Unfaire Mittel

„Pegasus, zeig’s ihnen!“ Gingka, Kyoya, Chris und Kenta mussten sich auf die Herausforderung einlassen. Ehe sie gegen den Fremden kämpfen konnten, der sie hierherbestellt hatte, mussten sie zumindest gegen einhundert Blader bestehen.
„Verdammt … Wann werden das endlich mal weniger von diesen Nervensägen?“ Kyoya knurrte seinen Gegnern entgegen. Mittlerweile hatten er und seine Mitstreiter sich wenigstens aus dem lachhaften, sogenannten Schiff hervorkämpfen können und standen einigermaßen sicher am Hafen.
„Ich habe irgendwie das Gefühl, es werden immer mehr …“ Kenta musste sich Mühe geben, um mit seinen restlichen Gefährten mitzuhalten. Kurz hatte er wieder den Gedanken, er sei zu schwach. Vor allem im Vergleich mit den restlichen, an seiner Seite kämpfenden Bladern. Er wirkte aber dennoch tapfer weiter den Attacken entgegen, um niemanden eine Schande zu bereiten. Vor allem nicht demjenigen, dem er dieses Vermächtnis verdankte.
„Diese Typen schnappen sich ihre Beys einfach wieder und schießen sie erneut ab, wenn wir sie besiegt haben“, erkannte Chris nun.
„Was?! Das ist unfair!“ Gingka ballte seine Hände zu Fäusten und rief laut aus: „Was soll das? Wer auch immer Sie sind … Schämen Sie sich denn gar nicht?“ Es kam keine Antwort von ihrem Herausforderer. Nur ein lautes, gehässiges Lachen, auf welches die scheinbar hundert gegnerischen Blader miteinstimmten. „Das dachte ich mir … Sie Schwein!“
„Orion!“ Chris ließ seinen Bey geradezu auf die erneut besiegten Blader rasen, welche daraufhin erschraken und das Weite suchten. Er wand sich kurz an Gingka. „Halte hier keine großen Reden, sondern beseitige das Problem lieber direkt!“
„A-aber was ist, wenn ich versehentlich jemanden verletze?“
„Das müssen wir eben riskieren“, meinte Kyoya darauf trocken, während er ebenfalls einige Blader mit seinem Leone in die Flucht schlug. „Lieber erwischt es diese Typen, als uns!“
»Wir haben den Umständen entsprechend wohl keine andere Wahl …« Auch Kenta gefiel diese Methode nicht, aber er erkannte die Notwendigkeit. Ansonsten wären sie alle hier zum Scheitern verurteilt.


„… Haben wir uns verstanden? Agenten sollen sich um Angelegenheiten in Sachen Beybladen kümmern … Und keine Kameramänner im Keller einsperren!“ Ryo hielt gerade seinem Angestellten Daisuke im Beisein von Asuka und Hikaru eine gewaltige Standpauke. Die beiden Damen wollten einige alte Unterlagen aus den Kellerräumen holen, als sie die an die Heizungsrohre geketteten Personen entdeckt hatten.  
„Daisuke hat es sicher nicht böse gemeint“, versuchte Asuka ihren Freund zu verteidigen. „Sie wissen doch, dass sein Temperament gerne mal mit ihm durchgeht.“
„Das ist leider keine Entschuldigung und macht es nicht besser“, seufzte der Direktor auf. Er war des Belehrens müde geworden und sank geradezu in seinem Schreibtischstuhl in sich zusammen. „Wir können nur hoffen, dass sie uns nicht anzeigen oder Schadensersatz fordern.“
„Dann wären die Tage der WBBA wohl endgültig gezählt … Und diese neue, ominöse Organisation hätte freie Fahrt …“ Hikaru hätte bei dem Gedanken beinahe zu zittern begonnen, doch sie riss sich zusammen. Ihr waren die Umsetzungsziele dieser Vereinigung mittlerweile sehr gut bekannt und bereiteten ihr und allen anderen in der WBBA das größte Kopfzerbrechen.
„Das werden wir ja wohl kaum zulassen!“, rief Daisuke entschlossen aus, doch diese nun aufkommende Diskussion wurde jäh beendet.

„Ihr müsst euch das hier sofort ansehen …!“ Tsubasa war nun endlich im Hauptquartier angekommen. Beinahe vollkommen außer Atem betrat er den Sitzungssaal und deutete auf den Brief, den er mit sich trug.
„Was ist das?“, fragte Asuka etwas verblüfft.
„An Gingka, Kenta, Kyoya und Chris wurden Herausforderungen von einem Unbekannten geschickt“, begann er zu erzählen und gab sich Mühe, möglichst ruhig zu bleiben. „Und ich glaube, ihr könnt euch alle denken, wen ich dahinter vermute …“
„Doch nicht etwa …?“, wollte Hikaru erst vorsichtshalber nachfragen. Sie war bestürzt, sie hatte keinen Zweifel daran.
„Das ist doch nur eine vage Vermutung“, versuchte Ryo das Ganze zu beruhigen. Er spürte, wie angespannt seine Angestellten wirkten. „Hast du dafür einen Beweis?“
„Nicht direkt … Aber ich bitte Sie!“ Tsubasa blickte den Direktor ernst und entschlossen an. „Wir müssen dem auf der Stelle nachgehen, bevor es zu spät ist! Es kann Ihnen doch nicht egal sein, wenn Gingka und seine Freunde möglicherweise in Gefahr sind …!“


„Endlich der Letzte!“ Gingka und die anderen waren froh, als sie sich nach vielen Mühen den letzten Gegner vom Hals geschafft hatten und dieser den Rückzug antrat.
„Wie hat es dieser Kerl überhaupt geschafft, so viele starke Blader unter sich zu vereinen?“, fragte Kyoya misstrauisch. Nicht nur für ihn stank das alles zum Himmel.
„Vielleicht … hat der Typ etwas mit dieser Organisation zu tun, die gegen die WBBA arbeitet?“, mutmaßte Kenta ein wenig außer Atem. Ihm hatte der Kampf mit den vielen Gegnern allem Anschein nach am meisten ausgemacht.
„Den Gedanken hatte ich vorhin auch kurz“, musste Gingka zugeben. Auch, wenn es ihm ganz und gar nicht gefiel.
„Was für eine Organisation?“, fragte Kyoya überrascht nach, doch zu aller Überraschung war er tatsächlich der Einzige in der Gruppe, der nichts von all dem wusste.
„Ich habe so einiges über eine neue Vereinigung erfahren, die angeblich die WBBA ersetzen und den Beybladesport neu gestalten will“, erzählte Chris alles andere als begeistert. „Nach ihren eigenen, herrischen Regeln … Aber dazu vielleicht ein anderes Mal mehr. Zuerst haben wir noch einen Kampf vor uns …“

„Bravo, ihr habt meinen kleinen Test also doch noch bestanden …“ Der Herausforderer meldete sich wieder zu Wort, trat allerdings nicht aus dem Schatten. „Und ich hatte schon befürchtet, ihr seiet zu verweichlicht dazu …“
„Klappe!“ Kyoya war am Wütendsten von allen. „Zeig dich endlich und kämpfe wie ein Mann gegen uns!“
„Immer mit der Ruhe …“ Der Fremde lachte boshaft auf. „Nicht so ungeduldig. Erst einmal zu den Förmlichkeiten.“ Nun kam er endlich hervor und zeigte sich vor den Bladern. Ein junger Mann funkelte sie mit grauen Augen an, vor denen man sich besser in Acht nehmen sollte. Der Schwarzhaarige trug ein weißes langärmeliges Hemd und eine schwarze Stoffhose. Dazu kombinierte er schwarze Schuhe und eine dunkelrote Jacke, die er offen trug. „Mein Name ist Alexander Nabokov und ich habe die GBCA gegründet. Die Glory Beyblade Care Assoziation“.
„Dann machen Sie und Ihre Leute der WBBA also diesen ganzen Ärger?! Warum?“
„Gingka Hagane, Zornfalten stehen dir ganz und gar nicht … Aber ich erkläre dir dieses … ich nenne es mal Missverständnis.“ Alexander trat ein paar Schritte näher heran. „Die WBBA konnte die Blader niemals vor irgendeiner Bedrohung beschützen. Dark Nebular, Hades Inc., Nemesis … Alles Dinge, wo sie … unschuldige Kinder vorgeschickt haben. Ohne Rücksicht auf ihre Belastbarkeit … Aber das wisst ihr doch allzu gut.“ Der Mann schüttelte mit dem Kopf, als wolle er sein Entsetzen über all das Ausdrücken. Mit einer Spur von Verachtung. „Aber damit wird bald Schluss sein. Die GBCA soll die WBBA ablösen und endlich die Sicherheit aller Menschen garantieren. Doch leider wollen der Präsident und seine Angestellten das nicht zulassen. Einfach nur unverantwortlich, wenn man nicht einsieht, dass man keinen einzigen Augenblick Herr der Lage war und auch niemals sein wird.“

„Seien Sie still!“ Gingka hatte sich Pegasus geschnappt. „Mein Vater und all die anderen werden wohl einen triftigen Grund haben, wenn sie Ihnen und Ihrer Organisation nicht die Beybladewelt überlassen wollen!“
„Das liegt wohl an den Methoden und Regeln, die diese Leute umsetzen wollen …“ Chris beäugte Alexander voller Misstrauen. „Sie wollen jedem, der nicht exakt nach ihrer Pfeife tanzt, den Beyblade wegnehmen … Und Blader, die ihrer Meinung nach zu stark und somit automatisch zu gefährlich seien, komplett aus dem Verkehr ziehen!“
„Oh, da ist wohl jemand bereits bestens informiert.“ Alexander amüsierte sich. „Aber das, mein verehrtester Winterblader, ist nur ein kleiner Teil meiner Pläne … Das Beybladen wird geradezu neugeboren!“ Der Schwarzhaarige musterte Chris nun etwas genauer. „Dann stimmen wohl meine Informationen, dass du seit dem Fall von Nemesis nicht mehr als Mietblader unterwegs bist … Aber viel zu lachen wirst du trotzdem nicht haben. Diese Beschäftigung werde ich nämlich verbieten und jeden zur Rechenschaft ziehen, der dies trotzdem macht oder getan hat! Es sei denn, diese Tätigkeit dient den Zwecken der GBCA …“ Alexander lachte kurz verächtlich auf. „ Aber denke nicht, nur du alleine seiest eine Art Sündenbock … Wir werden auch andere Verbrechen deiner Mitstreiter bestrafen!“
„Und wenn schon …“ Chris versuchte sich gelassen zu geben, doch ganz konnte er seine Gedanken nicht verbergen. Aufgebracht ballte er seine Hände zu Fäusten.

„Nein!“, schrie Kenta wütend. „Ich … ich will nicht zulassen müssen, dass man das Beybladen geradezu kontrolliert! Jeder sollte beybladen können, wie er will … Und wann er will!“
„Genau! Ihr werdet niemals all diese Bladergeister brechen können!“ Gingka machte sich nun kampfbereit, und seine Freunde taten es ihm gleich. Kyoya knurrte wütend.
„Als dass ich mich von so einem dahergelaufenen Spinner herumkommandieren lassen würde … Soweit kommt’s noch!“
„Ich wusste von Anfang an, dass ihr die WBBA verteidigen werdet.“ Alexander seufzte gespielt auf. „Aber nicht nur deswegen habe ich diesen Kampf geplant … Ihr seid Feinde, die meinen Zielen im Weg stehen und somit ausradiert werden müssen!“ Der Achtzehnjährige griff nach seinem Bey sowie Launcher. „Wenn ihr nur wüsstet, wie lange dieser Kampf schon vorherbestimmt war … Macht nun Bekanntschaft mit meinem Werkzeug Hell Eclipse 100XF!“
Werkzeug …?“ Nicht nur Gingka warf Alexander einen verachtungswürdigen Blick zu. „Jemandem, der so über seinen Beyblade denkt, werden wir ganz sicher nicht die Zukunft des Beybladens überlassen!“
„Das werden wir noch sehen“, sagte der junge Mann selbstsicher. »Wenn ich euch und die Sonnensystem-Blader vernichtet habe, werdet ihr gar nichts mehr tun. Ich muss nur noch den Rest finden und endlich ihre Kräfte in mir vereinen …«
„Dir werden wir nun das Maul stopfen!“ Kyoya hätte sich zwar am allerliebsten alleine gegen Alexander behauptet, aber er spürte Unbehagen … Er konnte es sich selbst nicht erklären, aber er musste daran denken, wie Ryuga sich ohne Hilfe gegen Rago stellte und dafür büßen musste. Der Grünhaarige beschloss, zunächst einmal mit den anderen zusammen zu kämpfen. Im Kampfverlauf würde er ja sehen, zu was dieser Alexander wirklich in der Lage war und ob er ihn alleine bewältigen könnte. „3, 2, 1 … Let it rip!“


„Okay … Und das ist alles, was in diesem Herausforderungsschreiben steht?“ Ryo Hagane hatte sich doch eingestehen müssen, dass sie dieser Sache nachgehen mussten. Er wollte schließlich nicht riskieren, dass seinem Sohn Gingka oder sonst irgendeinem Blader etwas zustieße.
„Ja. Wir wissen zwar nicht, wo dieses Schiff sie hingebracht haben könnte … Aber wir müssen zum Hafen und sofort schauen, ob es Anhaltspunkte gibt!“ Tsubasa spürte, dass sie keine Zeit mehr zu verlieren hatten. Wenn es nicht sogar schon zu spät war.
„Huch …?“ Hikaru erschrak. „Hier ist auf einmal eine Videobotschaft angekommen und -“ Die Blauhaarige war noch mitten im Satz, als die Datei sich einfach von selbst öffnete.
„Was zum …?“ Asuka erschrak. Auf dem großen Monitor im Raum war alles schwarz, nur eine verzerrte Stimme war nun zu hören.
Guten Abend, meine Herrschaften der WBBA … Ihr wisst wohl schon, von wem ihr diesen … netten, aufschlussreichen Abendgruß erhalten habt. Aber ich mache mir nicht aus lauter Langeweile die Mühe … Sondern möchte nur mein herzlichstes Beileid ausdrücken. Und zwar für den Niedergang eurer Vereinigung und den Verlust einiger starker Blader. Verehrtester Präsident … Hoffentlich haben Sie Ihrem Sohn vorher noch ein letztes Mal gesagt, dass Sie ihn lieben … Muahaha … Wuahahahaha!“


„Dieser miese … Das war doch von Anfang an so geplant!“ Die Jahreszeitenblader führten einen unerwartet schweren Kampf gegen Alexander Nabokov. Die jungen Beyblader waren noch nicht ganz erholt von dessen sogenannter Prüfung, während ihr Herausforderer noch bei vollen Kräften war.
„Ihr dummen Narren hättet ja nicht hier aufkreuzen müssen!“, lachte der Schwarzhaarige nur auf. „Und natürlich musste ich mir einen … kleinen Vorteil verschaffen. Oder nennt ihr vier gegen einen etwa fair?“
„So jemand wie Sie sollte das Wort fair erst gar nicht in den Mund nehmen dürfen!“ Gingka wollte sich nicht geschlagen geben, genau so wenig wie seine Freunde. Er war sich sicher, dass sie ihn mit vereinten Kräften schlagen könnten. Egal, was für miese Tricks Alexander noch auf Lager haben könnte. „Wie feige muss man sein, um seine Gegner erst einmal von anderen schwächen zu lassen, um sich einen so unehrenhaften Sieg zu holen?“
„Ihr seid solche Narren ... Allein der Sieg zählt, nicht wie man ihn erlangt hat!“ Alexander gefiel es, wie hasserfüllt die Blader ihn fixierten. Beinahe noch mehr, als zu bemerken, wie ihre Kräfte tatsächlich immer mehr nachließen.
„Kämpfe endlich, anstatt ständig vor unseren Angriffen wegzulaufen!“ Kyoya ärgerte es, wie viel unnötige Energie er und die anderen Blader bereits in Special Moves investiert hatten. Alexander war jedes Mal ausgewichen oder hatte sich hinter irgendeinem anderen Bey verstecken können, welcher dann den Angriff abbekommen hatte. Die vier Blader hatten also mehr sich selbst untereinander geschadet, als dass sie ihren Gegner auch nur einmal treffen konnten.
„Na gut, dann will ich dem mal ein Ende bereiten …“ Alexander lächelte verschwörerisch. Es war kein Kunststück zu erkennen, welch leichte Beute die vier Blader der Jahreszeiten nun waren. Geschwächt und kaum noch in der Lage, irgendetwas zu tun. „Ihr habt es immerhin wirklich verdient, Zeugen seiner wahren Stärke zu werden.“ Alexander blickte noch einmal auf seinen fast komplett schwarzen Beyblade, eher er bösartig grinsend ausrief: „Eclipse … Last Shadow!“


Nach dem Ende des Videos standen alle Anwesenden erst einmal geschockt im Raum, wie angewurzelt. Sie konnten nicht glauben, was sie da gehört hatten … Würde die GBCA tatsächlich so weit gehen?
„Wir … wir müssen endlich los!“ Tsubasa setzte sich nach diesem Riesenschrecken schnell wieder in Bewegung, wollte das soeben gehörte verdrängen. Es nicht wahrhaben. „Komm mit, Daisuke! Ich weiß nicht, wie die Lage aussieht und ob ich alleine mit denen fertigwerden kann!“
„Ich komme auch mit!“, beschloss Asuka. „Ich werde euch fahren!“ Die drei Angestellten waren sich einig und stürmten sofort aus dem Raum, ohne auch nur das Wort des Direktors abzuwarten. Aber das war in diesem Fall auch wirklich nicht nötig.
„Herr Direktor! Ich werde sofort versuchen, noch einige andere Blader zu erreichen!“
„… Ja“, reagierte Ryo nur langsam auf Hikarus Worte. Diesen Schock musste der Mann erst einmal sacken lassen … Und hoffen, dass sein Sohn und die anderen Blader wohlauf sein würden.


„Ah …“ Kenta tat alles weh, als habe etwas seinen Körper durchfahren oder gar in tausend Stücke gerissen. Aber er wusste, dass er noch lebte … Ansonsten hätte er ja wohl kaum Schmerzen empfunden. Der Schützenblader fühlte sich noch nicht kräftig genug, um seine Augen zu öffnen. Stattdessen erschien ihm das in seinen Gedanken, woran er sich zuletzt erinnerte.
Es war, als ob eine dunkelgraue Aura um Alexander erschienen war … Fast, wie die Kraft eines legendären Bladers. Während seines Special Moves war aus Hell Eclipse so etwas wie ein schwarzer Schatten erschienen … An mehr konnte Kenta sich nicht erinnern. Nur an so ein Gefühl, als seien er und Saggitarrio geradezu von dieser Dunkelheit verschlungen worden.
Langsam begann der Grünhaarige zu blinzeln, konnte nach einigen Versuchen endlich seine Augen öffnen. Direkt vor ihm lag sein geliebter Bey, geradezu demoliert. Als habe man selbst dann noch auf ihn eingedroschen, als der Kampf für ihn beendet war. Und nicht nur er schien sich nicht gegen Alexander behauptet zu haben. Kenta sah, wie einige Meter von ihm entfernt Kyoya am Boden lag. Er war wohl verletzt, und sein Leone war in seine Einzelteile zerlegt worden. Er schien schlimmer dran zu sein als der stellvertretende Sommerblader, und dasselbe erkannte er daraufhin bei Chris.
Kenta blickte nun zur Seite und sah den absolut zerstörten Pegasus vor sich. Er erschrak … Konnte nicht glauben, dass ausgerechnet Gingka so viel Schaden davongetragen haben soll. Und beim Anblick seines Freundes, den er so sehr bewunderte, wäre er beinahe in Tränen ausgebrochen. Am meisten tat es schließlich weh, wenn man einem wichtigen Menschen so leiden sehen muss. „Wenn es wirklich eine Falle sein sollte und du in Gefahr gerätst, werde ich dich unter allen Umständen beschützen.“
„Gingka … Nein …“ Kenta schloss wieder seine Augen. Während die einzelnen Tränen seine Wangen herunterliefen, würde wieder alles schwarz.


„Asuka!“ Tsubasa schaute aufgeregt auf die Straße, während er neben Daisuke auf der Rückbank des WBBA-Wagens saß. „Wir sind zwar in Eile, aber immer sachte … Es bringt nichts, wenn du auf Vollgas einen Unfall baust und wir als Resultat alle im Krankenhaus oder unter der Erde liegen. Dann können wir niemandem mehr helfen.“
„Sie weiß schon, was sie tut“, antwortete Daisuke an Asukas Stelle, welche hochkonzentriert am Steuer saß. „Glaub mir, hier ist mein Mädchen ganz in ihrem Element.“
„Genau“, gab die Orangehaarige knapp als Antwort. »Selbst wenn ich keine gute Kämpferin bin … Ich kann der WBBA und den Bladern auch anders helfen, daran werde ich immer glauben!«


„Haha … Muahahahaha …“ Alexander betrachtete das Endergebnis noch einmal aus der Ferne, ehe er den Hafen verließ. Für ihn war es nahezu ein Kunstwerk, wie die Blader der vier Jahreszeiten besiegt am Boden mit ihren beinahe zerstörten Beyblades lagen. „Ich dachte zwar vorhin, ich hätte noch etwas gehört … Aber da sich keiner mehr rührt, muss ich mich wohl doch geirrt haben.“
Der Schwarzhaarige wand sich nun auch sichtlich erschöpft zum Gehen, bedachte noch einmal seiner besiegten Gegner. »Keine Angst, noch habe ich euch natürlich nicht komplett vernichtet … Ich brauche euch schließlich noch als Spielfiguren in meinem Plan. Es soll ja alles perfekt werden …«


Mit dem lauten Quietschen der Bremsen kam der Wagen einige Minuten später am Hafen zum Stehen. Tsubasa und Daisuke rissen sofort die Autotüren auf und wollten gerade zum Ableger stürmen, doch sie erkannten sofort, dass ihre Gesuchten nicht weit entfernt von dort am Boden lagen. Besorgt und zugegebenermaßen mit ein wenig Angst erfüllt, liefen sie sofort zu ihnen.
„Leute!“ Tsubasa kam als erstes bei Gingka und den anderen an. Er hatte schon geahnt, dass keiner der Blader ihm so schnell eine Antwort geben würde. Der Silberhaarige konnte zwar nicht auf den ersten Blick erkennen, ob die Verletzungen schwerwiegend sein könnten, aber er hatte es im Gefühl gehabt. Und scheinbar nicht nur er.
„Ich habe sofort einen Krankenwagen angefordert!“, rief Asuka vom Auto entgegen.
„Hoffentlich reicht einer“, meinte Daisuke zähneknirschend, während seine Freundin zu ihnen kam. Er fühlte sich wie ein Nichtsnutz, der niemanden beschützen konnte … Aber jetzt machte er sich erst einmal daran, zusammen mit den anderen die Verletzten zu versorgen. Vorwürfe könnte er sich später noch immer genug machen.
„Verdammt …“ Tsubasa fühlte sich beinahe noch schlimmer … Als habe er nicht nur als Agent, sondern auch als Freund auf ganzer Linie versagt. »Bitte … Ihr müsst durchhalten!«

Kommentare

Bild des Benutzers Phase

Oje, das ist mal eine unschöne Entwicklung... Aber na ja, nachdem alle durch die vorherigen Kämpfe so ausgepowert waren, war es ja wirklich keine Kunst sie zu besiegen.
Aber so ist es nunmal: es geht nicht darum, wer der Stärkere ist, sondern wer die beste Strategie hat und am Ende eben noch steht.

Hoffen wir mal, dass alle wieder auf die Beine kommen und dass die Beyblader mit vereinten Plänen diesem Alexander das Handwerk legen. ^^

Bild des Benutzers Monoceros

Unschön ist noch sehr nett ausgedrückt, wage ich mal zu behaupten^^° 

Ja. Und es klappt halt auch nicht immer, an seine Freunde und das Gute zu glauben (das macht in Beyblade oft so viel aus, oft ziemlich strange O.o). 

Früher oder später bestimmt. Fragt sich nur, wie lang das dauern wird. 

Bild des Benutzers Meakuel

Na, da folgt die erste Konsequenz auf die Selbstjustiz!

Wir wollen die Beyblader schützen, indem wir den ersten mal ne heimtückische Falle stellen? Okay! Messen mit zweierlei Maß. Wenn er in der Lage ist, „alleine“ die vier zu besiegen, die mit ihrere Einzelstärke eine Gefahr sind, aber lassen wir das.. This guy is crazy. „Werkzeug“, das ist mir auch gleich ins Auge gesprungen xD

Eine herbe Niederlage für die Helden. ._.

Bild des Benutzers Monoceros

Daisuke kann froh sein, dass das soweit alles ist!^^°

Tja ... Wer sagt denn, dass der gute Alex das mit dem Schützen usw wirklich ernst meint? Gut, im späteren Verlauf wirds wohl klarer, was er eigentlich will. Und ja, crazy trifft es ganz gut ...