte. Irgendwann herrschte Schweigen zwischen ihnen und Robert fuhr sich durch die Haare. „Aber du hast mir sowieso nicht zugehört.“

Fast ein wenig schuldbewusst senkte Johnny den Blick, doch Robert seufzte nur leise und sah auf seine Armbanduhr. „Einigen wir uns darauf, dass du so einen Mist nicht noch einmal machst, ja?“

Ein Grinsen schlich sich auf Johnnys Gesicht und er rieb sich über sein Handgelenk. „Das sicherlich nicht. Ich weiß auch so, dass es bescheuert war.“

Robert stutzte im ersten Augenblick ein wenig. „Warum hast du es dann getan?“

„Max hat sich nicht davon abhalten lassen, ich konnte ihn ja schlecht alleine in sein Verderben rennen lassen.“

Hatte der Deutsche eben wieder etwas ausgeglichener gewirkt, verdüsterte sich seine Miene erneut. Er öffnete den Mund, um etwas zu sagen, hielt dann jedoch inne und schüttelte den Kopf. „In Ordnung, belassen wir es einfach dabei“, er griff nach seinen Büchern und dem Tablet, „Es ist schon spät. Wir sehen uns morgen. Die Ärzte wollten dich und Max noch einmal untersuchen, ehe sie euch wieder zum Training lassen.“

Nach einer kurzen Verabschiedung verließ Robert das Krankenzimmer und ließ Johnny alleine zurück. Die Standpauke hatte ihn gut von seinen schweren Gedanken abgelenkt, doch nun, da er alleine war, beschäftigten sie ihn wieder. Sein Blick fiel auf das orange Beyblade, das auf dem Nachttischchen lag. Als er danach griff leuchtete für einen kurzen Moment der Bitchip auf und er konnte leise Salamalyons Stimme hören.

Wir schaffen das.“

 

Die Nacht im Krankenhaus verlief ruhig und trotz der großen Aufregung war Johnny letzten Endes so erschöpft, dass er problemlos wieder einschlief. Das Frühstück war in Ordnung und nach einer Untersuchung durch die Ärzte wurde er endlich in die Freiheit entlassen – oder zumindest in die Obhut der BBA, zu deren Trainingslager er zurückkehrte.

Robert hatte die Nerven gehabt, ihm eine kurze, graue Anzughose aus Baumwolle mitzubringen, passend dazu eine graue Anzugweste. Das Hemd hatte immerhin eine blaue Farbe. Er konnte sich nicht einmal erinnern, das Outfit eingepackt zu haben. Aus Prinzip trug der die Weste offen und das Hemd über seiner Hose. Als wollte er aussehen, als würde er auf eine Hochzeit gehen...

Kaum hatte er sich angezogen, standen auch schon zwei Polizisten in seinem Zimmer, die ihn über die Ereignisse beim Brand ausfragten. Er gab so gut es ging Antwort und war erleichtert, als er endlich gehen durfte.

Max wirkte etwas geschafft, als sie sich am Taxi trafen, grinste aber glücklich vor sich hin. Er trug Jeans und ein schlichtes grünes T-Shirt. Allem Anschein nach hatte auch er erfahren, dass sie Kais und Daichis Leben gerettet hatten und fühlte sich in seiner Entscheidung zur Rettungsaktion auch noch bestätigt. Johnny verdrehte genervt die Augen, beließ es jedoch dabei. Auf der Fahrt sprachen sie dennoch miteinander über das, was geschehen war: Was die letzten Erinnerungen vom Vorfall waren, wie es ihnen ging und was für Informationen sonst bekannt waren und wie es um Kai und Daichi stand.

Johnny berichtete davon, dass Robert ihn besucht hatte (allerdings hatte das mehr den Grund, dass er vor Max rechtfertigen musste, warum er einen dicken Blumenstrauß mit sich herumtrug, obwohl er nur eine Nacht im Krankenhaus verbracht hatte) und dass er alles andere begeistert von dem war, was sie getan hatten. Max zuckte mit den Schultern und lächelte nur: „Es ist doch alles gut ausgegangen, oder? Manchmal muss man einfach auch mal was riskieren, um das Richtige zu tun.“
Nun, so konnte man es sehen. Musste man aber nicht Aber Johnny hatte keine Lust auf eine Diskussion und beließ es dabei.

Max erzählte, dass seine Mutter Judy Tate, eine der Leiterinnen der aktuellen Trainingstage für die Profiliga, es leider nicht zum Krankenhaus geschafft hatte, da sie zu sehr mit der Organisation und Strukturierung der Einsatzkräfte beschäftigt gewesen war. Der Amerikaner wirkte verständnisvoll, Johnny wusste, dass er bei einer solchen Ausrede vermutlich lange Zeit kein Wort mehr mit der Person gewechselt hätte. Arbeit hin oder her – manche Dinge gingen einfach vor. Oder in Roberts Fall einfach mit.

Immerhin hatten Tyson und Kenny wohl einige Zeit bei Max im Krankenhaus verbracht, weshalb er bester Laune war und sich auch auf die Rückankunft sehr freute.

„Weißt du, Johnny“, meinte er und lächelte, „Ich glaube wir geben ein gutes Team ab. Immerhin haben wir gestern zwei Leben gerettet.“

Skeptisch zog Johnny seine Brauen nach oben und schüttelte den Kopf: „Du hast Kai und Daichi gerettet. Draciel hat das Feuer gelöscht, wenn ich dich daran erinnern darf. Ich stand nur daneben.“

„Wenn ich mich recht erinnere, bist du genauso dabei gewesen wie ich. Also stelle dein Licht nicht unter einen Scheffel“, Max zwinkerte ihm zu und sah dann aus dem Fenster. Bis zum Hotel sprachen sie nicht mehr. Es herrschte ein einvernehmliches Schweigen und beide hingen ihren eigenen Gedanken nach.

Erst als der Wagen hielt und sie ihr Gepäck zusammen suchten, erwachte die Konversation wieder zum Leben. „Was steht auf dem Programm?“, murrte Johnny etwas genervt, während er den Blumenstrauß unter seinen Arm klemmte, um an seine Tasche zu kommen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Beybladern hatte er sich den Plan noch nicht so genau angesehen, dass er ihn bereits auswendig kannte.

„In einer Stunde gibt es Essen“, meinte Max, „Ich glaube bis dahin haben wir Partner-Training.“

Sie traten gemeinsam in das Foyer und die Dame an der Rezeption nickte ihnen freundlich zu. Ein paar Polizisten saßen auf den Sesseln, vermutlich dauerten die Untersuchungen des Brandes weiterhin an. Johnny musterte sie aus den Augenwinkeln und war erleichtert, als sie endlich in den Lift traten. Sicherheit in allen Ehren, aber er mochte das Gefühl bewacht zu werden wirklich nicht.

„Wenn wir unseren Kram weggepackt haben“, setzte Max erneut an und Johnny sah ihn fragend an, „würde ich gerne erst einmal zu meiner Mutter gehen, bevor wir trainieren. Du kannst ja gerne schon mal vor gehen, aber ich würde ihr gerne Bescheid geben, dass mit mir alles in Ordnung ist. Sie macht sich bestimmt Sorgen.“

Johnny nickte beiläufig, war jedoch recht erleichtert über diese Entscheidung. Er wollte ein wenig alleine mit Salamalyon trainieren, testen, ob die Bindung beim Beybladen wieder funktionierte. Das Gefühl, beobachtet und bewertet zu werden, konnte er dabei wirklich nicht gebrauchen...

„Geht klar. Lass dir ruhig Zeit, ich habe dafür wirklich Verständnis.“

Kaum war das Gepäck verstaut, trennten sich ihre Wege. Johnny schlug den Weg zum Trainingsraum ein. Das erste Mal seit langem hatte er tatsächlich Lust darauf, sein Beyblade zu starten. Ob Salamalyon erscheinen würde? Er hatte gesagt, das Problem seien seine Zweifel. Er durfte nicht zweifeln.

Salamalyon würde erscheinen!

 

Mit einem freudigem Lächeln und stolzen Augen stand Max vor dem Hotelzimmer seiner Mutter. Bestimmt hatte sie sich Sorgen gemacht, aber sicherlich würde sie auch sehr stolz auf ihren Sohn sein, immerhin hatte er durch seinen Einsatz zwei Leben gerettet. Der Weg zum Zimmer hatte einige Zeit in Anspruch genommen, da die Betreuer in einem anderen Flügel des Hotels untergebracht waren, doch nun stand er hier. Er hob die Hand, klopfte an und wartete.

Im Inneren des Zimmers hörte er deutlich den vertrauten Klang der Stimme seiner Mutter. Was sie sagte, ließ ihn für einen Augenblick irritiert die Stirn runzeln.

Darling, geh bitte an die Tür. Sicher ist es Stanley mit neuen Informationen. Sag ihm, ich bin gleich fertig.“

Schwungvoll wurde die Tür geöffnet und Max musste einen Aufschrei der Überraschung unterdrücken, als er den Mann erkannte, der nun vor ihm stand. Auch sein Gegenüber schien im ersten Moment zu erstaunt zu sein, um sofort zu reagieren, doch dann zierte ein breites Grinsen seine Lippen. Er lehnte sich gegen den Türrahmen, bekleidet lediglich mit einem Handtuch um die Hüften, die Arme vor der Brust verschränkt. Max glotzte ihn an, musste erst verstehen, was das bedeutete...

„Schön zu sehen, dass es dir wieder besser geht, Max.“

Im Zimmer ging irgendetwas zu Bruch und er hörte hastige Schritte. Seine Mutter erschien, im Morgenmantel, mit nassen Haaren. Ihr Gesicht war blass, ihre Mimik zeigte deutlich das Entsetzen über das Erscheinen ihres Sohnes.

„Max, du bist schon wieder zurück? Ich – ich wollte dann ins Krankenhaus fahren und dich besuchen und-...“

„Was will der hier?“, Max rang sichtlich mit der Fassung und starrte seine Mutter direkt an, als erwarte er, dass sie die offensichtliche Situation abstritt. Doch sie blickte zur Seite, wirkte unruhig.

„Ich wollte bestimmt nicht, dass du es so erfährst“, erklärte Judy lahm und schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln, das Max mit einer Grimasse konterte, „Aber es lässt sich nun auch nicht mehr ändern. Du weißt, dass dein Vater und ich uns schon vor einiger Zeit getrennt haben, und – manchmal findet man eben Liebe dort, wo man sie am wenigsten sucht.“

Sie suchte den Blickkontakt zu ihrem Liebhaber, der ihr ein aufmunterndes Lächeln schenkte und seinen Arm sanft um sie legte. Max empfand in diesem Augenblick so viele Gefühle, die er gar nicht fühlen wollte. Zorn und Hass, Enttäuschung, Übelkeit – und diese unglaubliche Hilflosigkeit.

Warum ausgerechnet er? Ausgerechnet dieser Typ?

Max versuchte sich zu beruhigen. Wenn seine Mutter glücklich war, war das in Ordnung, oder? Er presste seine Lippen aufeinander, atmete ein paar Mal durch. „Mom, bitte sag mir, was das soll.“

„Max, komm doch kurz herein. Das ist wirklich nichts, was wir zwischen Tür und Angel besprechen sollten...“, sie streckte ihre Hand nach ihm aus, doch ihr Sohn trat einen Schritt zurück. Er schüttelte den Kopf und blickte immer wieder von Judy zu dem Mann, der nicht zum ersten Mal sein Leben auf den Kopf gestellt hatte. Aber er wollte nicht verstehen, was das sollte.

„Max, benimm dich bitte nicht wie ein kleines Kind. Du bist doch nun auch schon erwachsen und-...“

„Aber Boris?!“, er fiel ihr aufgebracht ins Wort und ballte seine Hände zu Fäusten, „Du weißt was er getan hat! Du weißt was er für ein Monster ist!“

Boris räusperte sich. „Du hast recht, Max. Ich war ein Monster, wie du es bezeichnest. Ich habe sicherlich viel Schlechtes getan. Aber Menschen ändern sich und ich kann dir versichern, dass-...“

„Ich rede mit meiner Mutter!“, rief Max zornig und sein Gesicht verriet deutlich die Abneigung, die er empfand. „Wie oft haben wir ihm eine Chance gegeben und seine Motive haben sich als zweifelhaft herausgestellt? Du weißt das doch genauso gut wie ich!“

„Benimm dich, Max!“, der strenge und zurechtweisende Tonfall Judys war nicht zu überhören.

Der junge Amerikaner starrte von Boris Balkov hin zu seiner Mutter und wieder zurück. Er schüttelte nur den Kopf, das Entsetzen stand ihm ins Gesicht geschrieben. Ohne ein weiteres Wort wandte er sich um und rannte den Hotelgang entlang, begleitet von der Stimme seiner Mutter, die seinen Namen rief.

Er wollte vergessen, dieses Bild von diesem furchtbaren Mann und seiner Mutter aus dem Kopf bekommen. Er wollte diese furchtbaren Gefühle los werden.

Oh Gott, das durfte nicht wahr sein!

Kommentare

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Ich bin immer noch ein bisschen sprachlos wegen des Pairings.

Als die Tür aufging, dachte ich zuerst an allerlei Personen - Boris war garantiert keine davon, srsly, wer würde halt auch zuerst an Boris denken?? Außer Kradi xDD

Nachdem Max aber immer entsetzter war, sind auch mir die Gesichtszüge mit dem Lesen immer weiter entgleist und irgendwann beschlich mich die schlimme Vorahnung, dass innerhalb der nächsten 3 Sätze der Name Boris Balkov auftauchen würde - und siehe da, so war es. X__________________X

Um aber nochmal zum Anfang zu kommen: ich weiß nicht, ob Max' Aktion wirklich mutig war, ich muss auch sagen, tendenziell eher dumm... und ich bin da auch ganz bei Robert mit der Gardinenpredigt (:D da musste ich auch sehr lachen!). Verdient haben sie beide.
Eigentlich hätten sie mehr als eine Predigt verdient, auch wenn sie Kai und Daichi damit gerettet haben (um Daichi wäre es wirklich nicht schade).

Für Johnny freut es mich aber in jedem Fall, dass er wieder Kontakt zu seinem BitBeast aufnehmen konnte, nachdem er so lange nichts von ihm gehört hat... das er so stark an sich zweifelt hätte ich nicht gedacht.
Ich hätte ihn anders eingeschätzt, aber ich glaube der Kontrast passt hier wirklich gut: wie er nach außen wirkt und wie es dann tatsächlich in ihm aussieht.
Ich bin gespannt, ob er das in den Griff bekommt und dann wieder ohne Zweifel nach vorne blicken und mit Salamalyon Seite an Seite kämpfen kann! :)

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Auch dir - ich weiß, ich weiß, ihr könnt's sicher alle nimmer hören :'D - würde ich empfehlen, ein paar unnütze Wörter aus dem Text zu streichen, die ihm zwar Volumen, aber keinen Inhalt geben.

Ich fands am Anfang auch mega schwierig, mich dran zu halten, aber ich bin öfter meine Texte durchgegangen und hab mich bei manchen Wörtern gefragt, ob mein Text nennenswert an Bedeutung verliert, wenn es nicht dasteht.

 

> Mittlerweile war der Qualm im Gang dichter geworden und das Atmen wurde schwieriger. (Füllwörter)

Der Qualm im Gang wurde (immer) dichter und das Atmen schwieriger.

 

> Aber es war vermutlich sowieso schon zu spät, um jetzt noch umzudrehen (umzukehren). Max keuchte hörbar und drehte sich dann kurz zu ihm um (er hatte sich sein Shirt über einen Teil seines Gesichtes gezogen) (Füllwörter, Wortwiederholung)

Noch ne kleine Anmerkung aus der Realität: Johnny hat recht, sowas sollte man wirklich Leuten überlassen, die Atemmasken und ne Sauerstoffflasche haben... und feuerfeste Kleidung... aaaaaber da das in den seltensten Fällen spannend ist, weswegen ich auch gut verstehe, dass Max NICHT das Richtige tun will und Johnny sich dem anschließt xD:

Realitätsnäher wäre es, wenn sie sich bei (dichter) Rauchbildung nahe des Bodens bewegen, Rauch steigt ja grds. nach oben. Ich kann jetzt nicht so viel zu deiner Rauchbildung sagen, aber je dunkler der Rauch ist, desto schneller wird er giftig (schwarzer Rauch bringt Menschen ziemlich instant um, wenn man den einatmet. Da isses mit ner Rauchvergiftung nicht getan, glaub 3-5 Atemzüge). Ich klugscheißer jetzt auch nur rum, weil ich's für Brandgefährlich mal recherchiert hatte und während eines Filmeabends drüber aufgeklärt wurde (falls mal jemand Bock hat Feuerwehrfilme zu gucken, kann Backdraft empfehlen^^); Da kommt man aber nicht immer zwingend von allein drauf, daher ist das jetzt auch nicht so schlimm - und lobenswerterweise denken sie ja auch dran, sich überhaupt zu schützen. Brav, Maxie!

 

> „Wie willst du vorgehen?“
Max glotzte ihn an, als sei er bescheuert.

„Wir sind zwei Beyblader mit zwei mächtigen Bitbeasts. Wie sonst willst du gegen ein Feuer vorgehen? Ich habe ein Wasserbitbeast, kann also die Flammen löschen. Und du kannst sie mit Hilfe von Salamalyon kontrollieren. Dein Element ist doch Feuer, oder?“

Um die Szene etwas aktiver zu gestalten, könnte Max auch ohne Erklärung zur Tat schreiten und dann nebenbei erwähnen, dass er mit seinem Wasserbitbeast die Flammen löscht und Johnny dran erinnert, das Feuer sein Element ist.

 

Ich hoffe, die Anmerkungen helfen dir ein wenig weiter und du fühlst dich dadurch nicht auf den Schlips getreten. Ich mag die Profiliga nach wie vor und finde es sehr spannend, wie du die Aufgaben immer wieder umgesetzt hast und eine zusammenhängende Geschichte daraus bastelst. Das ist bei Vorgaben, die wenig gemein haben, nie besonders einfach ;)

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Hui, dann bin ich auch mal hierzu gekommen. Immerhin hat das hier sehr interessant auf mich gewirkt und ich bin froh, dass ich mich nach dem Lesen darin bestätigt fühle^^

Die Idee mit der Profilga finde ich allein schon gut. Und dann auch noch diese Paarungen bei den Bladern, damit sie voneinander lernen können? Coole Sache, da kommen die besten Kombinationen raus.
Johnny scheint ja nun zumindest nen Teil bewältigt zu haben. Als er von seinen Selbstverzweifeln erzählte, fühlte ich mich irgendwie sehr betroffen, da ich die Gedanken ja schon teile. Soll jetzt aber nicht negativ gemeint sein, sondern eher, dass ich ihn einfach zu gut verstehen konnte. Aber umso glücklicher macht es mich, dass er zumindest seine Verbindung zu Salamalyon wiederentdecken konnte.
Jetzt kommt es wohl zu dem, was Max von ihm lernen kann. Da bin ich mal gespannt drauf, wobei ich nur vage Vermutungen habe ... Aber noch zum Plotttwist hier gegen Kapitelende ... OH MEIN GOTT! Ich hab gedacht ich könnte nicht mehr richtig lesen, als ich dieses neue Pairing zu Gesicht bekommen habe. Ich an Max' Stelle hätte vermutlich kotzen müssen ... Boah, seine Mutter mit Boris ... Ich muss mir jetzt mindestens zehn Stunden Katzenvideos anschauen, um diese Vorstellung zu verdrängen O.O
Ich bin aber mal ... gespannt, wie sich das ganze entwickeln wird. Kai und Daichi werden sich ja hoffentlich wieder gut erholen, und wird man auch noch andere Kombinationen erfahren? (Ich geh mal von aus, dass wenn die ein Battle hatten, sie zusammen eingeteilt wurden). Das hier scheint auf jeden Fall ne spannende Story zu werden/sein, die ich auch gerne weiterhin mitverfolgen möchte x3

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Vielen Dank für deinen Kommentar! :-)

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"Wir müssen uns in die Flammen stürzen, weil es [i]könnte[/i] ja [i]eventuell[/i] jemand in Gefahr sein!"
Die Haltung passt aber zu Max, da kann ich nichts dagegen sagen. Und es ist ja noch mal gut gegangen, obwohl ich Robert zustimme, dass das eher Deppenglück, als sonst was war.

Ich mag die Beziehung zwischen Johnny und Robert sehr gerne, die du hier zeigst, weil die beiden (auch im letzten Kapitel schon) sehr vertraut miteinander umgehen, sich ihre Freiheiten lassen und die Eigenheiten des jeweils anderen akzeptieren. Sie stehen einander bei und sie erkennen auch schon aus kleinen Anzeichen heraus, wie's um die Gefühlslage des anderen steht.
Was mich auch vermuten lässt, dass das mit dem Geheimhalten, dass Johnny und Salamalyon keine besonders tolle Verbindung zueinander hatten, nur mittelmäßig gut geklappt haben dürfte.

Und OMG. Judy und Boris. Ich weiß echt nicht was ich dazu sagen soll o_O
Außer dass ich Max' Entsetzen echt gut verstehen kann und ich gar nicht wissen will, wie die zwei sich gefunden haben ...
Was ich dafür umso lieber wissen würde, wär', wie's weiter geht >.< Und wie viel von dem hier Max Johnny erzählt (bzw. was Max' Aufgabe in der ganzen Sache ist).

Die Story gefällt mir echt gut bisher ^^

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Vielen Dank für deinen lieben Kommentar!
Es freut mich, dass Roberts und Johnnys Beziehung zueinander so gut ankommt. Zugegeben habe ich da auch viel Zeit hineininvestiert... :'D

Und Judy und Boris... MUHAHAHAHAHA!
Ich kann auf alle Fragen nur antworten mit: weiterlesen!
Vielleicht komme ich ja heute dazu das nächste Kapitel hochzuladen... oder morgen. :'D

Ich arbeite ja aktuell an einer stilistischen Überarbeitung... aber ich glaube, ich schließe die FF erst vollständig ab, damit diese "Baustelle" einfach zügig ein fertiges Haus wird.

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Ist es blöd, dass ich schon wieder so gut, wie alles vergessen habe? =,D

Ich wusste nicht mehr, was der Auslöser des Feuers war, wer Kais zugewiesener Partner war (was aber die Eskalation so gut erklärt) und das Johnny hier zumindest in dem Moment wieder aus seiner tiefen Kluft zu seinem Bitbeast befreit war. (/)_(\)

Teamanalyse im Schlaf mit Bitbeast bei Robert. Die Vorstellung ist einfach köstlich!

Salamalyon ist so ungewöhnlich förmlich. XD

Oh, sobald Max seine Mutter auch nur erwähnt hatte….konnte ich mich an den Teil wieder erinnern!

Boris so: Yes, I fucked your mother und Judy steht dabei voll hinter ihm: worst day ever!