Das geheimnisvolle Herausforderungsschreiben

Gingka und Kenta waren nicht mehr weit vom Bey Pit entfernt. Sie hatten nur noch wenige Meter zu gehen, doch dann blieb der Pegasusblader plötzlich stehen.
„Ach, verdammt!“ Ihm war wohl gerade etwas eingefallen. „Wir haben vergessen, das Mädchen nach ihrem Namen zu fragen!“
„Mist, du sagst es …“ Kenta konnte nicht fassen, wie verpeilt sie gewesen waren. Diese Begegnung war auch mehr als unerwartet, und vor allem auch etwas ungewöhnlich gewesen. „Aber ich glaube, das mit dem Wiedersehen wird trotzdem klappen. Sie kannte immerhin deinen Namen … Was ja heutzutage vielleicht gar nicht so merkwürdig ist.“
„Dann hoffe ich , dass das ausreicht …“ Gingka lächelte seinen guten Freund nun an. „Ich habe noch nie gegen einen Scutum gekämpft, glaube ich … Ich bin schon richtig gespannt, und du? Bestimmt willst du dich auch mit ihr messen.“
„Natürlich! Ich meine, wenn das Mädchen damit einverstanden ist.“
„Ich bin mir sicher, dass sie eine Herausforderung von dir nicht ablehnen wird.“ Beide Blader lachten gut gelaunt auf, ehe sie die letzten Meter zum Bey Pit gingen.


„Ich sterbe noch vor lauter Langeweile …“ Der junge Blader Altair, der es sich vor kurzem ganz gehörig mit dem Vorstand der WBBA verscherzt hatte, war noch immer in Metal Bey City. Hier war der Ort, an dem viele der starken legendären Blader verweilten, aktuell sogar alle. Doch der Schwarzhaarige hatte noch nicht das Glück, auch nur einem von ihnen über den Weg gelaufen zu sein. Stattdessen hatte er mit den anderen hier lebenden Bladern vorlieb nehmen müssen, von denen seiner Meinung nach einer lausiger als der andere war.
„Wenn das so weitergeht, verdünnisiere ich mich lieber von hier …“ Altair fand einfach keine neuen Gegner mehr. Von den – in seinen Augen lächerlichen – Bladern, gegen die er bereits gekämpft hatte, wollte er keine Herausforderung mehr. In dieser Stadt hatte er seit seinem Ankommen jeden einzelnen Kampf gewonnen und langweilte sich. Er hatte sich wohl zu viel von diesem Ort versprochen.
„Hier gibt es scheinbar niemanden, der sich mit mir messen könnte … Wenn ich von den scheinbar zu schwer erreichenden legendären Bladern absehe.“ Er hatte zwar Gerüchte von einem Blader gehört, der gestern in Metal Bey City angekommen sein soll und scheinbar wenigstens halbwegs etwas auf dem Kasten haben soll, aber Altair war ihm noch nicht begegnet. Deswegen hoffte er, wenigstens gegen diesen Unbekannten kämpfen zu dürfen. Wenn er schon nicht gegen seine eigentlichen Wunschgegner antreten konnte.

Doch da wurde Altairs Aufmerksamkeit auf etwas anderes gerichtet. Er schlenderte gerade durch die Straßen, um sich etwas zum Essen zu organisieren, als er an zwei Mädchen vorbeikam, die sich laut unterhielten.
„Hast du diese Beyscheiß-Show gestern Abend gesehen? Da hat man wieder deutlich gesehen, wie dermaßen behindert diese Blader sind.“
„Oh Gott, erinnere mich nicht daran … Am schlimmsten fand ich ja diesen Gingka Hagane! Der ist so dumm, dem wird bestimmt noch nicht einmal seine Berühmtheit helfen, jemals eine Freundin abzubekommen!“
„Du sagst es! Und diese trottelige Moderatorin war so unfähig, das gibt es fast nicht … Aber am schrecklichsten fand ich diesen Blauhaarigen, der Krawall angefangen hat.“
„Es ist einfach ein Jammer … Ein paar von diesen Bladern sahen nicht einmal so schlecht aus. Aber wenn von denen sogar welche diesem Nemesis geholfen haben … Nein danke, ich passe. Beyblader sind ja mal echt für gar nichts gut, höchstens zum Aufregen.

Altair ballte kurz die Hände zu Fäusten. Was fiel diesen dummen Hühnern eigentlich ein, so über Leute zu sprechen, die sie eigentlich gar nicht kannten? Und dann auch noch alle Blader über einen Kamm zu scheren, nur weil einige mit gezinkten Karten spielten? Altair hasste solch oberflächliche Mädchen, eigentlich generell diese Art von Menschen.
»Es wird wohl mal wieder an der Zeit, ein bisschen Spaß zu haben …« Der Schwarzhaarige verstaute sein Beyzubehör unbemerkt in seiner Tasche, um sich nicht selbst zu verraten. Stattdessen zückte er ein winziges Fläschchen, welches er in einer seiner Hosentaschen verschwinden ließ. Nun schritt er langsam auf die Mädchen zu, welche sich über großen Durst beklagten. „Darf ich die beiden Schönheiten vielleicht einladen?“


„Hallo, da seid ihr ja wieder!“ Madoka begrüßte erfreut Gingka und Kenta, welche gerade zur Tür hereinkamen. Auch Yuki eilte schnell herbei.
„Und, wie ist es gelaufen?“
„Na ja, nicht so besonders“, seufzte Gingka.
„Was ist denn mit Benkei los?“, fragte nun Kenta. Er sah, wie Benkei in einer Ladenecke saß und Trübsal blies.
„Kyoya hat mal wieder einen seiner Ego-Trips und möchte alleingelassen werden. Auch von seinem treusten Begleiter“, erklärte Madoka genervt. „Aber das ist ja nichts Ungewöhnliches … Und nun erzählt schon! Was heißt hier denn nicht so besonders?“
„Mein Dad hat uns natürlich nichts erzählt und weggeschickt. Er und die anderen haben uns gesagt, wir sollten alles ihnen überlassen und ihre Arbeit machen lassen.“
„Nur Tsubasa hat uns wenigstens ein bisschen etwas erzählt. Beziehungsweise versprochen, uns bald etwas mehr zu verraten“, fügte Kenta hinzu.

„Aha? Was genau hat Herr Tsubasa denn gesagt?“
„Tsubasa meinte, die WBBA habe einen Feind, der ihnen schaden will. Er versuchte uns zu verstehen zu geben, dass die Show höchstwahrscheinlich von ihnen manipuliert wurde. Und wir glauben, dass diese Leute wahrscheinlich schon viel mehr angerichtet haben.“
„… Oh nein.“ Madoka reagierte mit großem Entsetzen auf das, was Gingka gerade erzählt hatte. „Das darf doch nicht wahr sein … Erst die Dark Nebular, dann die HD Academy und letztendlich Nemesis … Wer ist denn nun als nächstes dran? Darf die Beybladewelt etwa niemals ihren Frieden finden?“
„Wir können nur hoffen, dass diese Leute nicht so gefährlich sind wie frühere Feinde“, seufzte Yuki. „Vielleicht geht es denen ja nicht um das Beybladen an sich, sondern nur um die Wirtschaft. Wobei allein das schon schlimm genug wäre.“
„Egal, wie dem nun sei … Wir müssen irgendwie verhindern, dass die WBBA weiter in Mitleidenschaft gezogen wird und alle Blader darunter leiden! Wir müssen uns dagegen wehren, und ich für meinen Teil werde nicht kampflos aufgeben! Und wenn es das Letzte ist, was ich tue!“

„Ach so, ja!“ Madoka fiel nun etwas ein, was in der ganzen Aufregung beinahe vollkommen untergegangen wäre. „Gingka, ich will dich ja nur ungern unterbrechen … Aber es wurden zwei Briefe abgegeben. Und zwar einer für dich, und einer für Kenta.“
„Huch?“ Die beiden Blader schauten ihr überrascht nach, als sie die Briefe holen ging.
„Genauer gesagt wurden sie vor die Tür gelegt“, fügte Yuki in der Zwischenzeit hinzu. Madoka hatte sich beeilt und gab die beiden Schreiben sofort weiter.
„Hier, bitteschön.“
„Merkwürdig“, merkte Gingka an. „Wer sollte denn ausgerechnet hier Briefe für Kenta und mich hinterlegen?“
„Was meinst du mit ausgerechnet hier? Ihr Beide hängt hier schließlich nicht gerade selten rum!“
„Fräulein Madoka hat Recht“, meinte Yuki. „Die Briefe könnten ja immerhin von jemandem sein, der euch gut kennt.“
„Na gut … Dann lasst uns mal schauen.“ Gingka und Kenta öffneten zeitgleich die Kuverts und nahmen jeweils einen gefalteten Briefbogen heraus. Vorsichtig, aber dennoch neugierig entfalteten sie das Papier und strichen es glatt. Beide Texte waren feinsäuberlich von Hand auf reinweißem Briefpapier geschrieben und Gingka las seinen Brief vor.

An Gingka Hagane
Dies ist eine Herausforderung zum Beybattle. Erscheine, wenn dir etwas am Schicksal des Beybladens liegt.
Sei heute Abend um 20 Uhr am Hafen und gehe an Bord des einzigen Schiffes dort. Es wird dich an den Austragungsort unseres Kampfes bringen.
Sei pünktlich und bringe niemanden mit, an dem ich kein Interesse habe. Ansonsten kann ich für nichts garantieren.

„Ich habe genau denselben Brief“, stellte Kenta fest. „Nur mit dem Unterschied, dass meiner an mich gerichtet ist.“
„Jungs …“ Madoka war die Sache ganz und gar nicht geheuer. „Ich glaube, das ist eine Falle. Ihr dürft da unter keinen Umständen hingehen, verstanden?“
„Das sehe ich genauso“, stimmte Yuki ihr zu. Wenn nicht sogar noch unsicherer. „Vor allem, wenn die Zeichen für einen neuen, mächtigen Feind da sind. Es wäre vor allem in einer solchen Situation unverantwortlich, sich in eine solche Gefahr zu begeben.“
„Aber Leute … Hier steht, dass es um das Schicksal des Beybladens geht.“ Gingka wirkte ziemlich entschlossen. „Das ist die Chance, selbst etwas tun zu können! Oder was meinst du, Kenta?“
„Nun ja …“ Im Gegensatz zuseinem guten Freund wirkte der Genannte noch etwas unentschlossen. „Das denke ich eigentlich auch, aber ich bin noch etwas unsicher. Es gibt keine Unterschrift oder sonstigen Hinweis, von wem die Herausforderungsschreiben sein könnten. Jedenfalls kennt keiner von uns diese Handschrift. Und außerdem steht da, man solle niemanden mitbringen … Aber trotzdem sollen sowohl Gingka, als auch ich dort erscheinen. Das ist mir etwas zu merkwürdig … Und deswegen ist da wohl etwas faul.“ Nun seufzte Kenta kurz auf. „Oder der Brief an mich ist ein Versehen und nur Gingka soll dort erscheinen. Ich meine … Wer hält mich denn bitteschön für so wichtig, um mir eine solch geheimnisvolle Herausforderung zukommen zu lassen?“
„Kenta, sag doch so etwas nicht!“ Gingka wollte seinem jungen Freund etwas Mut machen. „Du bist ein klasse Blader, das solltest du mittlerweile wissen. Ich glaube schon, dass das alles so richtig ist.“ Er nahm den Brief noch einmal zur Hand, wobei er den Umschlag versehentlich fallen ließ und dieser zu Benkei in die Ecke flatterte. „Hier steht genau genommen nur, dass man niemanden mitbringen soll, den der Herausforderer nicht interessiert. Und da du auch dieses Schreiben erhalten hast, bist du für die Person von Interesse und solltest mich daher begleiten.“

„Nanu?“ Nun kam Benkei doch noch zu seinen Freunden. „Seht mal. Mir kam ein Brief an Kyoya in die Hände, dessen Umschlag genauso aussieht wie bei euch.“ Der Lilahaarige zeigte der Gruppe den Kuvert, der an Kyoya Tategami adressiert war. „Nachdem Kyoya mich weggeschickt hatte, flog dieses Teil mir mehr oder weniger vor die Füße.“
„Dann gilt diese Herausforderung wohl auch für ihn“, schlussfolgerte Gingka. Er wand sich an Yuki. „Hast du zufällig auch so ein Schreiben bekommen?“
„Nein, nicht dass ich wüsste“, musste der Brillenträger verneinen, er wirkte nachdenklich und sah Gingka nicht einmal an. „Ich für meinen Teil weiß nur von diesen drei Briefen.“
„Schon okay. Ich dachte nur, vielleicht könnten wir irgendwelche Kriterien für die Auswahl der herausgeforderten Blader finden.“

„Jetzt hört aber auf!“ Madoka schlug mit beiden Händen auf den Tisch. Verärgert schaute sie ihre Freunde an, aber auch eine Menge Sorge war in ihrem Blick zu erkennen. „Die Sache stinkt doch zum Himmel! Wenn ihr schon unbedingt dahinmüsst, kontaktieren wir wenigstens die WBBA!“
„Nein“, sagte Gingka entschieden mit festem Blick. Alle schauten ihn überrascht an. „Wenn mein Vater der Meinung ist, sie würden alles alleine regeln, sollen sie es doch gerne versuchen. Aber da mache ich nicht mit.“ Wieder wand er sich an Kenta. „Ich kann es verstehen, wenn du das alles für ziemlich riskant hältst. Aber das ist mir das Beybladen wert. Und ich verspreche dir … Wenn es wirklich eine Falle sein sollte und du in Gefahr gerätst, werde ich dich unter allen Umständen beschützen.“
„ …Na gut, Gingka. Ich vertraue dir.“ Kenta sagte ihm zu. Zuerst war Madokas Blick noch etwas etwas kritisch, doch dann seufzte sie. Nickend gab sie zu verstehen, dass sie sich den Beiden nicht im Weg stehen wollte.
„A-aber …“ Nur noch Yuki schien weiterhin komplett dagegen zu sein. Es war schon fast eine Überraschung, dass ausgerechnet er sein Wort dagegen erhob. „Das geht aber nicht! Was ist, wenn euch allen etwas passiert und keiner kann euch helfen kommen? Ich verstehe eure Ideale … Aber ich möchte nicht, dass ihr euch in solche Gefahr begibt! Nemesis war schon bedrohlich genug!“

„Yuki …“ Gingka schaute seinen guten Freund erst verwirrt an, doch dann entspannte er sich. Zuversichtlich blickte er zu ihm. „Es ist schön zu wissen, dich als Freund zu haben und ich verstehe deine Sorge. Aber glaube mir … Wir sind schon mit anderem fertig geworden, da wird das hier auch zu meistern sein.“
„Herr Gingka … Seid aber wenigstens vorsichtig.“ Yuki war noch immer dagegen, aber er wusste, dass er niemanden umstimmen konnte. Vor allem nicht Gingka.
„Kenta und ich werden uns auf den Kampf vorbereiten und dorthin gehen. Wenn ihr bis morgen früh noch nichts von uns gehört habt, könnt ihr die WBBA kontaktieren. Vielleicht beruhigt euch das ja etwas.“ Nun wand er sich noch insbesondere an Benkei. „Bitte bring Kyoya den Brief. Ich bin mir sicher, dass er auch ohne irgendeine großartige Erklärung dort erscheinen wird.“
„Wird sofort erledigt!“ Augenblicklich stürmte Benkei aus dem Laden, um sein großes Idol aufzuspüren.
„Dann werden wir auch mal gehen“, verabschiedete Gingka sich zusammen mit Kenta nun von Madoka und Yuki. „Unsere Beyblades sind in Ordnung, schließlich haben wir in letzter Zeit kaum gekämpft.“
„Das ist okay. Viel Glück, Jungs!“ Nun wand sie sich an Yuki, welcher den Beiden noch besorgt nachschaute. „Und wir werden jetzt etwas zusammen machen, um auf andere Gedanken kommen … Vor allem du.“


Kurze Zeit später ging Tsubasa seit Langem wieder durch die Stadt. Die letzten paar Tage hatte er fast durchgehend im WBBA-Hauptquartier verbracht, da tat das nun ziemlich gut. Am liebsten hätte er zwar einen Ausflug in die Natur unternommen, doch das ging gerade nicht. Yu hatte nach ihm gefragt.
Er freute sich darauf, seinen brüderlichen Freund zu treffen. Sie sahen sich zwar noch oft genug, aber immer nur sehr flüchtig. Das schien vor allem Yu traurig zu machen, aber Tsubasa konnte es nicht ändern. Schließlich ließen es die Umstände momentan nicht anders zu.
Für einen kurzen Moment wurde er abgelenkt. Er ging gerade an zwei Mädchen vorbei, die an einer Hauswand hockten und einen unglaublich abartigen Gestank verströmten. Es roch, als haben sie sich in die Hosen geschissen und als Tsubasa sie genauer betrachtete glaubte er zu ahnen, dass genau dies der Fall zu sein schien. Die beiden saßen da, als würden sie wohl niemals wieder aufstehen wollen und die Schamesröte stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Tsubasa versuchte, sie nicht zu beachten und ging schnell weiter.
Wenige Meter weiter entdeckte er eine Person, die ihm ein wenig bekannt vorkam. Er erkannte Altair, welchen er vor kurzem mehr oder weniger kennengelernt hatte und fragte sich, warum dieser so sehr lachte. Der Schwarzhaarige versuchte sein Gelächter wohl ein wenig zu unterdrücken, doch es gelang ihm einfach nicht. Er musste sich sogar an einer Hauswand abstützen, um nicht vor lauter Lachen zu Boden zu gehen.
Doch all das sollte Tsubasa nicht näher interessieren. Er war auf dem Weg zu Yu, welcher sich mit ihm und noch einigen anderen bei einer Konditorei treffen wollte. Es hörte sich also nach plaudern und Kuchenessen an. Doch der Agent dachte sich schon, dass es auf noch mehr hinauslaufen würde.

„Hallo, Tsubasa! Hier!“ Yu saß zusammen mit Tithi und Dynamis an einem der Tische. Tsubasa war froh, dass der Junge klug genug gewesen war, einen Ort in einer Nebenstraße auszuwählen. Schließlich wäre es angesichts der gestrigen Beybladeshow keine allzu großartige Sache, sich ausgelassen in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
„So, da bin ich.“ Der Silberhaarige setzte sich auf einen freien Platz neben Yu, was diesen sehr erfreute. Links von diesem saß Tithi, welcher Dynamis als weiteren Sitznachbarn hatte. Am Tisch waren noch zwei weitere Plätze frei.
„Madoka hat gesagt, sie und Yuki würden auch kommen“, erzählte Yu. „Aber die Beiden sind ganz schön spät dran … Bei dir habe ich eine Ausnahme gemacht, aber jetzt will ich nicht mehr länger warten.“
„Danke für diese Ehre.“ Tsubasa musste lächeln. Auch, wenn Yus Getue ein wenig kindisch war, ließ es ihn seine Sorgen für einen kurzen Moment vergessen. Yu war eben noch ein Kind.
„Ich bin mir sicher, dass die Beiden einen guten Grund für ihre Verspätung haben“, merkte Dynamis ruhig an.
„Aber ich möchte auch endlich Kuchen haben“, quengelte Tithi ebenfalls.
„Dann gibt es nur eine Lösung … Wir bestellen uns einfach schon etwas. Madoka und Yuki haben dann einfach Pech gehabt, ätsch!“ Tsubasa musste über Yus Vorschlag ein wenig lachen, sogar Dynamis konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.
„Ich denke, die Beiden werden das verstehen …“


An einem anderen Ort ging es gerade weniger herzlich zu. Die Räumlichkeiten waren kaum beleuchtet und der junge Mann, der wohl am meisten von allen Menschen die Dunkelheit lieben musste, genoss zur Feier des Tages ein Glas seines geliebten Weißweines.
„Liebster Cousin … Sagtest du mir nicht immer, man solle den Tag nicht vor dem Abend loben?“
„Heute ist eine Ausnahme“, erklärte der Schwarzhaarige geradezu feierlich. Er schaute auf den Jüngeren herab, welcher sich wieder seinem Manga zuwandte. „Mach das ein anderes Mal, du verdirbst dir hier die Augen … Als Blader brauchst du schließlich eine einwandfreie Sehkraft.“
„Okay.“ Der junge Blader gehorchte und packte seinen Manga wieder weg. „Aber mal eine Frage … Bist du dir sicher, dass du mich für Abend nicht brauchst? Ich meine, vier Leute auf einmal werden selbst für dich zu viel sein. Vor allem Blader von solcher Stärke …“
„Keine Sorge, ich habe natürlich an alles gedacht.“ Ein Lächeln, welches jedem normalen Menschen einen Schauer über den Nacken gejagt hätte, zierte seine Lippen. „Selbstverständlich habe ich Verstärkung, mein Plan soll schließlich an keiner Stelle scheitern.“ Nun entspannten sich seine Gesichtszüge ein wenig. „Ich wollte dir nur eine kleine Pause verschaffen, das ist alles.“
„Hm?“
„Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass du mein wertvollster Verbündeter bist. Ich konnte mich immer auf dich verlassen und bin guter Dinge, dass ich es mit deiner Hilfe schaffe. Aber ich möchte auch, dass es dir gut geht … Wir sind schließlich eine Familie und haben nur noch uns.“

„Aber genau deswegen will ich alles in meiner Machtstehende tun, um dich auf deinem Weg zur neuen, besseren Beybladewelt zu unterstützen.“
„Das tust du doch schon. Du weißt, was deine nächste Aufgabe sein wird und hast auch schon einen guten Beitrag geleistet. Niemand von der WBBA wird geahnt haben, dass jemand von meinen Leuten bei ihrer Katastrophenshow im Publikum saß.“ Der Weißweinliebhaber lachte auf. „Und die Briefe hast du auch alle vier erfolgreich überbringen können?“
„Ich denke schon. Ich bin genauso vorgegangen, wie du es mir aufgetragen hattest. Den ersten Brief habe ich unter die Tür geschoben, aber in dem Riesenhotel kann mich unmöglich jemand bemerkt haben. Den Zweiten habe ich diesem Dickerchen vor die Füße fallen lassen, damit er ihn überbringt. Und die anderen beiden Briefe habe ich vor diesem … Bey Dingsda abgelegt.“
„Ja, genau so war es richtig.“ Der Ältere nickte zufrieden. „Wir müssen schließlich unser Gesicht bewahren.“
„Und wenn du diese vier Blader besiegt hast, ist das der nächste Schritt in Richtung Plan Inkognito?
„Ja. Ansonsten wäre es den ganzen Aufwand nicht wert.“ Nun erhob der Kopf der Organisation sich. „Ich werde mich nun vorbereiten. Ruhe dich in der Zwischenzeit aus und überlass alles mir.“
„Verstanden. Ich wünsche dir viel Erfolg, Alexander.“

Alexander ging nun den ebenfalls spärlich erhellten Flur entlang. Er verzog das Gesicht, er hasste solche Gespräche genauso sehr wie Menschen. Selbst, wenn es Familienmitglieder waren, denen man irgendeine Art von Sympathie vorgaukeln musste.
Aber diese Gedanken wollte er vorerst beiseitelassen. Er wollte sich komplett auf den bevorstehenden, wichtigen Kampf vorbereiten. Ein hinterhältiges Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus.
»Und wie ich diese Würmer besiegen werde … Ich werde sie vernichten und der Rest dieser Unwürdigen wird ihnen schon bald folgen!«

Kommentare

Bild des Benutzers Phase

Das klingt nach einem ganz schön größenwahnsinnigen Beyblader. Hoffen wir mal, dass er seine Feinde gehörig unterschätzt, denn ansonsten wird es ziemlich schwierig werden, ihn aufzuhalten. 

Mich würde ja interessieren, ob es für seinen Plan wichtig war, dass alle wichtigen Beyblader an einem Ort sind... oder ob ihm das vielleicht nicht das Genick brechen wird. 

Und Altair ist auch so ein Fall für sich... die armen Mädels. :-/ war zwar nicht nett, was sie gesagt haben, aber mit Rache konnte ich mich noch nie anfreunden. 

Mal gucken, was als nächstes geschieht...

Bild des Benutzers Monoceros

Größenwahnsinnig trifft es ganz gut, glaub ich. Aber nun ja. Wenn er sich so sehr verschätzen würde, wäre die FF ganz schön schnell rum^^°

Hm ... Praktisch war es schon für ihn. Ersparte ihm ne Menge Arbeit.

Ich für meinen Teil stelle mir Rache oft vor, aber ich würde mich schlecht bei ner tatsächlichen Ausführung fühlen (und vor allem will man sich auch nicht auf das Niveau der Leute hinabbegeben). Aber was Altair betrifft ... Hier haben wir eh jemanden, der sozusagen mit einer großen Doppelmoral lebt^^°

Na, das wirste ja schon sehr bald sehen x3

Bild des Benutzers Bäumchen

Man glaubt es kaum, aber ich komm auch mal zum Weiterlesen ^^"

Ich hab das GEfühl, dass sich Gingka und Kenta da in eine üble Sache hineinbegeben. Ich meine, Gingka wird schon wissen wie er sich da raus winden kann, aber das heißt nicht, dass es an angenehm wird haha

Altair finde ich auch nicht sonderlich sympathisch ... aber das ist vermutlich nichts Neues. Ugh. Naja. Ich warte mal ab was da noch auf mich zukommt, aber momentan geh ich davon aus, dass ich den auch in Zukunft nicht besser leiden können werde, haha. Man muss zum GLück nicht alles mögen.

Dieser böse Typ klingt jedenfalls ziemlich gefährlich. o_O

Bild des Benutzers Monoceros

Und man mag kaum glauben, dass ich auch endlich mal antworte xD

Hehe ... Vielleicht liegste mit dem Gefühl gar nicht so falsch ... Ach, abwarten^^°
Mir tut Altair zwar voll leid, dass scheinbar fast alle auf beyfiction ihn hassen ... Aber hat er selbst Schuld xD (Oder ich, was lass ich den auch nur für Sachen anstellen^^°). Aber genau, is vollkommen okay, nicht jeden zu mögen. Ich hab meine OCs ohnehin nicht mit dem Ziel erstellt, dass andere sie mögen sollen. In erster Linie dienen sie meiner FF, die armen Charaktere^^°
Jedenfalls danke für die Rückmeldung x3

Bild des Benutzers Meakuel

Was für ein Angeber! Ich frag mich, ob der Blader, von dem er gehört hat, er habe halbwegs was auf den Kasten, vielleicht sogar er selbst ist. Oder das Mädchen aus dem letzten Kapitel.

Bei den Mädchen hatte ich mich ja gleich gefragt, was er da wohl im Schilde führt. Hätte mich auch nicht gewundert, wenn er zu seiner Rache gar nicht gekommen wäre, weil sie ihn haben abblitzen lassen. Ich meine, er ist jetzt kein Sympathie-Träger schlechthin.

„Darf die Beyblade-Welt etwa niemals Frieden finden?“ Klares nein!

Der Herausforderer könnte natürlich auch jener Blader sein, über den man spricht, ob er nun zu den Bösen gehört, oder nicht. Aber Gingka ist wirklich naiv. Da sagt jemand, es geht um das Schicksal des Beybladens, also mach ich alles, was er mir sagt!~

Für mich klang es ja so, als wollte man die legendären Blader wieder isolieren (und dann auf dem Schiff versenken =,D).

Und die Bösen/Herausforderer haben ihre Premiere. Hm, erst mal also „nur“ Vier. Und eine bessere Beyblade-Welt, wie das wohl für ihn aussehen mag...

Bild des Benutzers Monoceros

Haha, da liegste mit Beidem nicht so ganz daneben xD
Ach, wenn Altair will, kann er auch ganz charmant sein. Nur wer halbwegs was im Kopf hat merkt, dass er das alles andere als ernst meint. Nur traf das auf diese beiden Mädchen nicht so ganz zu^^°

Ja, als ob! xD
Hehe, das wäre eigentlich auch noch ne gute Möglichkeit gewesen ... Aber ich feiere grade echt deinen Kommentar zu Gingkas Naivität xD
Ähm joa, wie diese bessere Beybladewelt wohl aussehen mag ... Vielleicht für die einen gut, für die anderen weniger ...? Man darf gespannt sein^^°